Ochtrup
Keine Lust auf Budenzauber

Dienstag, 07.12.2010, 16:41 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 07.12.2010, 16:41 Uhr

Metelen / Ochtrup /Wettringen - Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Hallenfußball ein echtes Zugpferd. Der DFB organisierte auf Profiebene eine Turnierserie, an deren Ende beim Masters der deutsche Hallenmeister ermittelt wurde. Und auch bei den Amateuren boomte das Indoorspektakel. Doch mittlerweile scheint es so, als hätte der Budenzauber seine Magie verloren. Die Hallenrastellis räumen das Feld für die Hallenmuffel.

Ganz deutlich wird diese Tendenz beim A-Ligisten Arminia Ochtrup. Lediglich beim Turnier in Burgsteinfurt (8./9. Januar) treten die Töpferstädter an. „Ich hatte zwar weitere Einladungen vorliegen, doch meine Jungs haben einfach keinen Bock darauf. Deshalb tue ich mir den Stress gar nicht erst an, mir die Spieler für weitere Turniere zusammenzusuchen“, erklärt Trainer Stefan Dinkhoff.

Dabei war er als Aktiver immer ein großer Freund davon, wenn es auf das Parkett ging. „Ich habe gerne in der Halle gespielt. Heute sehen die Kicker das anscheinend ein wenig anders. Im Vergleich zu früher ist mir aufgefallen, dass das sportliche Niveau deutlich zurückgegangen ist. Woran das genau liegt, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“

Sein Amtskollege von Vorwärts Wettringen, Clemens Gude , hat eine ähnliche Tendenz festgestellt und sich auf Ursachenforschung begeben: „Viel hängt meiner Meinung nach mit der kurzen Winterpause zusammen. Da schonen sich einige Spieler lieber, um in der Rückrunde wieder voll da zu sein. Insofern treten die Teams nicht immer mit ihren besten Leuten an. Aber da drehen wir uns mittlerweile im Kreis und sind wieder bei der Diskussion um den Rahmenterminplan angelangt.“

Gude gilt als Verfechter des Hallenfußballs. Neben dem eigenen LVM-Cup am 8. und 9. Januar werden die Wettringer beim Turnier in Wilmsberg (29./30. Dezember, 2. Januar) starten. Eventuell auch in Borghorst (22./23. und 26. Dezember). Eine Einladung liegt vor, aber Gude überlegt noch. „Der 26. Dezember ist vielleicht etwas unglücklich“, ahnt der Coach, dass seine Akteure lieber Stephanus steinigen würden.

Diese Ansetzung verdeutlicht, dass es für die ausrichtenden Vereine immer schwerer wird, freie Termine im Kalender zu finden. Dazu Gude: „Die Vereine haben die Einnahmen aus den Turnieren im Jahresbudget eingeplant und wollen darauf nicht verzichten. So kommt es zu einer Ballung von Wettbewerben. Das haben wir in diesem Jahr wieder zu spüren bekommen, denn zeitgleich zu unserem LVM-Cup finden auch Events in Burgsteinfurt und Rheine statt. Da ist es gar nicht so einfach, ein attraktives Teilnehmerfeld auf die Beine zu stellen.“

Der Wettringer Übungsleiter spricht sich daher für eine Verlängerung der Winterpause aus. „So würden wir diesen Überschneidungen aus dem Weg gehen. Jedes Wochenende im Januar könnte dann ein Turnier in einer anderen Stadt ausgetragen werden“, regt er an. Als durchaus interessant stuft Clemens Gude die Idee einer Hallenkreismeisterschaft ein: „Wenn die gut organisiert wird, und ein finanzieller Anreiz vorhanden ist, ist das sicherlich eine Sache, über die man nachdenken könnte. So was würde meiner Meinung nach sogar mehr Sinn machen als der Kreispokal auf dem Feld, der für viele Vereine ohnehin ein ungeliebtes Kind ist.“

Schmal fällt das Hallenprogramm bei Matellia Metelen, der SpVgg Langenhorst/Welbergen und Westfalia Bilk aus. Alle drei Teams geben ihre Visitenkarte lediglich beim Wettringer Turnier ab. „Über die Feiertage sollen sich meine Jungs ausruhen. Wenn wir dann sozusagen kalt in die Turniere einsteigen, ist mir das Verletzungsrisiko einfach zu groß. Deshalb belassen wir es bei einem Turnier“, argumentiert Matellias Spielertrainer Markus Pels. Sein Bilker Pendant Heinz Feitel hätte nichts dagegen, ganz auf Einsätze in der Halle zu verzichten, doch die nachbarschaftlichen Beziehungen zum FC Vorwärts würden es gebieten, beim LVM-Cup mitzumachen.

Die Sambas bleiben beim B-Ligisten FC SW Weiner über den Winter komplett im Schuhschrank. „In dieser Saison hatten wir schon häufig genug mit Personalproblemen zu kämpfen. Da kann ich es mir nicht noch leisten, dass sich einer meiner Spieler bei irgendeinem Hallenturnier verletzt“, setzt Trainer Rüdiger Kristler Prioritäten.

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