Serie: „Unsere Fanclubs“
Einfach nur bockstark

Ochtrup -

Der 1. FC Köln ist – auch wenn es sportlich nicht immer danach aussehen mag – eine ganz große Nummer in Deutschlands Sportlandschaft. Glühende Fans der Rheinländer gibt es auch in Ochtrup: die „kölschen Böcke“, die sich 2007 gegründet haben. Dabei handelt es sich um einen kleinen, aber feinen Fanclub.

Dienstag, 04.05.2021, 13:14 Uhr aktualisiert: 06.05.2021, 14:26 Uhr
Sich nicht ganz so ernst zu nehmen gehört dazu. Da können die „Kölschen Böcke“ Ochtrup auch schon mal die Meisterschale in den Himmel recken.
Sich nicht ganz so ernst zu nehmen gehört dazu. Da können die „Kölschen Böcke“ Ochtrup auch schon mal die Meisterschale in den Himmel recken.

Sechs Mal ist der 1. FC Köln schon aus der Bundesliga abgestiegen, das siebte Mal soll in den nächsten Wochen verhindert werden. Wer sich diese Zahlen vor Augen führt, erkennt, dass die Anhänger der Rheinländer zwei Dinge mitbringen müssen: eine gewisse Leidensfähigkeit und eine große Liebe zu ihrem Club. Und gerade Letztere wird beim Fanclub „Kölsche Böcke“ Ochtrup vorgelebt.

„Das mit der Leidensfähigkeit stimmt schon, man darf sich selbst aber auch nicht zu ernst nehmen“, weiß Nadine Schmidt . Die 38-Jährige ist eine der ganz wenigen Frauen in Deutschland, die einem Fanclub vorsteht. Und diese Aufgabe nimmt sie seit dem 25. März 2011 wahr. „Damals habe ich Engelbert Greiwe beerbt“, so Schmidt, die ihre Liebe zum 1. FC Köln von ihrem Vater mitbekommen hat.

Aus 26 Mitgliedern besteht die Herde der „Kölschen Böcke“. „Klein, aber fein“, findet die Vorsitzende, deren erstes Trikot das von Toni Polster war. Der harte Kern von acht Dauerkartenbesitzern fährt zu jedem Heimspiel, und auch auswärts lassen sich die Ochtruper gerne blicken. So ließ es sich eine Abordnung der Böcke 2017 nicht nehmen, ihren Herzensclub zum Auswärtsspiel in der Europa League bei Arsenal London zu begleiten.

Früher ging es immer mit dem legendären Fanclubmobil von Fred Esser auf Tour. Das ist mittlerweile verkauft, sodass die „Kölschen Böcke“ wieder auf traditionellere Fortbewegungsmittel zurückgreifen müssen. Gemeinsame Busreisen mit Schalkern oder Dortmundern sind auch schon mal vorgekommen.

Auch abseits der Arenen kommen die Geißböcke aus der Töpferstadt auf viele gemeinsame Nenner. Zum festen Programm gehört zum Beispiel das Sommerfest nebst Schützenfest. Mario Hranic bastelt den Vogel, der dann anschließend von den Rot-Weißen mit einem Luftgewehr unter Beschuss genommen wurde. Eine Winterwanderung mit Kloatscheeten oder Besuche beim Kölner Karneval sind auch gerne gesehen. Teilnahmen beim Kleinfeldturnier des FC Oster wollen die „Kölschen Böcke“ nicht verschweigen, das sportliche Abschneiden bei diesem Wettbewerb aber schon.

„Köln-Fan zu sein, das ist für mich mehr als nur der Fußball“, beteuert Nadine Schmidt. „Dazu gehören für uns auch das kölsche Liedgut, die Mundart, ein Glas Kölsch – eben das ganze Drumherum bei einem Bundesligaspiel.“ Und in diesen Genuss wollen die Ochtruper auch in der nächsten Saison kommen, dann wieder als Gast im RheinEnergieStadion.

Bis dahin heißt es aber für die Böcke Daumen drücken, dass ihre Lieblingsmannschaft in den Duellen mit dem SC Freiburg, Hertha BSC Berlin und den FC Schalke 04 den Klassenerhalt noch bewerkstelligt.

https://event.wn.de/news/705/consume/10/2/7948901?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35355%2F
Nachrichten-Ticker