Reiten: RV Appelhülsen
Marcus Hermes zum Haus Giesking umgezogen

Appelhülsen/Nottuln -

Nachdem schon vor einiger Zeit Olympia-Teilnehmer Patrik Kittel Haus Giesking verlassen hatte, ist nun ein anderer erfolgreicher Reiter dort eingezogen. Grand-Prix-Reiter Marcus Hermes, der für den RV Appelhülsen startet, möchte sich hier vor allem der Ausbildung der Vierbeiner widmen.

Mittwoch, 10.02.2021, 07:08 Uhr aktualisiert: 10.02.2021, 07:10 Uhr
Marcus Hermes und Anna Muster (2.v.r.) haben auf Hof Giesking ein neues Zuhause gefunden. Pferdepflegerin Ida Pantzar (l.) hat dort schon für Patrik Kittel gearbeitet. Alina Tecklenborg (r.) ist auf dem Hof zu Hause und will ihre Dressurkarriere nun wieder aufnehmen.
Marcus Hermes und Anna Muster (2.v.r.) haben auf Hof Giesking ein neues Zuhause gefunden. Pferdepflegerin Ida Pantzar (l.) hat dort schon für Patrik Kittel gearbeitet. Alina Tecklenborg (r.) ist auf dem Hof zu Hause und will ihre Dressurkarriere nun wieder aufnehmen. Foto: Christian Besse

„Wenn überhaupt, musste ich mich jetzt selbstständig machen“, sagt Marcus Hermes . „Ich hatte mich bisher immer etwas gesträubt, weil es natürlich mit einem großen Risiko verbunden ist. Aber jetzt war der richtige Zeitpunkt.“

Der 35-Jährige ist Dressurreiter und Bereiter von Pferden, die er im Auftrag von Kunden auf Turniere vorbereitet. Der gebürtige Rheinländer, der heute in Münster wohnt, war zuletzt auf dem Freiberger Hof in Nottuln beschäftigt. Im Januar 2021 ist er als eigener Unternehmer wenige Kilometer weitergezogen – von Nottuln zum Haus Giesking, das vor den Toren Appelhülsens liegt.

Mitgenommen hat er Anna Muster , die für den RV Nottuln im Dressurviereck reitet. Neu im Team ist Pferdepflegerin Ida Pantzar, die Haus Giesking wie ihre Westentasche kennt. Die gebürtige Schwedin hat dort in den vergangenen Jahren für ihren Landsmann Patrik Kittel gearbeitet. Der international erfolgreiche Dressurreiter war über zehn Jahre mit seinem Stall auf Haus Giesking beheimatet, war aber 2017 von Appelhülsen zum Gestüt Eulenhof in Dülmen umgezogen.

Wie Kittel ist auch Marcus Hermes in der Dressurszene alles andere als ein Unbekannter. 2019 gewann der Münsteraner mit Abegglen die Grand-Prix-Dressur auf dem internationalen Turnier in München-Riem. Im gleichen Jahr wurde er in den Bundeskader berufen, bevor das Erfolgspferd verkauft wurde. Zwei Mal – 2017 mit Abegglen und 2020 mit dem Wallach Hugo – qualifizierte er sich für das Finale des Nürnberger Burgpokals.

Hermes, der auf Turnieren für den RV Appelhülsen startet, würde gerne wieder auf Grand-Prix-Niveau reiten. Aber, so der 35-Jährige: „Dafür muss man das richtige Pferd haben.“ Ohnehin habe die Ausbildung der Vierbeiner die klare Priorität. 14 Turnierpferde stehen in der Stallgasse seines Teams auf Haus Giesking.

Mit Anna Muster arbeitet er seit fünf Jahren zusammen, die Münsteranerin wurde von ihm ausgebildet. Die 25-Jährige ist ebenfalls sportlich ambitioniert. So gewann sie 2019 in Vinnum mit ihrem Wallach L‘Avignon die Dressur der Klasse S* (Prix St. Georges) beim Turnier des RV Lützow Selm-Bork-Olfen.

Seit ihrer Ankunft auf Haus Giesking ist Muster nicht nur Reiterin, sondern auch Trainerin. Sie bereitet Alina Tecklenborg auf Turniere vor. Die 29-jährige Tecklenborg lebt mit ihrer Familie auf dem Anwesen. Sie hatte über Social Media den Kontakt mit Hermes hergestellt und ihn überredet, sich mit seinen Pferden bei Appelhülsen niederzulassen.

Schon als Mädchen ritt sie Dressur, bis sie mit Beginn des Studiums das zeitaufwendige Hobby abbrach. Nun sitzt sie wieder im Sattel und will mit Trainerin Muster und Barnie, einem neunjährigen Wallach, nach und nach S-Niveau erreichen. Angeschlossen hat sich die 29-Jährige dem RV Appelhülsen.

Dass sie Hermes auf Haus Giesking aufmerksam machte, betrachten nicht nur der Reiter, sondern auch sein Team und Tecklenborg selbst nur wenige Wochen nach dem Umzug als einen Glücksfall. Hermes: „Ich wollte mich eigentlich erst beim DOKR (Deutsches Olympiade-Komitee für Reiterei, die Red.) in Warendorf niederlassen, bis ich was Passendes gefunden hätte.“ Das habe er aber nun schon.

Alina Tecklenborg, Dressurreiterin vom RV Appelhülsen

Alina Tecklenborg, Dressurreiterin vom RV Appelhülsen Foto: Christian Besse

„Es ist sehr ruhig gelegen“, sagt der Münsteraner über Haus Giesking mit seiner 20 mal 60 Meter großen Halle und dem ebenso großen Dressurplatz. „Wir haben hier alles nah beieinander, die Stallungen liegen direkt an der Halle. Es ist alles ein Komplex, wir haben kurze Wege.“ Auch menschlich sei das Team einschließlich Reiterin Tecklenborg bestens aufgestellt, versichert Anna Muster: „Wir verstehen uns, das ist ein sehr gutes Miteinander.“

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