Ochtrup
„Sollten Kirche im Dorf lassen“

Donnerstag, 16.12.2010, 16:12 Uhr

Wettringen - Als eine ständige Berg- und Talfahrt beschreibt Clemens Gude , Trainer von Vorwärts Wet­tringens Bezirksliga-Fußballern, die bisherige Saison seines Teams. Im Interview mit der Sportredaktion des Tageblatts für den Kreis Steinfurt zieht der Übungsleiter ein Zwischenfazit und wirft einen Blick auf die zweite Saisonhälfte.

Herr Gude, Ihr Team belegt nach 14 Spielen mit 20 Punkten den achten Platz. Ist das für einen Landesliga-Absteiger nicht etwas zu wenig?

Clemens Gude: Wir sollten die Kirche mal lieber im Dorf lassen. Unser Saisonziel war nicht der direkte Wiederaufstieg, sondern ein Platz im gehobenen Mittelfeld. Es gilt dabei auch immer im Hinterkopf zu haben, dass wir von den überkreislich spielenden Teams aus Steinfurt die jüngste Mannschaft stellen. Da sind Rückschläge einkalkuliert.

Was hat Ihnen in der Hinrunde gut gefallen?

Gude: Dass wir uns fußballerisch verbessert haben. Wir operieren mittlerweile weniger mit langen Bällen und setzen mehr auf spielerische Elemente. Dafür sind die Jungs aber nicht ausreichend belohnt worden. Es hätten der eine oder andere Punkt mehr sein können.

Und was war nicht gut?

Gude: Das Positive bringt manchmal auch Negatives mit sich. Zum Beispiel im zentralen Mittelfeld. Da versuchen wir zu oft, die Dinge spielerisch zu lösen. Uns fehlt einfach jemand auf der Sechs, der auch mal dazwischenfliegt. Frederik Ehling hat das bei seinen Einsätzen ganz ordentlich gemacht. Mit Marcel Schröer haben wir eigentlich den idealen Mann für diese Position, aber aufgrund unserer gravierenden Verletzungssorgen und der zwischenzeitlichen Ausfälle von Philipp Rößmann, Alexander Witthake und Christian Zurich musste ich Marcel oft in die Verteidigung ziehen. Außerdem ist mir das Deckungsverhalten noch zu nachlässig. Das hat nichts mit der Jugend zu tun, sondern mit der Einstellung.

Welche Ziele verfolgen Sie für die verbleibenden 16 Spiele?

Gude: Die gleichen wie vor Saisonbeginn. Wir wollen möglichst viele Punkte holen und am Ende einen Platz zwischen fünf und acht belegen.

Für ganz nach oben wird es in dieser Spielzeit nicht mehr reichen, in den Abstiegskampf dürfte Ihr Team wahrscheinlich auch nicht mehr geraten. Ist das nicht die optimale Ausgangsposition, um die von Ihnen angestrebte Viererkette in der Rückrunde unter Pflichtspielbedingungen einzustudieren?

Gude: Nein. Wir haben die Viererkette weiter im Auge, aber in den vergangenen Wochen konnten wir aufgrund des Wetters nicht konzeptionell trainieren und daran arbeiten. Zudem steht uns David Ratering, der in diesem System eine wichtige Rolle einnehmen soll, nicht immer zur Verfügung, weil er gleichzeitig noch in der A-Jugend mitwirken soll. Deshalb kommt die Viererkette, wenn überhaupt, erst am Saisonende zum Einsatz.

Wer ist aus Ihrer Sicht der Spieler der Hinserie?

Gude: Ich nenne einfach mal Gerold Laschke. Er hat nach einer etwas schlechteren Vorsaison wieder zu seiner Form gefunden und einige überragende Spiele gemacht. Bei seinem Potenzial kann er sogar noch mehr. Gut gefallen haben mir auch unsere Youngster Marcel Schröer und David Ratering. Das gleiche gilt für Tobias Schmitz auf der Außenbahn, den wir aus der Reserve geholt haben.

Haben Sie ihren Vertrag beim FC Vorwärts eigentlich schon verlängert?

Gude: Die Gespräche mit dem Vorstand stehen noch aus. Traditionell finden die in Wettringen zwischen den Feiertagen oder Anfang des Jahres statt.

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