Fußball: Schiedsrichter
Lohmann beklagt „Unkenntnis über manche Regel“

Kreis Steinfurt -

Bei einem Kreisliga-Spiel in Hessen wurde ein Schiedsrichter bewusstlos geschlagen. Im heimischen Fußballkreis gab es derartige Vorkommnisse bislang nicht. Gleichwohl beklagt Max Mendrina, Lehrwart bei der Schiedsrichtervereinigung des Kreises Steinfurt, Regel-Unkenntnisse bei Spielern, Zuschauern und Offiziellen.

Mittwoch, 06.11.2019, 16:48 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 16:53 Uhr
Max Mendrina, Lehrwart bei der Schiedsrichtervereinigung des Kreises Steinfurt, und Schiedsrichter Jan Lohmann (Preußen Borghorst).
Max Mendrina, Lehrwart bei der Schiedsrichtervereinigung des Kreises Steinfurt, und Schiedsrichter Jan Lohmann (Preußen Borghorst). Foto: Thomas Strack

Bei einem Kreisliga-Spiel zwischen der FSV Münster und dem TV Semd hat ein Fußballspieler den Schiedsrichter bewusstlos geschlagen.

Der Unparteiische hatte dem Spieler während der Partie im hessischen Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg die Gelb-Rote Karte gezeigt, daraufhin habe der 28-jährige Spieler des FSV Münster den 22 Jahre alten Schiedsrichter niedergeschlagen. „Solche heftigen Fälle sind bei uns im Fußballkreis zum Glück noch nicht vorgekommen, was wir aber verstärkt beobachten ist, dass bei Spielern, Zuschauern und Offiziellen Unkenntnis über so manche Regel besteht und sich dann zu Unrecht aufgeregt wird“, sagt Max Mendrina , Lehrwart bei der Schiedsrichtervereinigung des Kreises Steinfurt.

Der 28-Jährige geht auf drei Beispiele ein:

Wann gibt es persönliche Strafen bei Handspielen?

Mendrina schildert einen Fall: „Da wundert sich ein Trainer, dass seine Spielerin die Rote Karte vom Schiedsrichter erhält, weil sie mit der Hand ein Tor verhindert.“ Dabei liegt der Fall laut dem Lehrwart auf der Hand: Wenn man ein Handspiel zur Torverhinderung einsetzt und der Ball nicht reingeht, ist das zwingend mit Rot und einem Strafstoß, wenn das Vergehen im Strafraum war, zu bestrafen.

In vier anderen Fällen muss der Unparteiische nach einem Handspiel die Gelbe Karte ziehen: Wenn ein Handspiel einen Angriff unterbindet, gleichzusetzen mit einem taktischen Foul. Wenn man versucht, mit der Hand ein Tor zu erzielen, Stichwort „Maradonna und die Hand Gottes“. Drittens: Wenn ein Spieler erfolglos versucht, mit der Hand ein Tor zu verhindern und der Ball dann trotzdem ins Tor geht. Und als vierten Punkt führt Mendrina an: „Wenn ein Torschuss mit einem strafbaren Handspiel geblockt wird.“

Wann gibt es bei einer Notbremse Rot und wann Gelb?

Mendrina spricht einen Fall aus dem vergangenen Jahr in der Bezirksliga an. Das Spiel hat er selbst gepfiffen. „Ich gebe in der ersten Halbzeit einen Strafstoß, ohne eine persönliche Strafe auszusprechen. Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit kommt es außerhalb des Strafraums zu einem eigentlich noch harmloseren Foulspiel als das, was im ersten Durchgang zum Elfmeter geführt hat. Da haben sich alle gewundert, warum ich Rot gezogen habe“, schildert Mendrina und schiebt die Begründung nach: „Es wurde außerhalb des Strafraums mit einer Notbremse eine klare Torchance verhindert, das ist immer Rot.“

Bei der Beurteilung, ob es eine klare Torchance ist, sei die Distanz des Vergehens zum Tor ein Kriterium. Zudem müsse die allgemeine Spielrichtung berücksichtigt werden, steht der Spieler mit dem Rücken zum Tor oder steuert er schon auf den Kasten zu. Zudem sei die Position und die Anzahl der Verteidiger noch mit zu werten und die Wahrscheinlichkeit, in Ballbesitz zu bleiben oder zu kommen.

Für den Strafraum ist bei einem Foul und dem anschließenden Strafmaß zu berücksichtigen, ob das Vergehen ball- oder mannorientiert war. „Ist es bei einer klaren Torchance ballorientiert, zeige ich nur Gelb“, erläutert Mendrina. „Eine klare Torchance liegt vor, wenn ich unter Berücksichtigung der genannten Kriterien unmittelbar mit den nächsten Ballkontakten zum Abschluss kommen kann“, sagt Mendrina. Bei einem mannorientierten Vergehen ist die Rote Karte dann zwingend.

Was ist, wenn ein Spieler bei der Auswechselung nicht den direkten Weg vom Spielfeld wählt?

Die neue Auslegung der Regel wurde den Schiedsrichtern in der letzten Woche mitgeteilt. „Sollte der auszuwechselnde Spieler nicht den kürzesten Weg vom Feld nehmen, und der Schiedsrichter macht ihn darauf aufmerksam, den kürzesten Weg zu nehmen und er missachtet das, dann wird der Spieler verwarnt“, schildert Mendrina, der hofft, mit den Beispielen etwas zu mehr „Regelsicherheit“ auf dem Platz beizutragen.

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