Leichtathletik: GW Nottuln
Nele und Marco Sietmann sind blitzschnelle Geschwister

Nottuln -

„Laufen macht einfach unheimlich viel Spaß!“ Für Nele und Marco Sietmann ist das eine Tatsache. Und die Geschwister aus Nottuln sind schnell, sehr schnell sogar.

Freitag, 13.11.2020, 06:57 Uhr
Haben 2021 einige sportliche Ziele im Blick: Die Geschwister Nele und Marco Sietmann.
Haben 2021 einige sportliche Ziele im Blick: Die Geschwister Nele und Marco Sietmann. Foto: Iris Bergmann

Für ihre herausragenden Leistungen in den zurückliegenden Monaten wurden sie vor Kurzem von ihrem Grundverein GW Nottuln geehrt (wir berichteten).

Im Jahr 2020 feierten die Beiden einmal mehr große Erfolge. Nele etwa wurde bei den westfälischen Jugendmeisterschaften in Hagen im 800-Meter-Lauf mit großem Vorsprung in 2:19 Minuten Siegerin. Über 1500-Meter-Hindernis stellte sie zudem in Rheine in 4:57 Minuten einen neuen Westfalenrekord in ihrer Altersklasse auf. Marco wiederum wurde in der Altersklasse U20 mit der Mannschaft bei den Deutschen Cross-Meisterschaften in Sindelfingen Meister.

Nele ist 15 Jahre jung, Marco 18. Und das Niveau, auf dem die Beiden laufen, ist richtig hoch. Das erfordert eine Menge Disziplin. Zwei, manchmal drei Mal pro Woche fahren die Geschwister nach Münster. Dort finden sie bei der Laufgemeinschaft (LG) Brillux beste Trainingsbedingungen. Marcos Paradedistanz sind die 2000-Meter-Hindernis. Nele ist besonders gerne über 800 Meter oder über 1500 Meter mit oder ohne Hindernis unterwegs. „Insgesamt trainiere ich im Durchschnitt fünf Mal die Woche“, erzählt Nele. Marco macht sogar noch ein paar Einheiten mehr.

Sport und Schule bekommt die Mittelstrecklerin gut unter einen Hut. „Ja, das passt schon“, sagt Nele, die die zehnte Klasse des Rupert-Neudeck-Gymnasiums besucht. Marco hat dort in diesem Jahr sein Abitur gebaut und beginnt nun mit dem Studium der Pharmazie in Münster. „Aber halt erstmal nur online“, bedauert er, denn Präsenz an der Uni ist aufgrund der Pandemie momentan nicht möglich.

Und wie begann alles? Nele war fünf, Marco etwa sieben Jahre alt, als sie beim Leichtathletiktraining erstmals vorbeischauten. „Ich habe dann erst einmal alles ausprobiert“, erinnert sich Nele. Weitsprung, Hochsprung und natürlich Laufen. „Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass mir das Laufen am meisten Spaß macht und ich es auch am besten kann“, erzählt sie schmunzelnd. Ihrem Bruder ging es ähnlich. Ganz schuldlos dürfte daran auch ihre Mutter Stefanie Sietmann nicht sein, die früher selbst eine sehr gute Läuferin war.

Bei der LG Coesfeld wurde man alsbald auf das Talent der Geschwister aufmerksam. Einige Jahre starteten sie für den Klub aus der Kreisstadt, ehe sie den Verein wechselten. „Seit dem 1. Januar dieses Jahres trainieren wir bei der LG Brillux“, erzählt Marco. Dort gefällt es den Geschwistern richtig gut. „Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist klasse“, berichtet der 18-Jährige.

So gut jedoch alles läuft – die Corona-Pandemie hat auch den beiden jungen Läufern einige Striche durch die Rechnung gemacht. Nele etwa war in bestechender Form und voll austrainiert für die 1500-Meter-Hindernis bei den Deutschen Meisterschaften in Bremen. Und dann fiel dieser Wettkampf pandemiebedingt aus. Aber sowohl Nele, als auch Marco lassen sich davon keineswegs entmutigen. Sie trainieren einfach konzentriert weiter. Während des Lockdowns im Frühjahr hatten sie Pläne von ihrem Trainer und trainierten individuell in Nottuln. Für sie war das aber keine Neuerung, da sie Kraft- und Stabilisationstraining ohnehin schon Zuhause alleine erledigen müssen.

Dieses Jahr ist wettkampftechnisch gelaufen. Und so liegt der nächste sportliche Fokus von Nele und Marco auf den Anfang des Jahres stattfindenden Deutschen Hallen-Meisterschaften.

Müssen sie für ihre Erfolge eigentlich manchmal auch auf etwas verzichten? „Naja, schon“, erzählt Nele. „Wenn am Vorabend eines Wettkampfes eine Geburtstagsfeier stattfindet, dann gehe ich eben etwas eher nach Hause.“ Und Marco fügt hinzu: „Ich verzichte vor einem Wettkampf auch auf Pizza oder ähnliches.“ Aber ein wirklicher Verzicht ist das für die beiden nicht, denn: „Laufen macht einfach unheimlich viel Spaß.“

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