Tischtennis: Saison wird unterbrochen
Spielpause bis Januar: Reaktionen auf den WTTV-Beschluss

Telgte/Ostbevern -

Der WTTV hat beschlossen, dass die Saison bis zum 31. Dezember unterbrochen und stark verkürzt wird. Die heimischen Spieler zeigen Verständnis für die Reaktion des Verbandes auf die steigenden Corona-Infektionszahlen. Kritisiert wird der Modus mit nur noch halb so vielen Spielen wie geplant.

Montag, 26.10.2020, 17:03 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 20:40 Uhr
Nächster Aufschlag frühestens Anfang 2021 wieder: Die Tischtennisspieler, hier Björn Busch von der SG Telgte, müssen die Saison unterbrechen.
Nächster Aufschlag frühestens Anfang 2021 wieder: Die Tischtennisspieler, hier Björn Busch von der SG Telgte, müssen die Saison unterbrechen. Foto: Aumüller

In diesem Jahr läuft nichts mehr. Wegen der Entwicklung der Corona-Fallzahlen hat der Westdeutsche Tischtennis-Verband beschlossen, dass der Spielbetrieb in allen Ligen und Altersklassen unter dem Dach des WTTV bis zum 31. Dezember unterbrochen wird. Die Saison soll im Januar fortgesetzt werden.

Die in der Vorrunde noch nicht ausgetragenen Matches werden gestrichen, die anderen gezählt. Anfang 2021 geht es weiter mit den Partien der Rückrunde – aber nur mit denen, die in der Hinserie nicht mehr bestritten wurden. Alle Mannschaften treffen demnach einmal aufeinander. Die Saison 2020/21 wird also als einfache Runde ausgespielt – mit Auf- und Absteigern.

Es war absehbar, dass bei steigenden Infektionszahlen von Verbandsseite aus gehandelt wird.

Markus Redbrake

„Die Entscheidung, die Saison zu unterbrechen, war zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt zu erwarten, kommt aber auch nicht ganz überraschend“, sagt Markus Redbrake . „Ich habe den Eindruck, dass der Verband bei diesem Thema sehr umsichtig handelt und die Gesundheit aller in der Vordergrund stellt. Es war absehbar, dass bei steigenden Infektionszahlen von Verbandsseite aus gehandelt wird“, so der Tischtennis-Abteilungsleiter des BSV Ostbevern.

Man kann den Sport ja nicht einfach so weiterlaufen lassen.

Markus Redbrake

Er unterstützt das Vorgehen des WTTV. „Die Zahlen steigen immer mehr. Man kann den Sport ja nicht einfach so weiterlaufen lassen. Wer will dafür die Verantwortung übernehmen?“ Beim BSV werde zunächst „ganz normal nach den Hygienevorschriften weitertrainiert“, erklärt Redbrake – „zumindest so lange die Hallen noch offen sind.“

Wir sind überrascht.

Christian Stöckl

„Wir sind schon überrascht“, sagt Christian Stöckl , Abteilungsleiter der SG Telgte . „Die Zahlen sind sehr hoch, und viele Hebel gibt es nicht, das Infektionsgeschehen einzudämmen.“ Dass Tischtennis nicht die obere Priorität habe, sei verständlich. Stöckl findet aber auch: „Es ist nicht verhältnismäßig, wenn andere Sportarten weiterlaufen wie bisher.“ Im Tischtennis werden im WTTV-Amateurbereich in dieser Saison nur Einzel gespielt, keine Doppel. Tischtennis gilt daher nicht als Kontaktsportart.

Man hätte zumindest versuchen können, alle Spiele der Hin- und Rückrunde auszutragen.

Christian Stöckl

Stöckl versteht nicht, warum der Verband jetzt schon diesen Modus festgelegt hat. „Es wäre ja bis zum Sommer Zeit, die Saison über den April hinaus zu verlängern. Man hätte zumindest versuchen können, alle Spiele der Hin- und Rückrunde auszutragen. Eine Absage der Saison wäre kurzfristig immer noch möglich gewesen.“ So blieben den meisten Teams nur noch wenige Spiele.

Als Beispiel nennt Stöckl seine Mannschaft. Die SG Telgte III hat in der 1. Kreisklasse schon sechs Partien absolviert. „Wir haben also nur noch vier Spiele in der Rückrunde, dann ist die Saison vorbei. Das ist ein bisschen krass.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7649317?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57553%2F
Nachrichten-Ticker