Fußball: Niederländische Ehrendivision
Twente Enschede verliert Derby gegen Heracles Almelo

Enschede -

Jetzt hat es den FC Twente Enschede erwischt: Ausgerechnet im Derby gegen Heracles Almelo kassierten die „Tukkers“ ihre erste Saisonniederlage. An der hatte auch der Schiedsrichter seinen Anteil.

Montag, 23.09.2019, 12:26 Uhr
Frank Wormuth war bestens zufrieden.
Frank Wormuth war bestens zufrieden. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Twente-Fans auf der Tribüne feierten, die Heracles-Spieler stellten sich mit hängenden Köpfen zum Anstoß auf. Gerade hatte Javier Espinosa in der 29. Minute des Derbys in der niederländischen Fußball-Ehrendivision zwischen dem FC Twente aus Enschede und Heracles Almelo für das 2:0 gesorgt, als kurz vor dem Wiederanpfiff der Schiedsrichter eingriff. Auf Weisung des Videoreferees schaute er sich das Tor noch einmal an. Und nach der x-ten Betrachtung der Szene in Superzeitlupe kam er drei Minuten später zu dem Schluss, dass die Kugel den Arm von Espinosa vor dem Tor minimal berührt hat und er den Treffer deshalb annullieren müsse. Es war der „Was-wäre-wenn-Moment“ des Derbys, das am Ende Heracles mit 3:2 (2:1) für sich entschied – und die meistdiskutierte Entscheidung des Abends.

„Wir haben Glück gehabt“, fasste Heracles-Trainer Frank Wormuth den Verlauf der Begegnung aus Sicht der Gäste zusammen. Die Almeloer hätten sich auch nicht beschweren dürfen, wenn für ein ähnliches Handspiel von Tim Breukers noch vor der Pause ein Strafstoß für Twente gegeben worden wäre. „Für mich ist das ein Elfmeter“, ärgerte sich Enschedes Coach Gonzalo Garcia. Statt 2:0 stand es beim Seitenwechsel aber 1:2 aus Twente-Sicht und damit waren die Weichen für den ersten Heracles-Derbysieg beim großen Rivalen seit 2012 gestellt.

Im ersten Durchgang hatten beide Mannschaften in Phasen getroffen, in denen es für sie eigentlich nicht gut lief. Die Anfangsminuten gehörten Heracles, das Twente im Spielaufbau stark unter Druck setzte, aber das Tor machten die Hausherren, für die Aitor nach einem Traumpass von Javier Espinosa frei vor dem gegnerischen Kasten auftauchte und überlegte zum 1:0 einschoss (5.). Nach einer Viertelstunde übernahmen die Gastgeber aber das Kommando – und nach den diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidungen schlug Heracles kurz vor der Pause auf einmal zu: Cyriel Dessers kam ähnlich frei wie zuvor Aitor vor das gegnerische Tor und glich zum 1:1 aus (41.). Mit einem tollen Linksschuss brachte Mauro Junior Heracles sogar noch vor dem Seitenwechsel in Führung (45.+2). Beide Torschützen feierten ihre Treffer ausgelassen vor der Twente-Tribüne – und wurden mit vielen Bierbechern von den wütenden Anhängern beworfen.

Die Heim-Fans bekamen auch in der zweiten Hälfte nicht viel bessere Laune. Twente bemühte sich nach Kräften, aber das Team spielte sich gegen ein intensiv kämpfendes Heracles kaum Chancen heraus. „Technik und Taktik sind Teile des Spiels, aber Kämpfen gehört auch dazu“, meinte Almelo-Trainer Wormuth zufrieden. Sein Team erhöhte mit einem Kopfball des 1,71 Meter kleinen Mauro Junior auf 3:1 (79.), Twentes 2:3 durch den eingewechselten Emil Berggreen kam zu spät (90.+1).

Die Enscheder kassierten damit ihre erste Saisonniederlage – und vergaben die Chance, Tabellenführer in der Ehrendivision zu werden. Denn mit einem Sieg hätten sie wegen des Unentschiedens im Top-Duell zwischen PSV und Ajax auf den ersten Platz des Klassements klettern können. Es war nicht das Einzige, worüber sich Spieler, Verantwortliche und Fans der Enscheder nach dem Derby geärgert haben.

FC Twente: Drommel – Pleguezuelo, Bijen, Schenk, Verdonk (80. Aburjania) – Selahi (68. Berggreen), Busquets, Espinosa – Aitor, Vuckic, Zekhnini.

Heracles Almelo: Blaswich – Breukers, Pröpper, Knoester, Czyborra – Kiomourtzoglou, Mauro Junior (90. Bakboord), Merkel – van der Water (85. van den Buijs), Dessers, Konings (56. dos Santos).

Tore: 1:0 Aitor (5.), 1:1 Dessers (41.), 1:2, 1:3 Mauro Junior (45.+2, 79.), 2:3 Berggreen (90.+1).

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