Ochtruper Sportgala: Timo Scheipers
Ochtrups Mister Tischtennis

Ochtrup -

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat niemand den Tischtennissport in Ochtrup so geprägt wie Timo Scheipers. Dabei ist der Vorsitzende der TT-Abteilung des SC Arminia Ochtrup gerade einmal 35 Jahre alt. Aber was der Grundschullehrer schon alles auf die Beine gestellt hat, das kann sich sehen lassen. Trotz seiner 16 Jahre im Vorstand ist der Familienvater immer noch heiß auf neue Aufgaben.

Donnerstag, 13.02.2020, 13:26 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 15:22 Uhr
Timo Scheipers ist
Timo Scheipers ist Foto: Thomas Strack

Timo Scheipers ist das Gesicht der Tischtennisabteilung von Arminia Och­trup. Er ist Trainer, Spieler, Vorsitzender, Manager, Spielerbeobachter, Turnierorganisator, Mentor und Ansprechpartner in allen Lebenslagen. Eigentlich müsste Scheipers für acht Oscars nominiert sein, doch für den 35-Jährigen kann im Vorfeld der Sportgala lediglich in einer Kategorie abgestimmt werden. Die da wäre: „Trainer, Betreuer, Ehrenamtler.“

Für den Familienvater spielt es keine Rolle, für wie viele Oscars er vorgeschlagen wurde und ob er dann vielleicht einen gewinnt. „Seit Jahren habe ich mich immer ein bisschen dagegen gewehrt, auf diese Liste zu kommen. Ich brauche diesen Fame für mich eigentlich nicht, freue mich aber auf einen bunten und netten Abend in der Stadthalle“, betont der in Hamm unterrichtende Grundschullehrer (Deutsch, Sachkunde, Sport, Deutsch als Fremdsprache).

Das gibt bestens wieder, wofür der Ochtruper steht - nämlich für ein Team aus vielen, das viel bewegen kann und schon bewegt hat. Zwei Mal holten die Arminen die Ausrichtung der Westdeutschen Meisterschaft nach Ochtrup, und auch schon der Deutsche Tischtennisbund hatte die Töpferstadt als Austragungsort eines seiner ganz besonderen Wettbewerbs auserkoren: Dem Top-48-Turnier der Schüler. „Das war für mich die bisher vielleicht größte Geschichte. Da hatten wir im Vorfeld viel Druck, denn der DTTB guckt immer ganz penibel hin. Seitdem wissen wir, wie solche Großveranstaltungen zu organisieren sind“, ist der Fußballfan stolz auf die Abteilung.

Deren Fortleben stand laut Scheipers einst „auf der Kippe“. Spieler und Trainer seien weggebrochen, die Zukunft sah zeitweise schwarz aus. Der damals 16-Jährige entschied sich zum Gegenangriff und ging zur Initiative über. „Ich habe mich in den Vorstand wählen lassen und mich als Trainer weitergebildet. Wenn man so will, habe ich mir meine eigenen Spielpartner rangezogen“, erinnert sich Scheipers.

Viele von denen, die Scheipers einst als Schüler oder Jugendliche coachte, sind mittlerweile selbst feste Größen im Herrenbereich -- egal, ob als Spieler oder als Übungsleiter. „Das freut mich ungemein, dass aus denen so tolle junge Leute geworden sind. Wir hatten immer ein enges Verhältnis. Wenn die Jungs mal Mist gebaut hatten, kamen sie zu mir. Ich war so etwas wie der Ansprechpartner“, berichtet Scheipers.

Aber das Engagement hatte auch seine Schattenseiten. „Ich kann einfach schwer nein sagen und hatte immer viele Ideen, die ich umsetzen wollte“, fand sich Scheipers neben seinem Ehrenamt in Ochtrup auch als Bezirksjugendwart, Kreisherrenwart und in Funktionen im Verband wieder. „Dazu das Training, die Spiele, die Turniere – damals stand ich pro Woche 50, 60 Stunden für das Tischtennis auf der Matte. Das war fast schon ein bisschen gesundheitsschädigend“, weiß Scheipers, der die Ochtruper Tischtennisabteilung gerne als „sein zweites Baby“ bezeichnet.

Mittlerweile hat er das Pensum auf ein für ihn passendes Maß heruntergeschraubt. Frau und Tochter stehen im Mittelpunkt. Nicht zu vergessen Mutter Renate als gute Seele der Abteilung. Als Aktiver steht der Linkshänder vorwiegend in der Verbandsliga an den Tischen, rückt bei Bedarf auch mal in die NRW-Liga-Formation auf.

„Natürlich hinterfrage ich mich und meine Arbeit als Abteilungsleiter manchmal, aber es sieht nicht so aus, als dass ich demnächst aufhören sollte. Dafür bin ich einfach noch zu heiß. Gerade der bevorstehende Aufstieg unserer Ersten in die Oberliga und was danach kommt, machen die Sache echt spannend. Wahrscheinlich höre ich erst auf, wenn ich in 50 Jahren vielleicht mal den Ehrenoscar bekommen sollte.“

  • Die Ochtruper können bis zum 5. März (Donnerstag) per Stimmzettel oder bis zum 15. Februar (Samstag) online unter wn.de/sportlerwahlochtrup für ihre Favoriten votieren. Unter allen Teilnehmern werden sechs Warengutscheine von Karstadt.Sports verlost.
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