Weltmeisterin bewirbt sich um den Sportoscar
Monika Regineri feiert weltmeisterliches Comeback

Ochtrup -

Am 14. März (Samstag) wird verkündet, wer Ochtrups Sportlerinn des Jahres ist. Gewählt werden kann auch eine Weltmeisterin: Monika Regineri von der SpVgg Langenhorst/Welbergen. Die 71-Jährige gewann bei der Badminton-WM der Senioren Gold im Mixed. Dabei hatte sie sich acht Wochen vorher das Schlüsselbein gebrochen.

Freitag, 07.02.2020, 13:02 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 13:29 Uhr
Kattowitz war eine Reise wert: Monika Regineri kam mit Gold im Mixed und Bronze im Doppel von der WM zurück.
Kattowitz war eine Reise wert: Monika Regineri kam mit Gold im Mixed und Bronze im Doppel von der WM zurück. Foto: Marc Brenzel

Die Liste der Athleten und Mannschaften, die für die Ochtruper Sportlerwahl vorgeschlagen worden sind, ist lang und erlesen. Darunter befindet sich sogar eine Weltmeisterin: Monika Regineri. Die 71-jährige Badmintonspielerin von der SpVgg Langenhorst/Welbergen gewann 2019 bei der WM im polnischen Kattowitz Gold im Mixed und Bronze im Damendoppel.

Noch spannender als das Finale, in dem Regineri an der Seite von Hans-Joachim Pothmann das japanische Duo Hirosha Toshijima/Yuriko Okemoto besiegte, liest sich die Vorgeschichte. Am Pfingstmontag – acht Wochen Wochen vor den Titelkämpfen – stürzte Regineri bei einem Fahrradunfall schwer. „Eine Fliege klebte auf meiner Brille. Das wollte ich während der Fahrt ändern – keine gute Idee“, erinnert sich die Gronauerin. Die Konsequenzen: ein unsanftes Ende der Tour und der Bruch der linken Schulter. „Monika hatte Glück im Unglück“, erinnert sich ihr Mann und Trainer Heinz. „Es war nicht die Schulter der Schlaghand. Zudem handelte es sich nur um einen glatten Bruch.“ Trotzdem: Der behandelnde Mediziner war mehr als skeptisch. „Als ich ihn gefragt hatte, wie es denn mit Badminton und der WM-Teilnahme aussehen würde, hat der mich erstmal fragend angeguckt“, weiß Monika Regineri noch ganz genau.

Diese Diagnose wollte die Badmintonspielerin aber so nicht stehen lassen und holte sich eine zweite medizinische Meinung ein. „Der Arzt hatte nichts dagegen, dass ich meinen Sport wieder aufnehme, riet mir aber, nicht über die Schmerzgrenze zu gehen“, so die mehrfache deutsche Meisterin.

Gesagt, getan: Dreieinhalb Wochen vor den Titelkämpfen in Polen stand die spätere Weltmeisterin wieder in der Halle. Das erste Training, dreht Regineri das Rad der Zeit zurück, sei eine Katastrophe gewesen. Nichts hätte so funktioniert, wie es hätte sein sollen. In dieser Notlage war Verlass auf ihre Mitspieler von der SpVgg. Sie standen als Trainingspartner zur Verfügung. Und siehe da – die Fitness wurde besser, und auch die Drops und Clears gewannen an Härte und Präzision. „Ohne diese Unterstützung wäre es nicht gegangen. Diesen Weg hätte ich alleine nicht gehen können“, betont Regineri. Trotzdem hielt sie im Vorfeld des Turniers die Bälle flach und schraubte ihre Erwartungen auf ein Minimum herunter: „Überhaupt dabei sein zu dürfen, war für mich schon alles.“

Ihren Partnern Hans-Joachim Pothmann (Mixed) und Renate Knötzsch (Doppel) verschwieg sie die erst frisch ausgeheilte Verletzung und den Trainingsrückstand. Sie wollte, dass beide unvoreingenommen in das Turnier gehen. Ein kleiner Psychotrick, der sich am Ende in Edelmetall bezahlt machen sollte.

Bei der SpVgg Langenhorst/Welbergen spielt Regineri immer noch in der ersten Mannschaft in der Bezirksliga. „Eigentlich wollte ich ja aufhören, aber der Mannschaft fehlen die Damen“, verweist Regineri auf die Besonderheit im Badminton-Spielbetrieb, der gemischte Teams vorschreibt. „So kommt es, dass die 71-Jährige in der Meisterschaft auf Gegnerinnen trifft, die vom Alter her ihre Ekelinnen sein könnten. „Moni wird ganz gerne unterschätzt. Das ist einer der Gründe, warum sie bei uns immer noch erfolgreich für uns ist“, lobt Mitspieler Christian Röttgers seine „Weltmeisterin“.

  • Die Ochtruper können bis zum 5. März (Donnerstag) per Stimmzettel oder bis zum 15. Februar (Sonntag) online unter wn.de/sportlerwahlochtrup für ihre Favoriten votieren. Unter allen Teilnehmern werden sechs Warengutscheine von Karstadt.Sports verlost.
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