Digitale Mitgliederversammlung des Kreissportbundes Steinfurt
Das Fundament bröckelt

Steinfurt -

An der Mitgliederversammlung des Kreissportbundes Steinfurt, die diesmal digital erfolgte, nahmen 100 Delegierte aus dem ganzen Kreis teil. Der Vorsitzende des KSB, Stefan Kipp, war begeistert. Über die Situation des Sports in Zeiten von Corona allerdings weniger.

Donnerstag, 25.03.2021, 15:56 Uhr aktualisiert: 26.03.2021, 09:04 Uhr
Das Präsidium des KSB – der Kreissportbund will sich vermehrt für den Nachwuchssport einsetzen.
Das Präsidium des KSB – der Kreissportbund will sich vermehrt für den Nachwuchssport einsetzen. Foto: Sven Thiele

An Resonanz mangelt es an diesem Abend nicht. Über 100 Delegierte waren der Einladung des Kreissportbundes ( KSB ) zur Mitgliederversammlung gefolgt. Ein neuer Rekord. „So viele Teilnehmer hatten wir in Präsenz noch nie“, stellt Stefan Kipp zu Beginn der gut 60-minütigen Versammlung fest, die diesmal ganz auf online getrimmt war. „Ich bin schwer begeistert“, ließ der Vorstandsvorsitzende wissen.

Weniger Begeisterung entfacht dagegen die aktuelle Situation des Sports. Die rund 303 Vereine im Kreis Steinfurt und ihre 127 000 Mitglieder stecken mitten im Corona-Lockdown fest. Licht am Ende des Tunnels? Fehlanzeige. „2020 war für den Sport ein hartes Jahr. Und bisher läuft es auch nicht besser“, stellte Gisela Köster (CDU) nüchtern fest. Gleichwohl ermunterte die stellvertretende Landrätin die Vereine, nach vorne zu schauen. Es gelte, Optimismus auszustrahlen.

Derweil sind die Herausforderungen groß, schließlich bröckelt das Fundament. KSB-Präsident Max Gehrke: „Wir haben in den Vereinen Mitgliedsverluste zu verkraften.“ Und Uli Fischer betonte: „Die Situation ist schwierig.“ Warum, erklärte der stellvertretende Vorsitzende anhand beunruhigend klingender Zahlen: „Die Rückgänge von 4800 Mitgliedern schlagen sich zu 80 Prozent im Kinder- und Jugendbereich nieder. Das ist eine bedrohliche Entwicklung.“

In seinem letzten Bericht als Vorstandsmitglied des Kreissportbundes warb er deshalb mit besonderem Nachdruck für ein Engagement im Kindersport. Mit dem Weltspieltag wollen der KSB und seine Mitgliedsvereine am 28. Mai (Freitag) ein Zeichen setzen. „Wir wollen um dieses Datum herum in jeder Gemeinde des Kreises Aktivitäten entwickeln und ein Zeichen im Sinne des Restarts setzen“, so Fischer, der zum Jahresende in den Ruhestand geht.

Von einer Rückkehr zum gewohnten Sportbetrieb konnte bei dieser Mitgliedsversammlung gleichwohl keine Rede sein. Gerade erst haben sich die Ministerpräsidenten auf eine Rücknahme der vorsichtigen Lockerungen auch im Sportbereich geeinigt. Nach drei Wochen Kinder- und Jugendsport im Freien muss, wie berichtet, der Vereinssport spätestens ab der kommenden Woche wieder in die Warteschleife. Wann der Sport wieder in Bewegung kommt, steht in den Sternen.

Immerhin: Der Kreissportbund ist trotz Krisenstimmung gut aufgestellt, personell wie finanziell. Alter und neuer Präsident ist Max Gehrke (Greven). Er wurde ebenso ohne Gegenstimme im Amt bestätigt wie Jürgen Coße, Markus Nottebaum, Christina Matthoff und Ingo Wehmschulte, die künftig als Vizepräsidenten des KSB fungieren.

Auch finanziell gibt es keinen Grund zur Sorge. Bei einem Etat von über 700 000 Euro vermeldete Stefan Kipp „trotz Corona ein positives Ergebnis“ für 2020. Dass ein nicht unerheblicher Teil, nämlich 169 000 Euro, direkt an die Mitgliedsvereine weitergereicht werden, passt zu dem, was Kipp formuliert: „Wir haben den Anspruch, für unsere Mitgliedsvereine da zu sein.“ Die dürften auf starke Partner an ihrer Seite mehr denn je angewiesen sein.

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