Interview mit Philipp Röhe vom SC Preußen Münster
Keine Zeit, nervös zu sein - Ochtruper sammelt erste Erfahrungen als Fußballprofi

Ochtrup -

Philipp Röhe steht seit Saisonbeginn offiziell im Kader des Fußball-Drittligisten Preußen Münster. Welche Erfahrungen der 19-jährige Ochtruper bislang bei den Profis gesammelt hat und welche Ziele er verfolgt, verriet Röhe im Interview mit Tageblatt-Mitarbeiter Jonas Katerkamp.

Dienstag, 23.07.2013, 20:07 Uhr

FC Vorwärts gegen SC Arminia: Der Wettringer Dennis Grote (l.) und der Ochtruper Philipp Röhe liefern sich während des Trainings der Preußen einen Zweikampf.
FC Vorwärts gegen SC Arminia: Der Wettringer Dennis Grote (l.) und der Ochtruper Philipp Röhe liefern sich während des Trainings der Preußen einen Zweikampf. Foto: Niemeyer

Der Ochtruper Philipp Röhe hat den Sprung in den Kader des Fußball-Drittligisten Preußen Münster geschafft. Jonas Katerkamp , Mitarbeiter in der Sportredaktion des Tageblatts, unterhielt sich mit dem 19-jährigen Rechtsverteidiger über dessen Ziele und erste Eindrücke bei den Profis.

Herr Röhe, Sie haben in diesem Sommer den Sprung von der U 19 in die erste Mannschaft der Preußen geschafft und sind in der Vorbereitung auch mehrfach zum Einsatz gekommen. Wie fühlt es sich an, wenn man plötzlich vor über 2000 Zuschauern spielt wie gegen den VfL Bochum oder Twente Enschede?

Philipp Röhe: Das ist für mich natürlich etwas Besonderes. Aber die Zuschauerzahlen blendet man während des Spiels größtenteils aus.

Spielt die Nervosität da eine große Rolle? Wie gehen Sie an solche Aufgaben heran?

Röhe: Bei den ersten Testspielen war ich schon noch etwas nervös. Das hat sich aber recht schnell gelegt. Dank der zahlreichen Trainingseinheiten lernt man, ruhiger an die Sache heranzugehen. Eine große Hilfe dabei sind mir die erfahrenen Spieler im Team, die einem immer wieder Tipps geben.

Sie sind jetzt ganz offiziell in den Profikader aufgerückt und haben Ihren Vertrag bis 2015 verlängert. Wie wurden Sie als Youngster von den Mitspielern und Trainer Pavel Dotchev aufgenommen?

Röhe: Es war ja nicht so, dass ich zu Beginn der Vorbereitung zur Mannschaft gestoßen bin, ohne jemanden zu kennen, wie es bei einem Spieler der Fall ist, der gerade von einem anderen Verein verpflichtet wurde. Mir wurde ja schon in der vergangenen Saison die Möglichkeit gegeben, ein bis zwei Mal in der Woche bei den Profis zu trainieren. Diese schrittweise Anbindung hat es mir – und ich denke auch der Mannschaft – leicht gemacht, mich zu integrieren.

Ihr ganzer Tagesablauf hat sich jetzt wahrscheinlich gründlich geändert. Wie sieht denn so ein typischer Trainingstag bei den Preußen aus?

Röhe: Das Training beginnt um 10 Uhr. Trainiert wird dann meist eineinhalb bis zwei Stunden. In der Vorbereitung findet an mehreren Tagen in der Woche nachmittags noch eine zweite Einheit statt. In der Saison wird nur an zwei Tagen in der Woche zwei Mal trainiert.

Pendeln Sie eigentlich immer von Ochtrup nach Münster oder haben Sie schon eine Zweitwohnung gefunden?

Röhe: Nein, eine Wohnung in Münster habe ich mir nicht gesucht. Es wird in Zukunft erstmal beim Pendeln bleiben.

Das bisherige „Problem“ mit dem Schulstress hat sich nach Ihrem bestandenen Abitur am Ochtruper Gymnasium ja quasi von selbst gelöst. Wie sind die Prüfungen denn für Sie gelaufen?

Röhe: Da bin ich leider etwas unter dem geblieben, was ich zuvor leisten konnte. Insgesamt kann ich mit meinem Abitur aber sehr zufrieden sein.

Zurück zum Fußball. Wie verlief die Vorbereitung aus Ihrer Sicht?

Röhe: Ich konnte mich immer weiter steigern. Sowohl im Training als auch in den Testspielen. Gegen Bochum und Enschede hatte ich zwar nur Kurzeinsätze, aber es waren gute Aktionen dabei. Ich werde weiter an mir arbeiten und denke, dass ich auf einem guten Weg bin.

Was hat Ihnen Trainer Pavel Dotchev bis jetzt schon alles auf den Weg geben können?

Röhe: Da gibt es einiges. Meistens sind es Dinge, die mit dem Spieltempo der Mannschaft zu tun haben. Beispielsweise noch schneller auf die Seite zu verschieben, auf der sich der Ball befindet.

Beim 3:0-Sieg zum Auftakt gegen Burghausen haben Sie keine Einsatzzeit bekommen. Wo sehen Sie sich im Kader? Rechnen Sie sich konkrete Chancen auf einen Stammplatz aus?

Röhe: Es wäre vermessen, einen Stammplatz zu fordern. Ich denke, der Kader ist ohnehin so gut besetzt, dass auch mal rotiert werden kann und es vergleichsweise wenige Stammplätze gibt. Natürlich arbeite ich auf einen Einsatz in der ersten Mannschaft hin und versuche, mich im Training zu empfehlen. Zunächst werde ich wohl überwiegend Erfahrungen in der U 23 sammeln, die in der Westfalenliga spielt.

Sie hatten im vergangenen Sommer auch mal mit dem Gedanken gespielt, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Das muss wahrscheinlich jetzt warten, oder?

Röhe: Das war eine von drei Alternativen nach dem Ende meiner Zeit auf dem Gymnasium. Die beiden anderen waren der Einstieg in den Profifußball oder ein Studium. Natürlich war der Profifußball mein Wunsch. Da das Freiwillige Soziale Jahr eher zum Überbrücken und Orientieren gedacht war, werde ich es wohl nicht mehr absolvieren.

Und wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft ganz allgemein aus?

Röhe: Durch eine schwere Verletzung oder andere Umstände kann es sehr schnell nicht mehr möglich sein, Fußball professionell zu betreiben. Daher ist es immer wichtig, ein „zweites Standbein“ neben dem Beruf als Fußballer zu haben. Deshalb werde ich mich spätestens im nächsten Jahr für ein Studium an der Uni einschreiben. In welche Richtung es da gehen wird, kann ich jetzt aber noch nicht sagen.

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