Handballer aus Ostbevern und Westbevern stehen vor Spielgemeinschaft
Planungssicherheit statt Derbyfieber

Ostbevern/Westbevern -

Aller Lokalrivalität zum Trotz haben die Handballabteilungen des BSV Ostbevern und des SV Ems Westbevern die Absicht bekundet, zukünftig gemeinsame Sache zu machen.

Dienstag, 28.03.2017, 22:03 Uhr

Matthias Hüging (r.) ist Aktiver und Abteilungsleiter bei den Ostbeverner Handballern. Bald sollen sie mit Ems Westbevern eine Spielgemeinschaft bilden.
Matthias Hüging (r.) ist Aktiver und Abteilungsleiter bei den Ostbeverner Handballern. Bald sollen sie mit Ems Westbevern eine Spielgemeinschaft bilden. Foto: Heimspiel / Christian Lehmann

Aller Lokalrivalität zum Trotz haben die Handballabteilungen des BSV Ostbevern und des SV Ems Westbevern die Absicht bekundet, zukünftig gemeinsame Sache zu machen. Die Zusammenarbeit soll intensiviert werden und der bestehenden Jugendspielgemeinschaft bald auch eine für den Seniorenbereich folgen.

In der vor zwei Jahren gegründeten JSG Ost/West sind von der C-Jugend abwärts die Mannschaften gut mit Spielern gefüllt. Den Kindern soll eine Perspektive geboten werden, statt sie nach dem Ausscheiden aus dem Juniorenbereich vor die Vereinswahl zu stellen. Der Schuh drückt aktuell allerdings an anderen Stellen. Die Altersstruktur.

Das BSV-Männerteam besteht derzeit aus einer Gruppe Ex-A-Jugendlicher, die um die 20 Jahre alt sind, sowie Ü 30-Spielern, die zum Teil die Ostbeverner Handballabteilung 2000 gründeten. Hinzu gesellen sich Personalnöte, die akuter werden. Vor der Saison sind sechs Spieler weggebrochen. Zu elft ist der BSV in die Saison gestartet, manch einer kommt nur zu den Meisterschaftsspielen.

Aushilfsweise spielen altgediente Recken mit, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind. Die Folge: Zu früh im Spiel geht die Kraft aus und Niederlagen fallen mit 15 oder 20 Toren Unterschieddeutlich aus. Aber: Die Truppe macht bis Saisonende weiter, was BSV-Trainer Frank Hokamp gut findet: „Ich habe die Mannschaft gefragt, ob sie überhaupt noch Lust hat, bei der Personaldecke weiterzuspielen. Sie möchte das aber durchziehen.“ Die Motivation passt, dennoch musste Ostbevern in der laufenden Saison den Joker des Nichtantritts ziehen – aufgrund mangelnden Personals. Die Zusammenarbeit in der Spielgemeinschaft sieht Hokamp als gute Möglichkeit, dieses Problem in den Griff zu bekommen und auch das vorhandene Leistungsgefälle aufzufangen: „Manche von uns könnten ja höher spielen.“

Ein Argument gegen den Zusammenschluss, das Nostalgiker ins Feld führen, ist der Wegfall der direkten Liga-Duelle. Das entkräftet Ems-Abteilungsleiter Mark Petzold aber: „Natürlich ist es schade, wenn es die Derbys nicht mehr geben wird, doch Ostbevern wird in der nächsten Saison ohnehin keine Mannschaft stellen. Da kann man besser die Kräfte bündeln. Auch die bessere Sporthallennutzung ist ein wichtiger Punkt.“ Außerdem sei in der Vergangenheit aufgrund des Leistungsunterschieds nicht mehr das letzte Derby-Feuer entfacht worden. Aus zwei Ems-Teams und einem des BSV würden in Zukunft zwei Mannschaften unter der Fahne der Spielgemeinschaft werden.

Der Austausch zwischen den beiden Abteilungen ist rege. Bereits vor zehn Jahren gab es erste Ideen einer Kooperation, erklärt Hokamp: „Damals waren wir die stärkere Abteilung, heute hat sich das gedreht. Die Leute, die damals ihre Probleme damit hatten, sind nicht mehr im Verein. Beide Seiten sehen das positiv.“

Einig sind sich beide Parteien im Grundgedanken. Definitiv ist die gesamte Geschichte jedoch noch nicht. Das liegt vorwiegend daran, dass Details wie Name und Trikotfarbe noch nicht abschließend geklärt sind. Keine unüberwindbaren Lücken, die sukzessive geschlossen werden könnten. Da sind sich Petzold wie Hokamp sicher. Und Ems hat den ersten wichtigen Schritt gemacht. Die Handballer haben in ihrer jüngsten Mitgliederversammlung fast einstimmig für die Bündelung der Kräfte gestimmt.

Allem Derbycharakter zum Trotz, haben die Handballabteilungen des BSV Ostbevern und des SV Ems Westbevern die Absicht bekundet, zukünftig gemeinsame Sache zu machen. Die Zusammenarbeit soll intensiviert werden. Der Jugendspielgemeinschaft soll zur kommenden Saison auch eine für den Seniorenbereich folgen.

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