Abbruch des B-Liga-Spiels zwischen SG Elte und Emsdetten 05 II beschäftigt Vereine und Funktionäre
Zwei Mal Rot und ein blaues Auge

Rheine/Emsdetten/steinfurt -

Am Sonntag kam es in der Kreisliga B1 zu einem Zwischenfall, der zum Abbruch des Spiels führte. Jetzt äußern sich die beteiligten Trainer.

Dienstag, 13.10.2020, 14:53 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 11:33 Uhr
Björn Middelhoven, Trainer der SG Elte.
Björn Middelhoven, Trainer der SG Elte.

Das Spitzenspiel in der Kreisliga B 1 zwischen der SG Elte und der Zweitvertretung von Emsdetten 05 war bis zur 78. Minute ein normales Fußballspiel. „Es war ein heißes Spiel, es gab Wortgefechte, die Zweikämpfe wurden intensive geführt, aber nix Überhartes“, schildert Eltes Trainer Björn Middelhoven seine Eindrücke. Dann brach Schiedsrichter Frank Bien (Fortuna Emsdetten) die Begegnung ab.

Auch einen Tag nach den Ereignissen vom Sonntagnachmittag ist Eltes Trainer Middelhoven noch mitgenommen: „Mir fehlen echt die Worte, und es ist mir total unangenehm, darüber zu sprechen. Gewalt auf dem Fußballplatz, da bin ich raus“, sagt der Elte-Coach.

In der 78. Minute eskalierte die Situation aber. Eltes Markus Warkentin foulte seinen Gegenspieler Umut Telli . Was danach geschah, darüber gehen die Meinungen der Beteiligten auseinander. „Telli beugt sich über Markus und schlägt ihm mehrfach ins Gesicht“, schildert Middelhoven seine Sicht der Dinge.

Bei der darauf folgenden Rudelbildung seien auch Zuschauer auf den Platz gelaufen und haben Elter Spieler attackiert, berichtet Middelhoven weiter. Schiedsrichter Frank Bien stellte den Emsdettener Telli und Eltes Zeyno Iflazoglu, der vor Jahren auch das Trikot des SV Burgsteinfurt getragen hat, daraufhin mit glatt „Rot“ vom Platz und brach die Partie ab.

„Es war nicht notwendig, das Spiel abzubrechen“, sagte 05-Trainer Marc Stellmacher hinterher. Seine Mannschaft lag bis dato durch Tore von Jannis Lösche (24.) und Tobias Böckmann (32.) mit2:0 in Führung. „Wenn die Zuschauer nicht auf den Platz gelaufen wären, hätte man das mit den Roten Karten regeln können. Da gehe ich mit dem Emsdettener Kollegen konform. Aber ab dem Zeitpunkt, wo Zuschauer den Platz betreten haben, war der Abbruch aus meiner Sicht alternativlos“, teilt Middelhoven nur bedingt die Ansicht seines Emsdettener Kollegen.

Auch B-Liga-Staffelleiter Jörg Brandhorst (SC Altenrheine) bereitete die Partie am Sonntagabend noch Arbeit. „Im Spielbericht steht, dass aufgrund von Gewalttaten von Spielern, Vereinsoffiziellen und Zuschauern das Spiel abgebrochen wurde. Ich habe den Spiel- und Sonderbericht dann noch am Sonntagabend zum Kreissportgericht Steinfurt (KSG) weitergeleitet“, berichtet Brandhorst.

Er selbst könne nur ein Strafmaß von vier Wochen verhängen, „aber wenn der Fußballplatz zum Boxring wird, da rechne ich aufgrund der Schwere der Vergehen mit einer längeren Sperre für die Beteiligten und habe den Vorgang deswegen weitergeleitet“, sagt Brandhorst. Das Kreissportgericht müsse jetzt innerhalb von zwei Wochen tagen, die beiden Rot-Sünder werden bis dahin für zwei Spiele gesperrt.

Egal wie das Urteil des KSG ausfallen wird, für Middelhoven hat der Fußball Sonntag verloren. „Auch wenn wir die drei Punkte am grünen Tisch zugesprochen bekommen sollten, darüber freuen kann ich mich ganz bestimmt nicht. Emsdetten hat 2:0 geführt und hätte das Spiel verdient gewonnen. Dass es dann so endet, ist für alle Beteiligten schlimm“, sagt Middelhoven, der „bis auf den Spieler, der geschlagen hat“, die Emsdettener Mannschaft von seiner Kritik ausklammert.

Die 05-Vorsitzende Susanne Lammerskitten betont, „dass wir vereinsintern die Angelegenheit regeln werden“. Am gestrigen traf sich der Vorstand turnusgemäß, dabei kam auch der Spielabbruch zur Sprache. „Und wenn Zuschauer aufs Feld laufen, dann wäre – meiner Meinung nach – die SG Elte gefragt gewesen. Der Verein muss Ordnungskräfte vorhalten“, erklärt die 05-Chefin.

Sie will „den Sonderbericht“ des Referees abwarten. Danach wird es Gespräche mit der Mannschaft und dem gesperrten Spieler Umut Telli geben. „Ich möchte betonen, dass unser Team in der Vorsaison das zweitfairste der Liga gewesen ist“, warnt Susanne Lammerskitten davor, die 05-Reserve wegen dieses Vorfalls in schlechtes Licht zu rücken.

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