Handball: Verband erlässt Vereinen einen Teil der Spielbeiträge
„Tropfen auf heißem Stein“

Havixbeck/Nottuln -

Seit Monaten findet kein Handballspiel statt. Deshalb hat sich der HV Westfalen dazu entschlossen, seinen Vereinen einen Teil der sonst fälligen Spielbeiträge zu erstatten. Deren Höhe stößt bei den Vereinen auf ein geteiltes Echo.

Donnerstag, 25.02.2021, 07:53 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 08:00 Uhr
Das liebe Geld fliegt d
Das liebe Geld fliegt d Foto: Ann-Kathrin Schriever

Die Corona-Pandemie verhindert in dieser Saison im Handball weitgehend einen regulären Spielbetrieb. Nur wenige Partien sind bislang absolviert worden – und ob überhaupt noch welche hinzukommen, ist in der gegenwärtigen Pandemiesituation nicht abzusehen.

Deshalb erlässt der Handballverband Westfalen (HVW) seinen Vereinen ein Viertel der Spielbeiträge. „Für die Hinserie haben wir schon 25 Prozent zurücküberwiesen und auch für die Rückrunde wird es wohl so laufen“, sagt Udo Fricke , Geschäftsstellenleiter des Handballverbands Westfalen. Dass nicht mehr erstattet werden könne, habe mit den unabhängig vom Spielbetrieb bestehenden Fixkosten zu tun. Die Geschäftsstelle und ihre Mitarbeiter müssten genauso wie Verbandstrainer weiterhin bezahlt werden. Auch an den Verwaltungskosten ändere sich nichts.

„Wir wissen, dass es den Vereinen genauso dreckig geht wie uns. Wir denken, dass 25 Prozent Erstattung eine Größenordnung sind, die für beide Seiten erträglich ist“, sagt Fricke.

Ebenfalls zu diesem Thema hat sich auf Anfrage auch Daniel Hooge , Vorsitzender des Handballkreises Münsterland, geäußert: „Wir haben uns analog zum Handballverband Westfalen auch über diese Thematik unterhalten, und natürlich werden auch unsere Vereine eine Erstattung erhalten. Wir haben uns allerdings dafür entschieden, mit der Erstattung zu warten, bis die Saison wirklich beendet ist. Erst dann können wir beurteilen, wie viel Spielbetrieb tatsächlich stattgefunden hat.“

Es gebe auch noch die sogenannte Variante zwei, die vorsehe, dass es auf freiwilliger Basis noch Spielbetrieb geben könne. „Ich selbst habe als stimmberechtigtes Mitglied auf Verbandsebene für eine Erstattung gestimmt, das war auch der Wunsch des Präsidiums“, so Hooge weiter. „Ob es in zwei Teilzahlungen wie beim HVW oder in einer Summe am Ende der Saison ausgezahlt wird, das sollte jede Organisation für sich entscheiden. Denkbar wäre es ja auch, die Erstattung mit den fälligen Spielbeiträgen der nächsten Saison zu verrechnen. Wir werden vorerst abwarten und nach dem Ende der Spielzeit entscheiden, wie wir verfahren. Selbstverständlich aber dürfen unsere Vereine mit einem finanziellen Ausgleich rechnen.“

Die Vereine SW Havixbeck und GW Nottuln heißen die Entscheidung des Verbandes willkommen, finden sie aber unzureichend.

„Die Summe ist auf jeden Fall zu niedrig, weil unsere Mannschaften ja schon seit fast einem Jahr nicht mehr spielen“, sagt Marc Huysmann, Handball-Abteilungsleiter von SWH. „Da sind 25 Prozent zu wenig. Die machen den Kohl nicht fett. Der Verband hat auch seine Ausgaben, aber 50 Prozent für die Vereine sollten es schon sein.“

Auch sein Kollege von den grün-weißen Handballern sieht die Unterstützung als nicht ausreichend an. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt der Nottulner Mika Peters. „Wir haben unsere Trainer noch lange voll bezahlt und ihre Gehälter erst Anfang des Jahres gekürzt. Man sollte auch schauen, ob diese Entschädigung noch bis in die kommende Saison verlängert wird, auch wenn diese ganz normal beginnen sollte. Man kann ja auch einen dritten Lockdown nicht ausschließen.“

Letzteres sieht der Schwarz-Weiße Huysmann nicht ganz so streng: „Sollte die Saison 2021/22 pünktlich wieder losgehen, sollten die Vereine auf eine weitere Entschädigung auch verzichten können, selbst wenn noch keine Zuschauer erlaubt sein sollten.“

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