Golfclubs, Tennisvereine und Fitness-Center wieder geöffnet
Verhaltener Andrang

steinfurt -

Es tut sich wieder was in den Fitness-Center und auf den Plätzen der Tennisspieler und Golfer. Doch von Andrang nach acht Wochen Pause ohne Schläger und Ball kann nicht die Rede sein.

Dienstag, 12.05.2020, 16:44 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 13:33 Uhr
Seit Montag kann
Seit Montag kann Foto: Günter Saborowski

Bei den Elitekickern der Bundesliga soll ab dem kommenden Wochenende der Ball wieder über den Rasen rollen, Tennisspieler, Golfer und Menschen, die sich anderweitig fit halten wollen, dürfen dies schon seit dem vergangenen Donnerstag tun. „Nicht ganz“, schränkt Tobias Breetzke vom Fitness-Studio Elan in Borghorst ein. Zwar sei die Erlaubnis zur Öffnung bereits am vergangenen Donnerstag öffentlich gemacht worden, aber es lag noch keine Verordnung vor, unter welchen Auflagen dies möglich sein sollte. „Die haben wir am Samstag von der Stadt Steinfurt bekommen und haben nun seit Montag wieder geöffnet“, sagt der Geschäftsführer des Elan.

Seit dem vorigen Donnerstag spüren auch die Tennisspieler ihre geliebte rote Asche wieder unter den Sohlen. In Burgsteinfurt, beim TC Grün-Weiß, so Henriette Verdonk , habe es einen richtigen Ansturm gegeben. „Wir haben gestern in einer Telefonkonferenz des Vorstands sogar besprochen, ob Doppelspiele wieder zugelassen werden können. Bis jetzt sind nämlich nur Einzel erlaubt, und die auch jeweils nur für eine Stunde“, erläutert die stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Verdonk und Petra Jansen sind die Corona-Beauftragten des Clubs und achten auf die Einhaltung der Vorschriften auf den sechs Außenplätzen. „Die Gastronomie, der Wartebereich, die Umkleiden und Duschen sind natürlich geschlossen. Nur die Toiletten sind geöffnet“, sagt Verdonk. „Wir achten schon sehr genau darauf, dass die Verordnung eingehalten wird. Es hilft uns ja nicht, wenn das Ordnungsamt nächste Woche kommt und den Laden wieder dicht macht“, will man beim Tennisclub dauerhaft seinem Sport wieder nachgehen können. Ab Donnerstag soll beim TC auch das Jugendtraining wieder beginnen. „Natürlich auch nur in Kleingruppen mit maximal vier Spielern, eventuell sogar auf drei Plätzen“, sagt Verdonk.

Sorge bereitet der stellvertretenden Vorsitzenden der Ablauf der Mannschaftsspiele, die bis auf den 8. Juni verschoben wurden. Elf Teams gibt es bei den Burgsteinfurtern, die in unterschiedlichen Ligen an den Start gehen. Da bereitet schon die Anfahrt zu Auswärtsspielen ein Problem. „Es ist kompliziert. Normalerweise haben wir im Mai und Juni unsere Spiele ja schon absolviert“, ist nun laut Verdonk Geduld gefragt, wie sich das mit dem Tennis als Mannschaftssport entwickeln wird.

Auch bei der Tennisabteilung des TuS Altenberge war die Nachfrage nach Platzzeiten am Donnerstag überschaubar, wie Abteilungsleiter Dirk Schwichtenhövel einräumt. „Wir haben am Freitag erst die Netze hochgezogen, daher waren am Donnerstag noch alle Plätze frei. Vorher musste natürlich noch ein bisschen was organisiert werden“, so Schwichtenhövel, denn es mussten „einige Räume“ abgeschlossen werden. Die üblichen halt: Duschen, Umkleiden, Clubhaus. Außerdem musste für ausreichend Seife und Papierhandtücher gesorgt werden. „Es war eine Menge Arbeit, aber wir können endlich wieder Sport treiben“, freuen sich Abteilungsleiter und Spieler darüber, dass die Bälle wieder fliegen.

Im Sport- und Saunazen­trum Elan hat es am Montag, keinen großen Ansturm gegeben. „Es waren circa 180 Besucher, verteilt über den ganzen Tag. Das sind knapp 40 Prozent der normalen Besucherzahl“, so Breetzke, der sich ebenfalls an zahlreiche Hygieneauflagen halten muss. Der Saunabereich und die Duschen mussten geschlossen werden. Indoor-Cycling ist nicht mehr möglich, die Sitzlounge im Eingangsbereich wurde abgebaut, überall stehen Warnschilder, die auf Abstand und Desinfektion hinweisen, und es gibt keine Getränke mehr. „Von den Geräten ist nur noch jedes zweite benutzbar. Einige haben wir sogar in den Saunabereich ausgelagert“, erklärt der Geschäftsführer des Elan.

Zurückhaltend waren auch die Besucherzahlen im Vital-Fit in Ochtrup. „Wir sind ein Premiumclub und haben nicht so viele Mitglieder. Die waren am Montag eher zögerlich“, erklärt Geschäftsführer Erik Bodon. Die Arbeit im Vorfeld mit der Umsetzung der Hygienevorschriften sei immens gewesen: „Nachdem die Landesregierung die Öffnung am Donnerstag verkündet hatte, haben wir die genauen Vorschriften erst am Sonntag bekommen. Und wir mussten danach suchen, die sind uns nicht zugeschickt worden“, war Bodon ein wenig verärgert über den Informationsfluss aus Düsseldorf.

Beim Golfclub Münsterland in Burgsteinfurt konnten sich ab vergangenen Donnerstag zwei Spieler auf dem Platz tummeln. Seit gestern sind sogar wieder Vierer-Flights, also vier Spieler, auf der Neun-Loch-Anlage erlaubt. „Allerdings auch nur mit Abstand“, wie Wolfgang Huge Sive Huwe, der Präsident des Golfclubs, betont. „Aber das ist beim Golf ja kein Problem. Die Bälle fliegen ja nie nur in eine Richtung. Staus gibt es bei uns nicht. Die Leute kommen, spielen ihre neun Löcher, steigen in ihr Auto und fahren wieder weg“, sagt der Präsident. Voraussetzung für eine Runde auf dem Platz ist eine telefonische Anmeldung. „Die erfolgt über PC Caddie. Da ist am Donnerstag der Server abgestürzt, so groß war der Andrang“, konnte die deutschlandweite Adresse die Anfragen kaum ertragen.

In Steinfurt war die Anlage zurzeit nur den eigenen Vereinsmitgliedern vorbehalten und mit 120 Spielern gut ausgebucht. „Kein Wunder, wir konnten ja auch acht Wochen nicht mehr spielen“, so Huge Sive Huwe. In Turnierform werde dies auch längere Zeit nicht möglich sein, denn diese seien allesamt gestrichen worden. Training mit dem Pro Armando Furtado könne stattfinden, aber ebenfalls nur mit Abstand und in Kleingruppen. Duschen und Umziehen am Gelände in Burgsteinfurt sei jedoch nicht möglich. Es seien lediglich die Toiletten und der gastronomische Bereich geöffnet.

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