Tennis: SV Ems Westbevern
Spätzünder Tim Dahms schießt steil nach oben

Westbevern -

Tim Dahms war im Fußball ein Phänomen und ist es jetzt auch im Tennis. Mit diesem Sport hat der heute 42-Jährige vom SV Ems Westbevern erst Ende 2014 angefangen. In knapp vier Jahren ist er um 16 Leistungsklassen nach oben geklettert.

Samstag, 14.09.2019, 07:00 Uhr
Erst Ende 2014 hat Tim Dahms mit Tennis angefangen. Seitdem hat sich der Westbeverner von der Leistungsklasse 23 auf sieben verbessert.
Erst Ende 2014 hat Tim Dahms mit Tennis angefangen. Seitdem hat sich der Westbeverner von der Leistungsklasse 23 auf sieben verbessert. Foto: Aumüller

Tim Dahms ist ein Phänomen. Er hat sehr spät mit dem Fußball angefangen und es dann bis in die Verbandsliga geschafft. Der 42-Jährige spielt erst seit knapp vier Jahren Tennis und ist in dieser kurzen Zeitspanne von der Leistungsklasse 23 auf sieben hochgeschossen. Der wichtigste Grund für die kometenhaften Aufstiege des Westbeverners dürfte sein Naturell sein. „Alles, was ich tue – ob Familie, Sport oder Beruf – mache ich mit Liebe und Leidenschaft“, sagt Dahms. Wer mal mit ihm gesprochen hat, wird das sofort glauben. Der Mann steckt voller Energie.

Früher hat er Badminton gespielt, Squash und Speckbrett beim SC Münster 08. Der Tod seines Vaters 1995 war für den damals 16-Jährigen ein schwerer Schlag. „Da war ich in einem Loch und habe zwei Jahre lang eine Sport-Pause gemacht“, erzählt Dahms. Das war – mal abgesehen von einer Ellbogen-Operation 2018 – die einzige Auszeit.

Ich habe es über die Physis und den Kampf geschafft.

Tim Dahms

Mit 18 Jahren hat er sich erstmals in einem Fußballverein angemeldet. Über den SC Sprakel und TuS Hiltrup ging es zum Verbandsligisten Davaria Davensberg. „Ich habe das ohne taktische und fußballerische Ausbildung geschafft – allein über die Physis und den Kampf“, sagt Dahms. „Und so ist es jetzt auch beim Tennis.“

In der Bundeswehr-Sportschule

Fast zwölf Jahre lang war er an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf als Sport-Ausbilder tätig. Ende 2014 ist Dahms mit seiner Frau und seinen heute acht und fünf Jahre alten Kindern nach Westbevern auf einen renovierungsbedürftigen Hof gezogen. Ende 2016 meldete sich der Eventmanager, der bei einer Agentur in Emsdetten arbeitet, beim SV Ems Westbevern in der Tennisabteilung an. „Ich hatte vorher nie richtig einen Schläger in der Hand“, versichert er. „Ich wurde super aufgenommen von den Herren 30, aber auch vom Verein.“ Entscheidend für den Spätzünder waren Abteilungsleiter Horst Hülsmann und Trainer Frank Müller . Heute gibt Dahms, der den C-Trainerschein besitzt, neben Frank Müller und Nils Müller selbst Übungsstunden auf dem Court.

Ganz viel Ehrgeiz

In knapp vier Jahren ist Dahms 16 Leistungsklassen nach oben geklettert. Den größten Sprung auf einmal machte er, als der Tennisbezirk Münsterland ihn von LK 19 auf zwölf hoch stufte. „Vielleicht habe ich neben der Physis Talent“, erklärt Dahms, warum er gleich in zwei Sportarten von null so durchgestartet ist. „Und vielleicht habe ich die Gabe, mich auf jedes Training einzulassen und alles aufzusaugen.“ Wovon er ganz sicher ganz viel hat: Ehrgeiz.

Ich bin ein Wettkampftyp.

Tim Dahms

Die LK sechs ist nicht mehr fern. Neben den regulären Meisterschaftsspielen mit den Herren 30 aus Westbevern – die Truppe ist in der Hallensaison in die Münsterlandliga aufgestiegen und in der Sommerrunde Bezirksliga-Vizemeister geworden, Dahms spielt mittlerweile an Position eins – tritt er in jedem Sommer bei mehreren Turnieren an, um sein LK-Konto aufzubessern. „Am liebsten im K.o.-System. Ich bin ein Wettkampftyp.“

Die Familie steht an Nummer eins.

Tim Dahms

Er ist aber auch ein Ehrenamtler. Seit 2018 engagiert sich der Familienvater als Sport- und Jugendwart beim SV Ems. „Ich wollte meine Erfahrung als Trainer einbringen“, erklärt er. „In einer kleinen Sparte eines kleinen Vereins will ich meinen Beitrag dazu leisten, dass das Ehrenamt nicht weiter ausstirbt.“ Bei allen Ambitionen betont Dahms: „Die Familie steht an Nummer eins.“

Ob er in Zukunft noch eine neue Sportart ausprobiert? „Ich soll auch Talent darin haben, den Golfschläger in die Hand zu nehmen“, lächelt der Westbeverner. „Ich könnte mir vorstellen, so mit 50 vielleicht, auf den Golfplatz zu gehen und richtig loszulegen.“ Man darf gespannt sein, wie schnell Tim Dahms dann sein Handicap verbessert. Wahrscheinlich geht das auch ganz fix.

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