Eishockey: Marc Bethge ist das deutsche Sprachrohr der Anaheim Ducks
Ente gut, alles gut

Ochtrup -

Marc Bethge ist Fußballtrainer, und Eishockey hat er nie im Verein gespielt. Trotzdem gehört seine Leidenschaft den Anaheim Ducks aus der NHL, der stärksten Liga der Welt. Für die „Enten“ legt der Ochtruper auch Nachtschichten ein. Denn schließlich will die deutsche Community des US-Teams mit allem Wissenswerten über ihre Lieblinge informiert werden. Da kommt der 35-Jährige ins Spiel.

Mittwoch, 18.11.2020, 14:38 Uhr
Marc Bethge im Trikot „seiner“ Anaheim Ducks. Der 35-jährige Ochtruper berichtet über alles, was sich rund um seine Eishockey-Lieblingsmannschaft abspielt.
Marc Bethge im Trikot „seiner“ Anaheim Ducks. Der 35-jährige Ochtruper berichtet über alles, was sich rund um seine Eishockey-Lieblingsmannschaft abspielt. Foto: privat

Marc Bethge macht als Trainer der Fußballerinnen der SpVgg Langenhorst/Welbergen einen super Job. Die Schwarz-Gelben führen mit fünf Siegen aus fünf Spielen die Bezirksliga-Tabelle an, doch aktuell verordnet ihnen die Corona-Pandemie eine sportliche Zwangspause. Die erlaubt es dem 35-Jährigen aber, sich mit seinem anderen großen Hobby zu beschäftigen: den Anaheim Ducks , einem Team aus der besten Eishockeyliga der Welt – der nordamerikanischen NHL .

Bethge ist hierzulande sozusagen das Sprachrohr der Enten („Ducks“). Seit Mai informiert er als Administrator der Facebook-Seite „Anaheim Ducks Germany“ über alles, was es über die Mannschaft aus dem Großraum Los Angeles zu wissen gibt. Egal, ob Ergebnisse, Trainerentscheidungen, Transfergerüchte, Zwischenbilanzen oder die neuen Ausweichtrikots – der Ochtruper packt jedes Thema an und postet es auf Facebook. „Es gab bis dato im Internet nichts Deutschsprachiges über die Ducks. Das fand ich schade und wollte das ändern“, beschreibt Bethge seine Motivation.

Seine Quellen sind außer der Homepage der Anaheim Ducks, den Fachmedien oder den sozialen Netzwerken auch die Beatwrites. Das sind die US-Journalisten, die ganz nah am Team sind. „Die sind sehr hilfsbereit und kooperativ“, freut sich der gebürtige Paderborner, der seit 2007 in der Töpferstadt lebt.

Bei den Spielberichten verlässt sich der Fußballtrainer, der übrigens nie selbst Eishockey im Verein spielte, auf sein eigenes Know-how. „Früher habe ich mir jede Partie live angesehen. Auf NHL-TV, dem Streaming-Dienst der Liga. Das war manchmal ganz schön anstrengend, denn aufgrund der Zeitverschiebung beginnen die Spiele zu unserer Zeit mitten in der Nacht oder ganz früh morgens. Aber seit der Kleine da ist, bin ich diesbezüglich ruhiger geworden“, erklärt Bethge. Der Kleine heißt Samuel, wird demnächst zwei Jahre alt und ist der Sohn von Marc und seiner Frau Verena.

Seine Leidenschaft für die Enten entflammte in den 90er Jahren. „Ich habe den Kinofilm ,Mighty Ducks – das Superteam‘ gesehen. Den fand ich klasse. Später habe ich dann registriert, dass es eine gleichnamige Mannschaft in der NHL gibt“, berichtet Marc Bethge, der als Standortleiter der Post in Coesfeld arbeitet.

Im Oktober 2016 erfüllte sich für den Ochtruper ein lang ersehnter Traum: ein Live-Spiel der Ducks. „Wir sind sozusagen direkt vom Flughafen in die Eishalle gefahren und haben einen 4:2-Sieg gegen die Vancouver Canucks gesehen“, gerät Bethge ins Schwärmen. Drei weitere Matches der Südkalifornier schlossen sich während des Urlaubs an.

Aktuell sind es 253 Follower, die sich bei Bethge die neuesten Nachrichten holen. Wie viel Zeit er für seinen Einsatz investiert, mag Bethge nicht abschätzen: „Momentan ruht der Spielbetrieb ja, deshalb gibt es gerade weniger zu tun. Aber wenn am 1. Januar die neue Saison losgeht, wird es wieder mehr. Ich habe einfach großen Spaß daran. Über die Ducks zu berichten, finde ich mega-cool.“

Die Bundesliga-Fußballer des SC Paderborn liebt Bethge ebenfalls heiß und innig. Und auch für die Dallas Cowboys aus der National Football League schlägt sein Herz. Aber für die beiden Teams würde er keine Facebook-Seite verwalten: „Ne, ne, das würde dann wohl definitiv zu viel werden.“ Irgendwann müsse ja auch mal Schluss sein, folgt der Ochtruper dem Motto „Ente gut, alles gut“.

 

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