Fußball: Westfalenliga
Malte Wilmsen von GW Nottuln aus Tschechien zurückgekehrt

Nottuln -

Malte Wilmsen ist zurück. Ein halbes Jahr lang hat der Keeper von Fußball-Westfalenligist GW Nottuln in Tschechien verbracht. In Brünn, der nach Prag zweitgrößten Stadt des Landes, absolvierte der BWL-Student ein Auslandssemester.

Donnerstag, 18.02.2021, 07:11 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 07:20 Uhr
Malte Wilmsen freut sich schon lange wieder auf
Malte Wilmsen freut sich schon lange wieder auf Foto: Johannes Oetz

Früher als nötig, noch vor Weihnachten , kehrte der 24-Jährige in die Heimat zurück. Zum einen, weil er mit seiner Familie die Festtage verbringen wollte, zum anderen, weil er der Gefahr aus dem Weg gehen wollte, wegen Corona nach seiner Rückkehr in die Zwangsquarantäne zu müssen.

Diesen Schritt bereut der gebürtige Nottulner, der heute als Student in Münster lebt, nicht. Denn inzwischen sind die Corona-Zahlen in Tschechien wieder gestiegen, das Land gilt aktuell als Hotspot. Das war im Dezember noch nicht so, erinnert sich Wilmsen : „Da ging es noch. Das lag aber daran, dass es einen harten und längeren Lockdown gab.“ Der die Lage zwischenzeitlich verbessert habe: „Mitte Oktober hatte es bis zu 15 000 Neuinfizierte täglich gegeben, dabei hat Tschechien weniger als elf Millionen Einwohner“, erzählt der 24-Jährige.

Mit Reisen in benachbarte Großstädte hatte er sein Auslandssemester eigentlich ausklingen lassen wollen. „Von Brünn aus kommt man gut nach Wien, Bratislava oder Budapest.“ Doch Corona machte dem BWL-Studenten einen Strich durch die Rechnung. Dabei möchte Wilmsen das Auslandssemester nicht missen: „Es hat sich trotzdem gelohnt.“

Was nicht nur, aber auch daran lag, dass der Torhüter seit langem einmal wieder im Stadion war. Denn zu einer Zeit, als sich im heimischen Deutschland die Geisterspiele schon etabliert hatten, konnten die tschechischen Anhänger noch in die Arenen. Die Erstliga-Partie zwischen dem heimischen FC Brno (tschechisch für Brünn) und dem MFK Karviná endete mit einer 0:2-Niederlage für die Gastgeber. Und auch hier hatte der Nottulner das richtige Timing bewiesen: Es war die bislang letzte Partie der tschechischen Fußballer vor Zuschauern, ehe der Lockdown die Stadiontore schloss.

Nun wartet Wilmsen, wie so viele Amateurfußballer auch, dass er selbst wieder auf den Rasen darf. Dabei ist die Pause für den GWN-Schnapper noch länger als für seine Mannschaftskollegen. Denn im Oktober 2019 stand er das letzte Mal im Kasten des Westfalenligisten, als er sich im Spiel bei Victoria Clarholz an der Schulter verletzte. Der anschließenden monatelangen Zwangspause sollte die Corona-Auszeit folgen, in der Zwischenzeit stand Marvin Kemmann, Nottulns zweiter Keeper, zwischen den Pfosten.

Kemmann wird den Verein im Sommer verlassen, dafür kommt – wie berichtet – Torhüter Christoph Hunnewinkel vom BSV Roxel zu den Grün-Weißen. Die Frage, wer denn nun Nummer eins und wer Nummer zwei sein werde, will Wilmsen so nicht stehen lassen: „Wir haben mit Yannick Gieseler und Mario Beeke ja auch ein neues Trainerteam, da muss sich ohnehin alles wieder neu einpendeln. Aber es wird spannend, und es macht Spaß, sich gegenseitig anzutreiben.“

Welche Stärken er zwischen den Pfosten habe? „Ich glaube, dass ich auf der Linie gut unterwegs bin und auch eine gewisse Sprungkraft mitbringe. Ich spreche auch sehr viel mit meinen Vorderleuten.“

Doch die Kommunikation mit den Mitspielern ist momentan fast auf Null. Fit hält sich Malte Wilmsen mit Joggen „zwei, drei Mal die Woche“. Und mit Kräftigungs- und Stabilisierungstraining zu Hause. Ein Ersatz ist das jedoch nicht. „Ich würde mich freuen, endlich mal wieder einen Ball in die Hände oder an den Fuß zu bekommen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7825383?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35336%2F
Nachrichten-Ticker