Volleyball
Hartmut Abrell vom BSV Ostbevern II: „Jetzt hat es mich wieder gepackt“

Ostbevern/Telgte -

Fast 20 Jahre hatte Hartmut Abrell keinen Volleyball mehr angefasst, nun hat es den 67-jährigen Wahl-Telgter doch wieder gepackt. Seit drei Monaten coacht er die zweite Damenmannschaft des BSV Ostbevern. 1978/79 schaffte er mit dem CVJM Siegen den Sprung in die 1. Bundesliga.

Mittwoch, 27.11.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 28.11.2019, 18:38 Uhr
Die Verbandsliga-Volleyballerinnen des BSV Ostbevern II haben seit Saisonbeginn einen neuen Trainer.
Die Verbandsliga-Volleyballerinnen des BSV Ostbevern II haben seit Saisonbeginn einen neuen Trainer. Foto: Aumüller

Wenn der neue Trainer der zweiten Damenmannschaft des BSV Ostbevern seinem Team etwas vom Volleyball erzählt, weiß er genau, worüber er spricht. Schließlich hat es Hartmut Abrell in jungen Jahren als aktiver Sportler bis in die 1. Bundesliga geschafft, später die Trainer-A-Lizenz gemacht und sogar die CVJM-Nationalmannschaft betreut.

Dabei war dieser Weg keineswegs vorgezeichnet. „Ich bin in einem kleinen Dorf groß geworden. Bei uns ging man entweder zum Geräteturnen oder zum Fußball“, berichtet der 67-Jährige. Er entschied sich für Ersteres, um anschließend bei der Leichtathletik zu landen. Weitsprung, Sprint und Kugelstoßen waren seine favorisierten Disziplinen innerhalb des Zehnkampfes. „Am Ende des Trainings haben wir dann schon mal Volleyball gespielt.“ Der Kontakt zu der Sportart war hergestellt, die ihn nicht mehr los ließ.

Zum Lehramtsstudium in Mathematik, Informatik und Sport zog es ihn nach Bonn, wo er zunächst in der Volleyball-Regionalliga aktiv wurde. Alsbald wurde mit GTRV Neuwied ein Zweitligist auf das Talent aufmerksam. „Als Leichtathlet konnte ich hoch springen und hart schlagen. Die Technik folgte dann peu à peu“, erzählt Abrell, der mit den Rheinländern dreimal in Folge auf Platz zwei in der 2. Liga Süd landete.

Nach dem Uni-Abschluss ging es zurück ins Siegerland. Mit dem CVJM Siegen stieg der ehrgeizige Außenangreifer 1978/79 von der 2. Liga Nord in die Beletage des deutschen Volleyballs aufstieg. Lediglich drei Siege verbuchte der Neuling auf höchstem Niveau, aber schöne Erinnerungen sind trotzdem geblieben. „Sieben Stunden sind wir mit dem Bus zum Deutschen Meister 1860 München gefahren, in dessen Reihen seinerzeit Stelian Moculescu spielte. Eine Stunde sind wir dort spazieren gegangen, eine Stunde haben wir uns warm gespielt, dann in 45 Minuten 0:3 verloren und wieder sieben Stunden zurück gefahren“, erinnert sich Hartmut Abrell. „Beim Hamburger SV haben wir 3:1 gewonnen und es dabei nicht geschafft, den Ball unter die Decke der Alsterdorfer Sporthalle zu bekommen.“

„Dann haben wir eine Oldie-Truppe aufgemacht. Später habe ich gemeinsam mit meiner Gattin Christine in Mixed-Teams gespielt“, so der Pädagoge. Zudem coachte er mehrere Damen- und Herrenteams, war Vorsitzender des Volleyballkreises, gründete den Landesleistungsstützpunkt Siegen und betreute die deutsche CVJM-Auswahl bei Länderspielreisen nach Portugal, Schweden und Dänemark.

Aber der Lehrerberuf verlangte Abrell zeitlich zunehmend mehr ab. 39 Jahre arbeitete er am Evangelischen Gymnasium Siegen, zwei Jahrzehnte davon als stellvertretender Schulleiter, ehe er 2016 in den Ruhestand verabschiedet wurde. „Mit 50 habe ich mir gesagt: Du fasst keinen Ball mehr an und schaust keine Volleyballspiele mehr. Das habe ich durchgezogen, aber jetzt hat es mich wieder gepackt“, so der Wahl-Telgter.

Seine inzwischen in Handorf wohnende Tochter Carolin Abrell-Vogel hat mehrere Jahre in der ersten Damenmannschaft des BSV Ostbevern gespielt. So entstand der Kontakt zu Dominik Münch, der ihn überzeugen konnte, das Verbandsliga-Aufgebot der Blau-Weißen zu übernehmen. „Verein und Team müssen jetzt erstmal gucken, ob sie mit mir können und mich gut finden.“ Anfang 2020 wird man sich zusammensetzen und schauen, ob daraus etwas Längerfristiges wird. „Ich habe jedenfalls derzeit keine Absicht, die Zusammenarbeit zu beenden.“

Dabei hat der Ruheständler durchaus noch andere Hobbys und freut sich auf die gemeinsame Zeit mit der Familie. „Ich bin bei meinen fünf Enkeln gut eingespannt und spiele ein wenig Golf.“ Auch Reisen gehören zu seinen Vorlieben. „Wir sind Fans der Berge und des Meeres. Wir fahren gerne an die Nord- und Ostsee und kennen uns auch ganz gut in Südtirol aus.“

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