Handball: Umfrage zur Europameisterschaft
Frankreich ist der große Favorit

Telgte/Westbevern/Ostbevern -

Vor zwei Jahren sicherte sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft überraschend den Europameistertitel. Nun möchte sie ihn in Kroatien verteidigen. Die Westfälischen Nachrichten befragten Experten nach ihrer Meinung zu den anstehenden Titelkämpfen.

Mittwoch, 10.01.2018, 20:01 Uhr

Ohne Finn Lemke (Nr. 6) wird die deutsche Handball-Nationalmannschaft zur Europameisterschaft nach Kroatien fliegen. Andreas Krause (kleines Foto oben) und Reinhard Hölscher (kleines Foto unten) zeigen Verständnis für die Nichtnominierung.
Ohne Finn Lemke (Nr. 6) wird die deutsche Handball-Nationalmannschaft zur Europameisterschaft nach Kroatien fliegen. Andreas Krause (kleines Foto oben) und Reinhard Hölscher (kleines Foto unten) zeigen Verständnis für die Nichtnominierung. Foto: dpa

Am morgigen Freitag beginnt in Kroatien die 13. Handball-Europameisterschaft. Die deutsche Mannschaft trifft in der Vorrundengruppe C auf Montenegro, Mazedonien und Slowenien. Bei der Einschätzung der Chancen des Aufgebotes von Bundestrainer Christian Prokop , den vor zwei Jahren in Polen errungenen Titel erfolgreich zu verteidigen, geben sich die heimischen Handball-Experten verhalten optimistisch.

„Die Vorfreude auf die EM ist schon recht groß“, sagt Henning Voß. „Den Gruppensieg und das Halbfinale traue ich der deutschen Mannschaft zu. Aber an Frankreich vorbei zu kommen, wird schwierig“, so der Friesen-Damencoach, der sich auf jeden Fall alle Matches des Titelverteidigers anschauen will. Dass Abwehrchef Finn Lemke von Prokop nicht für die EM nominiert wurde, überraschte ihn schon, „aber es spricht für den deutschen Handball, sich das leisten zu können.“ Das Wichtigste ist für den ehemaligen Keeper jedoch, dass „wir das beste Torhütergespann und eine bekannt gute Abwehr haben.“

Auch für Telgtes Männerwart Andreas Krause ist Frankreich der Top-Favorit. „Alle anderen Gegner sind machbar.“ Deshalb glaubt er ebenfalls an einen deutschen Halbfinaleinzug. „Unseren Bundestrainer finde ich super. Er hat Handballverstand, er erkennt die Talente in Deutschland und die Mannschaft hört auf ihn. Lemke habe ich im Vorfeld nicht so stark gesehen. Wir sollten Vertrauen zum Trainer haben, der kann das besser beurteilen.“

Wie Krause bedauert auch sein Übungsleiter Christian Meermeier, dass der erste deutsche Auftritt am Samstag gegen Montenegro teilweise parallel zum Friesen-Heimspiel gegen SW Havixbeck liegt. „Ich freu‘ mich darauf, viele Handballspiele live zu sehen. Für Deutschland hängt viel von einem guten Start ab. Gelingt er, gehören wir schon zu den besseren Mannschaften in Europa. In den K.o.-Spielen zählt dann die Tagesform. Gegen Dänemark oder Kroatien wird es schwer. Auch Frankreich und Spanien sind gute Teams – das kann spannend werden“, so Meermeier.

„Ich hoffe, wir kommen bis ins Halbfinale. Das Potenzial und den Teamgeist hat die Mannschaft“, gibt sich auch Reinhard Hölscher hoffnungsfroh mit Blick auf das Abschneiden der Bad Boys. „Ab dem Halbfinale entscheidet die Tagesform. Eine Titelverteidigung wäre uns Handballern zu wünschen, sonst drohen uns andere Sportarten den Rang abzulaufen. Die Nichtnominierung von Lemke hat sich der Bundestrainer bestimmt nicht einfach gemacht. Läuft es, ist er der Held. Läuft es nicht, ist er der Dumpfbatz.“

Frankreich hält der Coach der HSG Bever-Ems für den großen Titelfavoriten. „Mal schauen, was mit Kroatien im eigenen Land ist. Das Publikum steht da ja immer mächtig unter Dampf.“

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