Volleyball-Bundespokal
Anna Dreckmann gewinnt Gold

Ostbevern -

Diese Mannschaft ist ein Phänomen. Fast ohne große Namen mischt der 2000/01-Kader des WVV bei den Landesverbandsturnieren seit Jahren munter auf den Treppchenplätzen mit und kompensiert dabei das Fehlen der herausragenden Athletinnen durch mannschaftliche Ausgeglichenheit und großen Teamgeist.

Dienstag, 30.05.2017, 20:05 Uhr

Der Kader des Westdeutschen Volleyballverbandes des Jahrgangs 2000/01 sicherte sich die Goldmedaille beim „Großen Bundespokal“. Mit dabei war Anne Dreckmann vom BSV Ostbevern (3.v.r.).
Der Kader des Westdeutschen Volleyballverbandes des Jahrgangs 2000/01 sicherte sich die Goldmedaille beim „Großen Bundespokal“. Mit dabei war Anne Dreckmann vom BSV Ostbevern (3.v.r.). Foto: Münch

Diese Mannschaft ist ein Phänomen. Fast ohne große Namen – in der U 18-Auswahl des Deutschen Volleyballverbandes, die Anfang April bei der EM das WM-Ticket löste, stand mit der Borkenerin Linda Bock nur eine Spielerin des Westdeutschen Volleyballverbandes (WVV) – mischt der 2000/01-Kader des WVV bei den Landesverbandsturnieren seit Jahren munter auf den Treppchenplätzen mit und kompensiert dabei das Fehlen der herausragenden Athletinnen durch mannschaftliche Ausgeglichenheit und großen Teamgeist.

Beim ersten „Kleinen Bundespokal“ (der nördlichen Landesverbände) 2014 in Spergau war es die Silbermedaille, im Jahr drauf gelang beim Bundespokal Nord in Lehrte sogar der Gold-Coup. 2016 beim ersten „Großen Bundespokal“ (mit Beteiligung aller Landesverbände) folgte Bronze und nun in Wiesbaden beim letzten „Großen BuPo“ dieses Doppeljahrgangs, der den Abschluss der Landesförderung markiert, gaben die WVV-Mädchen der gesamten nationalen Konkurrenz das Nachsehen und stiegen ohne Turnierniederlage auf das oberste Treppchen.

Die Vorrunde am Freitag überstand das Team von Landestrainer Peter Pourie mit Siegen gegen das Saarland (25:5, 25:9) und Mitfavorit Bayern (19:25, 25:23, 16:14) als Gruppenerster, was den direkten Einzug ins Viertelfinale am Samstag bedeutete. Das nicht sehr glanzvolle, aber deutliche 2:0 (25:18, 25:18) gegen Brandenburg blieb das einzige Spiel der Mädchen an diesem mittleren Turniertag, was viel Zeit zum Anfeuern der begeisternd aufspielenden, aber letztlich glücklosen WVV-Jungs ließ.

Im Halbfinale am frühen Sonntagmorgen wartete Titelverteidiger Sachsen, der nach WVV-Blitzstart (25:15) und dem gegnerischen Konter (18:25) mit 15:8 im Tie-Break verdient in die Knie gezwungen wurde. Das Endspiel gegen Sachsen-Anhalt sah den Gegenüber mit Außenangreiferin Emma Cyris, eines der größten Talente im deutschen Volleyball, lange auf der Gewinnerstraße, doch in Durchgang zwei bewiesen die WVV-Mädels ihre überragende Moral und wendeten das Blatt zum vielumjubelten Turniersieg (19:25, 25:21, 15:10).

Wie das WVV-Ensemble einmal mehr die nominelle Überlegenheit der Konkurrenz durch mannschaftliche Geschlossenheit ausgehebelt hatte, erinnert den staunenden Betrachter daran, dass Volleyball – bei allem Bemühen um individuelle Talentförderung – auf dem Feld eben ein ausgesprochenen Teamsport ist, berichtete BSV-Trainer Dominik Münch.

„Unsere Drittliga-Angreiferin Anna Dreckmann zählte zwar nicht zur Stammaufstellung des WVV, bekam aber als wichtige Ergänzungsspielerin regelmäßig Spielanteile und drückte dem Turnier an einigen Stellen ihren Stempel auf“, so der Übungsleiter aus der Bevergemeinde weiter. „So sorgte sie im Tie-Break des Vorrundenspiels gegen Bayern beim 10:13-Rückstand mit drei Service-Winnern für das entscheidende Comeback und im Finale war ihre Einwechselung in Satz zwei einer der Faktoren, die den WVV zurück ins Match brachten.“ Der WVV-Trainerstab sei voll des Lobes für ihre Auftritte gewesen und Anna Dreckmann selbst war überglücklich angesichts dieses krönenden Abschlusses ihrer Zeit im Landeskader. „Wir sind stolz auf dich und dass du den BSV in dieser großartigen Mannschaft repräsentierst“, lobte Dominik Münch seiner Nachwuchsspielerin.

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