Tischtennis: Ochtruper sammeln beim Profiturnier in Biberach Matchpraxis
Zeptner erreicht bei Profiturnier das Halbfinale

Ochtrup -

Die Amateure müssen pausieren, die Profis dürfen spielen. Das hat sich in Lockdown-Zeiten in einigen Sportarten so eingebürgert. So auch im Tischtennis. Henning Zeptner und Christopher Ligocki vom Oberligisten SC Arminia Ochtrup ergriffen diese Chance beim Schopf. Um überhaupt mal wieder an die Platten zu stehen, nahmen sie eine rund siebenstündige Autofahrt in Kauf.

Mittwoch, 02.12.2020, 11:27 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 11:29 Uhr
Henning Zeptner erreichte auch bei seinem zweiten Auftritt bei den ChallengerSeries das Halbfinale. Damit hatte der Ochtruper aufgrund seines Trainingsrückstandes nie und nimmer gerechnet.
Henning Zeptner erreichte auch bei seinem zweiten Auftritt bei den ChallengerSeries das Halbfinale. Damit hatte der Ochtruper aufgrund seines Trainingsrückstandes nie und nimmer gerechnet. Foto: Thomas Strack

In den Wettkampfmodus hatten sich am Montag und Dienstag Henning Zeptner und Christopher Ligocki begeben. Im schwäbischen Biberach nahmen die beiden Akteure des Tischtennis-Oberligisten Arminia Och­trup an einem Turnier der ChallengerSeries teil. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb, der im Wesentlichen für Profis, Halbprofis oder zukünftige Profis ausgeschrieben ist.

„Dieser Proficharakter ist auch ein Grund, warum so ein Event überhaupt stattfinden kann. Für Amateure wäre so etwas nie zugelassen worden“, berichtet Ligocki, der in diesem Jahr zum dritten Mal in Biberach an den Start ging. „Die ChallengerSeries ist in etwa mit der ATP-Tour im Tennis zu vergleichen. Jede Woche werden zwei Turniere mit jeweils acht Akteuren ausgetragen. Für Siege und das Weiterkommen gibt es Punkte, und die besten Acht nehmen dann am Jahresende am Finalturnier teil“, beschreibt Ligocki den Modus.

Um starten zu können, müssen sich die Aktiven beim Ausrichter, der ChallengerSeries Betriebs GmbH, bewerben. Die stellt das Feld für das jeweilige Turnier zusammen, wobei auf eine interessante Mischung aus Alt und Jung sowie Etabliert und Exotisch geachtet wird. So standen jetzt neben Ligocki und Zeptner unter anderem der 37-jährige früherer russische Olympia-Teilnehmer Fedor Kuzmin vom Zweitligisten Hertha BSC Berlin aber auch Spieler Heber Moscoso aus Guatemala oder Diego Sepulveda aus Chile im Feld. „Viele wollen das Turnier als Sprungbrett nutzen, um sich für einen Verein in Deutschland zu empfehlen. Andere bestreiten von dem Preisgeld einen Teil ihres Lebensunterhaltes“, erklärt Ligocki. Pro Turnier werden 4000 Euro ausgeschüttet, auf den Sieger warten 1300 Euro.

Bereits in der Vorwoche (23. und 24. November) waren Zeptner (Halbfinale) und Ligocki (Gruppenphase) in Biberach aktiv. Da kurzfristig Startplätze frei geworden waren, entschieden sich die beiden Arminen relativ spontan, noch einmal die rund siebenstündige Fahrt ins Schwabenländle anzutreten.

„Das Hygienekonzept ist da ziemlich streng. Steigt deine Temperatur über 37,5 Grad, bist du raus. Mit Ausnahme am Tisch ist in der ganzen Halle ein Mundschutz zu tragen, und die Spieler müssen sich in ihren individuellen Bereichen aufhalten“, beschreibt Ligocki.

Sportlich lief es für den Linkshänder durchwachsen. Gegen die beiden Lateinamerikaner Moscoso und Selpuveda gab es die erwarteten Siege, gegen die übrige Konkurrenz Niederlagen. So auch gegen Zeptner, der nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 gewann.

Zu sehen waren die Matches im Internet auf einem Livestream. Schließlich wollte auch ein ganz spezielles Publikum informiert werden – die Sportwetter. Beinahe jeder große Anbieter ermöglichte Wetteinsätze auf jede der insgesamt 32 Begegnungen.

Für Zeptner lief es besser. Mit einer Bilanz von 4:3-Siegen qualifizierte er sich für das Halbfinale, in dem er auf Liang Qui vom Zweitligisten TTC indeland Jülich traf. In der Gruppenphase hatte der Ochtruper den Deutsch-Chinesen noch überraschend mit 3:0 besiegt, doch beim zweiten Aufeinandertreffen musste sich Zeptner knapp mit 1:3 geschlagen geben. Da war ein bisschen mehr drin, aber ich bin nicht unzufrieden. Dafür, dass ich nicht trainieren konnte, habe ich echt gutes Tischtennis geboten“, fand der Armine. „Außer ein bisschen klickern bei Henning im Keller war ja nix möglich“, erinnert Ligocki. „Aber schön war, dass wir überhaupt mal wieder an der Platte stehen konnten und den Austausch mit anderen Spielern hatten. Das fehlte ja leider zuletzt total.“

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