Leichtathletik: Mauerweglauf
Ludger Hovest läuft 90 Kilometer durch Berlin

Ostbevern -

Ludger Hovest vom BSV Ostbevern absolvierte mit dem Freckenhorster Markus Schuler den Mauerweglauf. Beim Ultramarathon „100 Meilen Berlin“ waren sie die zweitbeste Zweier-Staffel. Hovest beendete seine gut 90 Kilometer in neuneinhalb Stunden. Er hatte unterwegs noch genug Luft zum Quatschen.

Mittwoch, 15.08.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 15.08.2018, 19:00 Uhr
Sie teilten sich die Strecke bei „100 Meilen Berlin“: Ludger Hovest (l.) vom BSV Ostbevern lief gut 90 Kilometer und Markus Schuler aus Freckenhorst gut 70 Kilometer.
Sie teilten sich die Strecke bei „100 Meilen Berlin“: Ludger Hovest (l.) vom BSV Ostbevern lief gut 90 Kilometer und Markus Schuler aus Freckenhorst gut 70 Kilometer. Foto: privat

90 Kilometer durch und rund um Berlin – das schaffen viele Touristen nicht mal an einem Wochenende mit der U- und S-Bahn. Ludger Hovest ist genau diese Strecke in der Hauptstadt an einem Tag gejoggt. An einem Stück und in gut neuneinhalb Stunden. Mit dem Freckenhorster Markus Schuler bildete der Athlet des BSV Ostbevern beim achten Mauerweglauf „100 Meilen Berlin“ eine Zweier-Staffel.

Das Duo hat sich die Distanz von knapp 161 Kilometern geteilt. Hovest lief den längeren Split über 91,2 Kilometer und Schuler den kürzeren über 70,7 Kilometer. Diese Aufteilung ist in der Ausschreibung vorgegeben. Gewertet wurden auch Einzelläufer, Vierer- und Zehner-Staffeln. Unter 24 Zweier-Gruppen landeten Hovest/Schuler auf dem zweiten Platz. Mit 15:36,27 Stunden hatten sie gut 20 Minuten Rückstand auf die Sieger und rund 20 Minuten Vorsprung auf die Dritten. „Wir wollten beide durchkommen. Dass wir so eine Platzierung bekommen, damit hatten wir nicht gerechnet“, strahlte Hovest nach dem Ultramarathon zum Gedenken an die Maueropfer.

Auf den ersten 40 Kilometern hatten wir eine nette Fünfer-Gruppe. Da gab es viel zu erzählen.

Ludger Hovest

Der 55-Jährige gab den Chip nach gut 90 Kilometern und 9:36 Stunden an seinem Kompagnon weiter. Schuler war noch fixer, er absolvierte die gut 70 Kilometer in 6:04 Stunden – also in einer Fünfer-Pace. Hovest lag etwas über einem Sechs-Minuten-Schnitt pro Kilometer – für diese Distanz immer noch ein beeindruckender Wert. Er winkt aber ab: „Man läuft Ausdauer und geht nicht ans Limit.“ Er nutzte jede Gelegenheit, sich bei einem kleinen Plausch abzulenken. „Auf den ersten 40 Kilometern hatten wir eine nette Fünfer-Gruppe. Da gab es viel zu erzählen“, berichtet Hovest. „Dann musste ich längere Zeit alleine laufen, da hatte ich zu kämpfen. Auf den letzten 20 Kilometern waren wir wieder eine Gruppe, da konnte man sich unterhalten.“ Wenn so viel Luft noch bleibt . . .

Morgens um 7 Uhr ging Hovest auf die Piste, abends um halb elf kam Schuler ins Ziel. Übers Handy standen sie immer in Kontakt. Ein Mobiltelefon ist bei jedem Läufer Pflicht, ebenso eine Warnweste und Stirnlampe, die Schuler ab 21 Uhr benötigte.

145 Kilometer in einer Woche

Vor einem Jahr hatten sich Hovest und Schuler für einen Start bei „100 Meilen Berlin“ entschlossen. Seitdem hatten sie sich darauf vorbereitet. In den letzten drei Monaten absolvierte Hovest 1200 Trainingskilometer. In seiner besten Woche waren es 145 Kilometer, seine längste Trainingsetappe ging über 65 Kilometer. Der Mauerweglauf war sein zweiter Ultramarathon nach dem Rennsteiglauf im Thüringer Wald vor drei Jahren. Der gebürtige Ostbeverner lebt aus beruflichen Gründen seit fünf Jahren in Füchtorf. Dem Lauftreff des BSV Ostbevern ist der Hausmeister, der verheiratet ist und zwei Töchter hat, treu geblieben. In der Regel läuft er Marathon, seine Bestzeit liegt bei 3:28 Stunden.

Die Oberschenkel brannten ganz gut, sonst war alles okay.

Ludger Hovest

Im Vorfeld hatte sich Hovest von seinem Arzt regelmäßig durchchecken lassen. „Ein bisschen“ habe er in den ersten Tagen nach dem Berlin-Einsatz seine Knochen gespürt. „Die Oberschenkel brannten ganz gut, sonst war alles okay“, sagt er. Seinen nächsten Start hat er am 7. Oktober geplant beim 3-Länder-Marathon am Bodensee. 42 Kilometer sind jetzt ein Klacks für Ludger Hovest.

Mauerweglauf

Seit 2011 erinnert der Mauerweglauf an die Opfer der früheren Grenze, die Deutschland zwischen 1961 und 1989 teilte. Gelaufen wird dabei auf dem ehemaligen Grenzstreifen, das sind etwas mehr als 161 Kilometer rund um das westliche Berlin. In diesem Jahr starteten 396 Einzelläufer, 24 Zweier-Staffeln, 54 Vierer-Staffeln und 31 Zehner-Staffeln. 

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