Fußball: Kreisliga A Ahaus/Coesfeld
GW Nottuln: Cyber-Training mit dem Profi

Nottuln -

Fußball ist ein Mannschaftssport. Und wenn man nicht gemeinsam auf dem Platz trainieren darf, dann muss man andere Wege finden. So wie Nottulns U23.

Freitag, 20.11.2020, 18:52 Uhr
Gemeinsames Training auf dem Platz geht zurzeit nicht, aber beim Cyber-Training kommen die Nottulner U23-Kicker dem schon ein bisschen näher.
Gemeinsames Training auf dem Platz geht zurzeit nicht, aber beim Cyber-Training kommen die Nottulner U23-Kicker dem schon ein bisschen näher. Foto: Mario Popp

Am Mittwoch erreichte Mario Popp die Nachricht, dass der FLVW alle Ligaspiele bis Ende des Jahres pandemiebedingt abgesagt hat. „Ob wir wenigstens im Dezember wieder gemeinsam trainieren können, das wissen wir noch nicht“, ist der Trainer der zweiten Mannschaft von GW Nottuln unsicher. Damit aber seine Jungs bei der Stange bleiben, hatte der Coach jetzt eine kleine Abwechslung auf dem Plan: Cybertraining mit Tobias Stock .

Der Sportwissenschaftler und UEFA-A-Lizenztrainer ist aktuell Reha- und Athletiktrainer beim Zweitligisten Hannover 96 . Er dürfte hier im Münsterland aber kein Unbekannter sein, war er doch 2007 Assistenztrainer von Roger Schmidt bei Preußen Münster. Und wie kam nun das Training mit Stock zustande? „Tobias ist ein Bekannter von mir“, verrät Mario Popp. Und als er ihn gefragt hat, ob er mal eine Athletikeinheit mit den jungen Nottulner Spielern machen würde, sagte Stock gern zu.

Auch wenn die Mannschaft momentan nicht gemeinsam trainieren kann, haben die Spieler dennoch die Möglichkeit, sich gegenseitig anzuspornen. Bei den Laufeinheiten zum Beispiel. „Hier haben wir eine App, auf der jeder seine Einheit per GPS aufzeichnet, sie abspeichert und dann mit den anderen der Mannschaft vergleichen kann“, so Popp. Das sporne an, auch mal mehr Kilometer pro Woche runterzureißen. „Aber ich trainiere keine Langläufer, sondern Fußballer“, macht Popp klar. So ein Fitnesstool sei ja ganz nett, aber Fußball sei nun einmal ein Mannschaftssport und deshalb stehe das gemeinsame Training im Mittelpunkt.

Möglich gemacht wird das durch sogenanntes Cybertraining, also gemeinsames Trainieren am Bildschirm. Mit Hilfe des Konferenzsystems Zoom können sich die Teilnehmer gleichzeitig auf dem Bildschirm sehen und sich hören, sie können den Anleitungen des Trainers folgen, und dieser kann die einzelnen Teilnehmer in der Ausführung der Übungen kontrollieren und vor allem korrigieren. „Wir sehen, was die Jungs machen, und die sehen uns“, fasst Mario Popp zusammen.

Mit dem Profi-Coach Stock stand fußballspezifisches Stabilisationstraining auf dem Programm – kurz alles, was der Kraft und Schnelligkeit dient, die ein Fußballspieler auf dem Platz braucht. 55 Minuten schwitzten die Nottulner U23-Spieler vor den Bildschirmen bei sich zu Hause auf der Matte, angeleitet und korrigiert von Tobias Stock. Dieser hatte zum Schluss dann auch ein dickes Lob für Mannschaft und Trainer. „Er meinte, wir seien für eine U23 auf einem sehr professionellen Niveau“, berichtete Popp stolz.

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