Fußball: Beim FSV Ochtrup teilen sich zwei Spielertrainer die Arbeit
Funktionierende Doppelspitze

Ochtrup -

Zwei unerfahrene Youngster als Spielertrainer – kann das gutgehen? Der FSV Ochtrup hat es ausprobiert, und unser Redakteur Marc Brenzel hat sich mit den beiden über ihre ersten Erfahrungen unterhalten.

Donnerstag, 29.10.2020, 14:32 Uhr
Jannik Holtmann (l.) und Christoper Ransmann beim Trainingsauftakt Anfang August.
Jannik Holtmann (l.) und Christoper Ransmann beim Trainingsauftakt Anfang August. Foto: Marc Brenzel

Beim Fußball-A-Ligisten FSV Ochtrup ist zur Saison 2020/21 ein in der Region einmaliges Trainermodell installiert worden. Mit Christopher Ransmann (28) und Jannik Holtmann (27) haben zwei junge Spielertrainer das Kommando übertragen bekommen. Wie die ersten drei Monate ihrer Amtszeit aus ihrer Sicht gelaufen sind, wollte WN-Sportredakteur Marc Brenzel wissen.

 

Herr Ransmann, Herr Holtmann – wie fällt das

erste Zwischenfazit aus?

 

Christopher Ransmann: Mir macht es sehr viel Spaß mit den Leuten im Verein und den Spielern. Bislang habe ich ein gutes Feedback bekommen.

Jannik Holtmann: Ja, es läuft sehr gut.

Der Verein hätte es sich leicht machen und einen erfahrenen Coach holen können. Entschieden haben sich die Verantwortlichen aber für zwei junge Leute mit wenig bis gar keiner Trainererfahrung . . 

 

Ransmann: Damit ist der Verein sicherlich ein Risiko eingegangen. Der Schuss hätte auch nach hinten losgehen können, zum Beispiel, dass die älteren Spieler im Kader Akzeptanzprobleme mit uns hätten haben können. Aber alle ziehen voll mit, wir sind absolut im Soll, und Jannik und ich kommen immer besser rein.

Holtmann: Im Gegensatz zur mir hatte Christopher als Co-Trainer bei Eintracht Ahaus in der Landesliga schon Erfahrung sammeln können. Für mich war das Trainersein Neuland. Zu Beginn habe ich mich da selbst ein bisschen unter Druck gesetzt.

Inwiefern?

 

Holtmann: Dass ich zu viel wollte. Leistungsträger zu sein, Trainer zu sein und überall seine Augen zu haben – das geht nicht. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich das begriffen hatte.

Ransmann: Obwohl ich in Ahaus Co-Trainer war, befinde ich mich auch noch in einem Lernprozess und mache Fehler, so wie beim 1:1 in Borghorst, als ich zu viel wollte. Den Punktverlust nehme ich auf meine Kappe.

Die Augen halten ja auch andere für Sie auf. Mit Klaus Holtmann (Vater von Jannik, Anm. d. Red.) und Rainer Fontein stehen zwei erfahrene Trainer als Berater bereit, zudem ist mit Mattias Thomas noch ein Co an der Seitenlinie. Wie läuft das während der Spiele?

 

Ransmann: Mattias managt vom Rand aus. Klaus und Rainer gucken sich die Partien an. Bevor wir zur Halbzeit in die Kabine gehen, geben sie uns Ratschläge, was besser gemacht werden könnte, zum Beispiel, ob wir ein bisschen höher angreifen oder anders verschieben sollen.

Und wie läuft die Trainingssteuerung ab?

Ransmann: Mein Bereich ist der taktische und fußballerische. Jannik und Mattias sind zum Beispiel für Fitness und Torwarttraining zuständig. Wenn Klaus und Rainer da sind, ziehen sie sich die Leute für individuelle Übungen raus. Da kommt dann auch schon mal der Medizinball zum Einsatz.

Holtmann: Jeder von uns bereitet mal vor oder leitet mal. Wir besprechen uns vor jeder Einheit.

Ransmann: Entweder schreiben wir uns oder wir telefonieren. Wir sind fast jeden Tag im Austausch.

Wie oft ist es schon zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, sei es bezüglich des Spiels oder des Trainings?

 

Holtmann: Große Meinungsverschiedenheiten gab es bis jetzt noch nicht. Wir kommen da immer auf einen Nenner.

Ransmann: Wir sind oft einer Meinung. Und wenn nicht, finden wir die bestmögliche Lösung.

Wie bewerten Sie die gemeinsame Zusammenarbeit?

Holtmann: Die macht mir unheimlich viel Spaß.

Ransmann: Wenn ich eine Schulnote vergeben müsste, dann wäre das eine Eins. Wir sind uns sympathisch, und alles läuft rund. Dass es so gut läuft, hängt auch viel mit der Truppe zusammen. Das sind – bis auf Kai Sandmann, der sich super eingelebt hat – alles Ochtruper. Da kennt jeder jeden und ist für jeden da. Ein eingeschworener Haufen eben.

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