Verantwortung zwischen Oxer, Steilsprung und Wassergraben
Parcoursbauer aus Leidenschaft

Ostbevern -

Erst mit 16 Jahren kam Josef Cappenberg zum Reitsport. „Ich war ein Späteinsteiger. Aber wer in dem Alter noch will, der hat wirklich Lust dran“, sagt der inzwischen 49-jährige Pferdesportler. Gut 20 Jahre war er vorwiegend als Springreiter in der ländlichen Reiterei aktiv. Die Teilnahme mit dem RVO an Teamwettbewerben bei Provinzialturnieren zählt er zu seinen persönlichen Highlights.

Mittwoch, 28.12.2016, 07:12 Uhr

Bis vor zehn Jahren war Josef Cappenberg selbst noch auf Vierbeinern in der ländlichen Reiterei aktiv. Seit 2005 kümmert er sich in erster Linie um einen attraktiven Parcoursaufbau. Im RVO ist er zudem fürs Springtraining zuständig.
Bis vor zehn Jahren war Josef Cappenberg selbst noch auf Vierbeinern in der ländlichen Reiterei aktiv. Seit 2005 kümmert er sich in erster Linie um einen attraktiven Parcoursaufbau. Im RVO ist er zudem fürs Springtraining zuständig. Foto: privat

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Aber während viele Pferdefreunde so lange es geht in der Dressur, im Springparcours oder als Vielseitigkeitsreiter hoch zu Ross aktiv sind, sattelte Cappenberg vor gut zehn Jahren noch einmal um. „Fritz Ibershoff aus Lienen hat mich um 2005 gefragt, ob ich denn nicht als Parcoursbauer tätig werden wollte. Ich habe gedacht, das könnte mal was für später sein“, so der beruflich als Karosseriebauer tätige Ostbeverner.

Eine Prüfung folgte auf die nächste, nach und nach wurden dem jungen Parcoursbauer mehr und mehr Turniere überlassen. Er hatte Fuß gefasst. „Mit dem aktiven Reiten musste ich dann aufhören, weil mir zu wenig Zeit blieb. Und mit zwei Mal Training pro Woche brauchst du heutzutage nicht mehr auf Turniere gehen.“ Inzwischen gehört Josef Cappenberg zum westfälischen Parcoursbauerkreis, dessen knapp 100 Mitglieder sich regelmäßig zu Seminaren und Wissensaustausch treffen. Aus dem heimischen Verbreitungsgebiet gehören ansonsten noch Daniel Stegemann (RFV Gustav Rau Westbevern) und Routinier Helmut Korte (RFV Telgte-Lauheide) zu den lizenzierten Erbauern von Springparcours. Eike Riegelmeier (RFV Ostbevern ) steht zudem auf der Anwärterliste.

Auf knapp 20 Turnieren ist Cappenberg pro Jahr als Parcourschef tätig. Normalerweise geht das gesamte Wochenende von Freitag bis Sonntag damit drauf. „Manchmal muss ich Urlaub nehmen, man fährt ja schon abends zuvor hin, um nach dem Platz und Material zu gucken und etwas vorzubereiten. Ich bin immer dann gut gelaunt, wenn Reiter und Richter zufrieden sind. Es ist immer ein schönes Bild, wenn die Reiter vernünftig über die Hindernisse und durch den Parcours kommen.“

Im März geht die Saison beim Vier-Sterne-Turnier in Dortmund wieder los. Gut möglich, dass beim Signal-Iduna-Cup wieder Olympiareiter und die ganz Großen der Pferdesportzunft zu den Gesprächspartnern im Parcours zählen. „Das gibt‘s schon mal, dass dich Ludger Beerbaum oder andere fragen, was sie bei bestimmten Distanzen oder Hindernissen tun sollen. Die sind nicht abgehoben, sondern unterhalten sich sehr nett mit einem“, berichtete Cappenberg vom Zusammentreffen mit Aushängeschildern des deutschen Pferdesports.

Nach Dortmund ist der Ostbeverner unter anderem in Rheine, Altenberge, Lengerich, Füchtorf, Alverskirchen und Warendorf oder auch beim heimischen Turnier in der Bevergemeinde aktiv. „Halt so im Umkreis von 50 Kilometern.“

Als Vorbilder nennt Josef Cappenberg mit Olaf Petersen einen der international namhaftesten Parcourschefs überhaupt, aber auch Christoph Bödicker. Und wie lange wird er den Job zwischen Oxer, Steilsprung und Wassergraben noch machen? „So lange es der Körper mitmacht. Mental ist es manchmal schon anstrengend, weil man ja für die gesamte Abwicklung von morgens bis abends verantwortlich ist. Aber ein paar Jahre geht es schon noch.“

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