Golf: Hans Gerling als Caddie unterwegs
Helfer und Ratgeber für die Profis

Telgte -

In jungen Jahren war Hans Gerling Handballer in Reihen des TV Friesen, dann Amateurradrennfahrer und Triathlet, ehe im Alter von 36 Jahren ein sechswöchiger Golf-Schnupperkurs in Brückhausen alles änderte. Seit zehn Jahren betreibt er ein eher ungewöhnliches Hobby.

Freitag, 20.07.2018, 20:00 Uhr

Auf vielen Golfplätzen – vor allem in Europa – ist der Telgter Hans Gerling schon gewesen. Als Caddie ist der 55-jährige Telgter auf der Senior Tour mit dem Franzosen Marc Farry unterwegs. Auf der Main Tour wird der Emsstädter unterschiedlichen Profis zugeteilt.
Auf vielen Golfplätzen – vor allem in Europa – ist der Telgter Hans Gerling schon gewesen. Als Caddie ist der 55-jährige Telgter auf der Senior Tour mit dem Franzosen Marc Farry unterwegs. Auf der Main Tour wird der Emsstädter unterschiedlichen Profis zugeteilt. Foto: privat

In jungen Jahren war Hans Gerling Handballer in Reihen des TV Friesen , dann Amateurradrennfahrer und Triathlet, ehe im Alter von 36 Jahren ein sechswöchiger Golf-Schnupperkurs in Brückhausen alles änderte. „Die Sportart hat mich nicht mehr losgelassen. Ich bin süchtig geworden“, beschreibt der Telgter Versicherungskaufmann seinen Einstieg. Während eines Reha-Aufenthaltes übte er fleißig am Put-Automaten. „Damals war der Golfsport ganz wichtig für mich, ein neuer Lebensinhalt, an den ich mich geklammert habe.“

Vor zehn Jahren wurde vom Fernsehsender Sky dann ein Caddie für Bernhard Langer gesucht. 580 Personen bewarben sich, Gerling (Handicap 12) kam immerhin unter die ersten Zwölf und war infiziert von einem neuen Bazillus.

Nach und nach lernte er immer mehr Spieler kennen. Inzwischen ist er seit sechs Jahren fester Begleiter von Golfprofi Marc Farry aus Frankreich, wenn dieser in Europa auf der Senior Tour aktiv ist. Anfang des Jahres war Gerling in Dubai, im Sommer heißen die Stationen Dänemark, Belgien, Niederlande und Deutschland. In der nächsten Woche geht‘s zu den Porsche Open nach Winsen an der Luhe.

„Maximal zehn Wochen im Jahr bin ich auf der Tour., aber nie zwei Wochen hintereinander. So viel Urlaub gestehe ich mir für mein verrücktes Berufshobby zu, bei dem ich gut ausspannen kann“, erzählt der 55-Jährige. „Solche Höhepunkte wie Mauritius oder die Seychellen kann ich derzeit noch nicht mitmachen, aber irgendwann wird es passen.“

Im Normalfall reist Hans Gerling sonntags oder montags mit dem Auto zum Spielort an. Dann folgt eine Geländebesichtigung mit dem Golf-Profi, um die Eigenarten des Kurses in Augenschein zu nehmen und Strategien zu schmieden. „Wirklich Geld macht man nur dann, wenn der Golfer den Cut schafft und unter die besten 72 kommt“, so der Emsstädter, der logischerweise viel Zeit mit dem Profisportler verbringt. „Absolut – da entsteht ein persönliches Verhältnis. Der Spieler ist während eines Turnieres mehr mit mir als mit seiner Frau zusammen.“

Der Telgter gehört der European Caddie-Vereinigung an. Die wiederum verteilt auf der Main Tour die Helfer und Ratgeber auf die Golf-Asse. „Ein Highlight ist immer ein Major Turnier. Ich war mehrmals in St. Andrews in Schottland dabei, wo vor 80 000 Zuschauern gespielt wird. Ich hatte auch ein Angebot, das ganzjährig zu machen, aber dafür bin ich zur sehr im Münsterland verwurzelt. Die Spieler sind praktisch wie ein fahrendes Volk und ich bin nur ein Zahnrad im ganzen System.“

Gleichwohl hat der Vielgereiste noch sportliche Ziele: „Im April 2019 bin ich beim ersten Profi-Turnier in Jordanien dabei. Normalerweise käme man da nicht hin. Auch Südafrika wäre eine schöne Herausforderung – oder auch Russland“, hat Gerling noch reichlich Pläne.

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