Serie: Unsere Fanclubs
„Da müssen wir jetzt durch“

Ochtrup -

Die Westfälischen Nachrichten stellen in loser Reihenfolge die Fanclubs aus dem Kreis Steinfurt vor. Den Auftakt macht „Pottbäcker Power“ aus Ochtrup. Die Schalker aus der Töpferstadt haben es gerade nicht einfach, doch davon lassen sich die Mitglieder nicht unterkriegen.

Donnerstag, 21.01.2021, 16:10 Uhr aktualisiert: 22.01.2021, 16:22 Uhr
Die Saisonabschlussfahrten mit dem Rad zum letzten Heimspiel der Schalker Profis gehören beim Fanclub „Pottbäcker Power“ fest zum Programm.
Die Saisonabschlussfahrten mit dem Rad zum letzten Heimspiel der Schalker Profis gehören beim Fanclub „Pottbäcker Power“ fest zum Programm.

Der 2008 verstorbene Mannschaftsbetreuer des FC Schalke 04, Charly Neumann, brachte es einmal so auf den Punkt: „In schlechten Zeiten müsst ihr Schalker sein. In guten haben wir genug davon.“ Gefragt sind demnach also gerade jetzt, wo es bei den Knappen sportlich kriselt, die Treuesten. Und dazu zählen sie sich auch beim Fanclub „Pottbäcker Power“ aus Ochtrup.

107 Mitglieder sind die Königsblauen aus der Töpferstadt derzeit stark. Wobei sich das Einzugsgebiet des Fanclubs bis nach Gronau und Epe ausbreitet. „Wir haben auch einen Niederländer bei uns im Fanclub“, berichtet Adi Rensing , der Schriftführer von „Pottbäcker Power“.

Der Name des Fanclubs leitet sich von der Ochtruper Tradition des Töpferns und Tonbrennens ab. Die Pott­bäcker verarbeiteten den Lehm aus der nahen Brechte zu Keramik und waren die ältesten Handwerker, deren Wirken sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Gegründet wurde „Pottbäcker Power“ am 13. August 1994 in der damaligen Gaststätte „Treff in“. Gründungsmitglied und seit dem ununterbrochen Vorsitzender ist Markus Wolf , dessen Wirken sein Vorstandskollege Rensing wie folgt einstuft: „Ohne Markus läuft bei uns gar nichts. Das ist ein echter Macher.“

Organisierte Fahrten zu allen Schalker Heimspielen gehören in der Nicht-Corona-Zeit zum festen Programm. Eine mehrtägige Auswärtstour zu einer Bundesligapartie pro Saison zählt ebenso dazu.

Im Kalender der Ochtruper dick angestrichen war in den vergangenen Jahren immer die Fahrradtour zum letzten Saisonheimspiel in der Arena mit Übernachtung in Reken, an der sich zahlreiche Mitglieder beteiligten. Das Sommerfest, das Kloatscheeten und die Weihnachtsfeier sind ebenfalls fester Bestandteil des Pottbäcker-Angebotes.

Angesprochen auf die beste Auswärtstour braucht Markus Wolf nicht lange zu überlegen. „Das war 1997 zum Uefa-Pokal-Finale in Mailand. Wir sind mit dem Bus hin, mittwochs war das Spiel, und donnerstags waren wir beim Empfang in Gelsenkirchen. Das war unvergessen“, erinnert sich der Vorsitzende.

Coronabedingt liegt bei den Ochtruper Schalke-Fans derzeit vieles auf Eis. Der Fanclub-Abend mittwochs Abends in der Vereinsgaststätte Nobbenhuis fällt ebenso aus wie gemeinsames Fußballgucken oder Treffen mit mehreren Leuten. „Das ist natürlich eine blöde Zeit. Da kann man nichts machen, aber das geht anderen Fanclubs ja genau so. Doch da müssen wir jetzt durch“, gibt sich Rensing kämpferisch. Eine Aussage, der spiegelbildlich zur Schalker Lage in der Bundesligatabelle passt. Was sie sich denn wünschen würden für die Zukunft, da sind sich Wolf und Rensing einig: den Klassenerhalt der Profis.

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