Fußball: Westfalenliga
Jens Niehues und Dirk Nottebaum hören nach der Saison bei GW Nottuln auf

Nottuln -

Fußball-Westfalenligist GW Nottuln braucht in der nächsten Saison einen neuen Trainer und einen neuen Co-Trainer. Jens Niehues und Dirk Nottebaum erklärten nun, dass sie nicht bleiben werden.

Montag, 19.10.2020, 19:59 Uhr
Verstehen sich nicht nur auf dem Platz hervorragend: Jens Niehues (l.) und Dirk Nottebaum.
Verstehen sich nicht nur auf dem Platz hervorragend: Jens Niehues (l.) und Dirk Nottebaum. Foto: Johannes Oetz

Diese Nachricht traf selbst die Mannschaft völlig unerwartet: Trainer Jens Niehues und sein Co-Trainer Dirk Nottebaum legen nach dieser Saison ihre Ämter beim Fußball-Westfalenligisten GW Nottuln nieder. Die Gründe bei beiden Coaches, das machten sie in Gesprächen mit dieser Redaktion deutlich, liegen ausschließlich im privaten Bereich.

Lothar Ullrich, Fußball-Abteilungsleiter bei den Grün-Weißen, bedauert den bevorstehenden Weggang beider Übungsleiter sehr. Allerdings kann er ihre Gründe sehr gut nachvollziehen: „Sie haben beide kleine Kinder und wollen sich nach einer intensiven Fußballzeit erst einmal mehr um ihre Familien kümmern. Jens beispielsweise beschäftigt sich sieben Tage in der Woche mit der Mannschaft. Und auch Dirk hat viel mehr geleistet, als es normalerweise ein Co-Trainer tut.“ Der Nottulner Fußball-Chef rechnet es dem Duo hoch an, dass es ihn frühzeitig informiert hat: „So haben wir jetzt wirklich Zeit genug, um vernünftige Nachfolger zu finden.“

Jens Niehues wird der Abschied, das weiß er schon heute, sehr schwer fallen: „Ich habe bei GW Nottuln sehr viel Wertschätzung erfahren. Dafür bin ich dankbar.“ Die meisten Spieler hätten bei der Verkündigung, dass er nicht weitermachen werde, traurig gewirkt: „Das tat mir einerseits leid, andererseits war es aber auch ein gutes Gefühl, zu merken, dass sie gerne mit mir weitergemacht hätten. Ich werde die noch verbleibenden acht Monate genießen.“

Nach dem Aufstieg in die Westfalenliga hätte er mit großer Vorfreude das Amt von seinem Freund und Vorgänger Oliver Glaser übernommen. Am Ende stand der neunte Platz. Momentan rangieren die Kicker aus dem Stiftsdorf, die noch ein Nachholspiel austragen dürfen, auf Rang acht. „Ich bin jetzt sieben Jahre als Cheftrainer auf hohem Niveau unterwegs, denn vorher war ich ja fünf Jahre bei Eintracht Ahaus. In dieser Zeit habe ich immer geschaut, was das Beste für die Spieler, die Mannschaft und den Verein ist. Jetzt möchte ich mehr Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen“, so Niehues weiter.

Ob er dem Fußball jetzt für immer den Rücken zukehrt? „Nein, ich möchte weiter Fußball vermitteln. Vielleicht werde ich ja Jugendtrainer oder Co-Trainer bei einem Oberligisten. Jedenfalls wird es ein Job in der zweiten Reihe sein. Ich möchte einfach nicht mehr die Verpflichtung haben, ständig immer da sein zu müssen“, erläutert der 37-Jährige, der mit seiner Familie in Stadtlohn lebt und in der IT-Branche tätig ist.

Auch Co-Trainer Dirk Nottebaum hat sich die Entscheidung, nach dieser Saison bei GW Nottuln aufzuhören, nicht leicht gemacht. „Dieser Verein ist wie eine zweite Familie für mich. Ich werde nur ganz schweren Herzens gehen, zumal es gerade so gut läuft. Deshalb habe ich aber auch schon gegenüber den Spielern meinen Wunsch geäußert, dass sie bei den Vertragsverhandlungen nicht auf den letzten Euro schauen sollen. In diesem Verein geht es sehr, sehr menschlich zu, das sollten sie zu schätzen wissen. Ich jedenfalls würde immer wieder zu GWN gehen, wenn ich noch einmal gefragt würde.“

Nottebaum war 2018 von GS Hohenholte zum damaligen Landesligisten gewechselt. Zuvor hatte er die Gelb-Schwarzen fünfeinhalb Jahre am Stück trainiert. „Vorher war ich auch schon mal für ein Jahr eingesprungen und war zwischendurch auch drei Jahre lang B-Regio-Trainer.“

Nun sei aber die Zeit gekommen, nicht mehr vier Mal die Woche am Platz zu stehen. „Ich muss einmal durchatmen und freue mich auf mehr Zeit mit meiner Familie, die alles mitgetragen hat. Meine Kinder sind acht, zehn und zwölf – ich habe Angst, etwas zu verpassen“, sagte der 45-Jährige, der Personal-Verantwortlicher bei der Fiducia & GAD IT AG in Münster ist. Ein oder zwei Jahre Pause könne er sich schon gut vorstellen. „Aber darüber muss und will ich heute nicht entscheiden. Was ich aber weiß, ist, dass ich Jens und Olli für den gemeinsamen Weg und die gemachten Erfahrungen sehr dankbar bin.“

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