Basketball/Handball: Corona-Zahlen gefährden Spielbetrieb der Hallensportarten
Korbjäger verschieben Start

Ochtrup -

Unterhalb der 2. Regionalliga wird es vorerst keinen Basketball-Spielbetrieb geben. Der Verband hat sich dazu entschlossen, den Saisonstart auf Januar zu verschieben. Ein anderer großer Verband bleibt hingegen seiner Linie treu und lässt den Spielbetrieb weiterlaufen.

Freitag, 23.10.2020, 09:38 Uhr
Nadine Gaupel (3.v.l.) hat mit der Entscheidung des Verbandes gerechnet.
Nadine Gaupel (3.v.l.) hat mit der Entscheidung des Verbandes gerechnet. Foto: Thomas Strack

Der Westdeutsche Basketballverband ( WBV ) hat den für Ende Oktober geplanten Saisonstart verschoben. Vor dem Hintergrund der steigenden Corona-Infektionszahlen in Nordrhein-Westfalen und auch aus „unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung heraus“ habe das Präsidium des Verbandes so entschieden, begründete WBV-Präsident Uwe Plonka. Angedacht ist stattdessen ein Start in allen Ligen unterhalb der 2. Regionalliga und im Nachwuchsbereich im Januar – vorausgesetzt, die Corona-Zahlen lassen das zu.

„Wir stehen vollkommen hinter dieser Entscheidung. Alles andere hätte doch keinen Sinn gemacht“, positioniert sich Jens Leusder, Basketball-Abteilungsleiter beim SC Arminia Ochtrup. „Ob es im Januar allerdings besser aussieht, daran kann ich eigentlich nicht glauben.“ Nadine Gaupel, Center-Spielerin der Landesliga-Mannschaft des SCA, sieht es genau so: „Mit dieser Entscheidung war zu rechnen gewesen. Die Zahlen steigen, und überall um uns herum gibt es Risikogebiete. Wie soll da ein Spielbetrieb möglich sein?“

Der Trainingsbetrieb wird aber auf freiwilliger Basis aufrecht erhalten. Das betonte Trainer Thomas Oeinck. „Ansonsten bestünde vielleicht die Gefahr, dass sich die Spielerinnen vom Basketball abwenden“, mutmaßt Oeinck. Laut Verbandsbeschluss können Testspiele auszutragen werden.

In den Vereinen, die dem Handballverband Westfalen (HVW) zugehörig sind, gibt es eine zweigeteilte Meinung, ob die Anfang Oktober begonnene Saison fortgeführt werden soll oder nicht. Die einen, die dem Sport weiter nachgehen wollen, und die anderen, die vor dem Hintergrund einer möglichen Ansteckungsgefahr am liebsten für ein paar Wochen oder Monate pausieren wollen.

Die Verbandsspitze bezieht auf der Homepage des HVW Stellung: „Die Experten in den Gesundheits- beziehungsweise Ordnungsämtern der betroffenen Kreise oder Städte, deren Inzidenzwerte über den aktuell vorgegebenen Schwellwerten liegen, sehen keinerlei Einschränkungsbedarf bei der Ausübung unseres Sportes. Es wurde in der Begründung immer wieder klargestellt, dass die ungesteuerten Infektionsgeschehen über die Feiern, Nachtleben etc. erfolgt sind – nicht durch den Sport . . . Von daher stellt sich dem Handballverband Westfalen aktuell die Frage, ob wir weiterspielen wollen oder ob es – wie uns mitgeteilt wurde – „unverantwortlich“ ist . . . Unter Abwägung aller Punkte hat der HV Westfalen entschieden, an der bisherigen Praxis der ersten Spieltage festzuhalten: Die Spiele werden wie geplant ausgetragen.“ Man werde aber selbstverständlich das Geschehen von Spieltag zu Spieltag beobachten und, sofern notwendig, die entsprechenden Entscheidungen treffen.

David Brink, Abteilungsleiter der Ochtruper Handballer, äußert Skepsis: „Angesichts von über 11 000 Neuinfektionen an einem Tag halte ich es für kritisch, mit dem Spielbetrieb fortzufahren.“ Bei den Erwachsenen seien die Hygienekonzepte noch gut umzusetzen, doch Brink wirft die Frage auf, ob die auch in den Nachwuchsligen greifen. Dort soll es Anfang November losgehen.

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