Fußball: Christian Nosthoff und Hendrik Schlunz
Wiedereinsteiger als Teilzeitkräfte beim SV Ems Westbevern

Westbevern -

Beide mussten in jungen Jahren ihre Fußball-Laufbahn aufgrund von gesundheitlichen Problemen unterbrechen. Beide stehen ihrem Verein inzwischen wieder zur Verfügung – jedoch lediglich als Teilzeitkräfte.

Freitag, 08.03.2019, 18:54 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 19:06 Uhr
Mittelfeldspieler Christian Nosthoff (mit Kapitänsbinde) wurde aufgrund von gesundheitlichen Problemen zu einer längeren fußballerischen Pause gezwungen.
Mittelfeldspieler Christian Nosthoff (mit Kapitänsbinde) wurde aufgrund von gesundheitlichen Problemen zu einer längeren fußballerischen Pause gezwungen. Foto: Biniossek

Beide hatten ihre Fußballschuhe aus gesundheitlichen Gründen in jungen Jahren eigentlich schon an den Nagel gehängt und sind nun doch wieder dabei: Hendrik Schlunz und Christian Nosthoff waren Leistungsträger beim A-Ligisten SV Ems Westbevern , dann plötzlich ganz raus, um nun ihrem Verein als Wiedereinsteiger und Teilzeitkräfte doch wieder zur Verfügung zu stehen.

Schlunz legte 2013 nach einem zehnmonatigen Abstecher zum Bezirksligisten SG Telgte eine einjährige Pause ein, da in der Familie eine genbedingte Vorbelastung in Richtung Herzmuskelverdickung festgestellt wurde. Jener Risikofaktor, wegen dem auch Gerald Asamoah zu Beginn seiner Karriere seine Profi-Laufbahn vorübergehend unterbrach. „Am Anfang war das Aufhören schwierig, weil ich früher jeden Tag auf dem Bolzplatz gespielt habe“, berichtet Schlunz. Unter Ralf Hohmann stieg der torgefährliche Linksfuß als Co-Trainer wieder ein und traute sich dann auch zunehmend Kurzeinsätze in der Erstvertretung zu. „Als Backup für die letzten Minuten“, so der Angreifer. Und dabei ist es bis heute geblieben. „So wie es jetzt ist, möchte ich nix dran ändern.“

Bei Christian Nosthoff waren es im Winter 2015/16 Probleme mit der Hüfte und den Knien, die ihn zu einer dreijährigen Pause veranlassten. Auf ärztlichen Rat und wegen deutlicher Schmerzen verordnete sich der heute 28-Jährige die Schonung seiner Gelenke: „Die Ruhe hat viel geholfen.“ Ein bisschen Fitnessstudio und Joggen rückten an die Stelle regelmäßiger Trainingseinheiten in Vadrup.

Aber auch bei ihm sollte es nicht das endgültige Ende seiner fußballerischen Aktivitäten gewesen sein. Vor der laufenden Saison wurde er zum Co-Trainer des neuen Emser Übungsleiters Andrea Balderi befördert. Der offensive Mittelfeldspieler stieg wieder leicht ins Training ein. „Ich war ein bisschen überrascht, dass es so gut klappte und ich keine Schmerzen hatte“, so Nosthoff. Vier Kurzeinsätze über fünf bis 20 Minuten traute er sich in der Hinrunde zu. „Immer da, wo ich gebraucht wurde, mal als Sechser, mal im offensiven Mittelfeld, mal ganz vorne drin.“

Zum Rückrundenstart gegen den VfL Sassenberg stand der Fachbauleiter im Bereich Elektrotechnik dann sogar 80 Minuten auf dem Feld, gegen die SG Sendenhorst folgten 55 weitere, ehe eine Bänderverletzung ihn stoppte. Nun drohen fünf, sechs Wochen Pause, frühestens im April ist an weitere Spiele zu denken.

Allerdings hätte Nosthoff am Sonntag gegen die Zweitvertretung von Westfalia Kinderhaus ehedem nicht zur Verfügung gestanden. Mit Vater Thomas sowie seinen Brüdern Jan und Patrick begibt er sich an diesem Wochenende auf Fußballreise nach England. Newcastle United gegen den FC Everton heißt die Begegnung, die sich das Quartett auf der Insel gönnt. Es ist nicht der erste Trip dieser Art, den die vier Westbeverner angehen. In der Vorsaison sahen sie in Sunderland einen 4:1-Erfolg von Manchester City.

Im Frühjahr wollen Nosthoff und Schlunz wieder gemeinsam für Ems spielen. „Wir kennen uns von kleinauf, haben zusammen als A-Jugendliche den Schritt in die erste Mannschaft gemacht“, so Hendrik Schlunz. Und nun haben die beiden gemeinsam einen Weg zurück in die Erstvertretung ihres Vereins gefunden.

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