Fußball: RW Ahlens Manager lebt ungewöhnlichen Dreiklang
Feder, Fußball, Feldarbeit: Die Leidenschaften des Joachim Krug

Ahlen -

Joachim Krug steckt als Sportlicher Leiter von RW Ahlen mitten im Abstiegskampf der Fußball-Regionalliga. Den Trainer hat er schon gewechselt. Aber was kann er noch tun? Und wie schafft er es, nicht die Nerven zu verlieren? Von Cedric Gebhardt
Samstag, 02.01.2021, 05:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 02.01.2021, 05:00 Uhr
Volles Programm statt Müßiggang: Auf der Ranch in Hamm packt Joachim Krug nahezu täglich mit an. Zu den dortigen Pferden hat er eine enge Verbindung.
Volles Programm statt Müßiggang: Auf der Ranch in Hamm packt Joachim Krug nahezu täglich mit an. Zu den dortigen Pferden hat er eine enge Verbindung. Foto: Joachim Krug
Manchmal ist der Gegner so winzig klein, dass man ihn nicht zu packen kriegt. So wie an diesem Donnerstagabend Ende November. Joachim Krug sitzt in Jeans auf der Geschäftsstelle von Rot-Weiß Ahlen und fummelt an seinem schwarzen Pullover herum. Immer wieder zupft er an seinem Oberteil, so, als wolle er einen lästigen Flusen entfernen. Aber es klappt nicht. Hat jemand eine Fusselrolle? Dann streicht er den Pullover wieder glatt. Ist da überhaupt ein Flusen auf seinem Oberteil? Mit Neururer fast bis in die Bundesliga Geschenkt. Krug hat schließlich drängendere Probleme. Zum Beispiel Rot-Weiß Ahlen über den Strich zu hieven. Aktuell steht der Club auf Platz 20 in der Fußball-Regionalliga. Viel weiter entfernt vom Klassenerhalt kann man nicht sein. Der Abstieg droht. Was kann er dagegen tun? Krug ist 65 Jahre alt, hat kein Gramm zu viel auf den Rippen, hat volles, leicht ergrautes Haar, ist an die 1,90 Meter groß. Erst ist er Spieler bei Arminia Bielefeld. Später dort auch Trainer in der 2. Bundesliga. 1992 geht er zu LR Ahlen. Ein Verein, den der damalige Mäzen Helmut Spikker mit Millionen aufpumpt und den Krug zunächst als Trainer, später als Manager von der Bezirks- bis in die 2. Bundesliga führt. Fast klappt es unter dem damaligen Coach Peter Neururer – mit dem er in den 70ern an der Sporthochschule Köln gemeinsam studiert – sogar mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Fast. Da war noch viel Feinkost: (von links) Mäzen Helmut Spikker, Trainer Werner Lorant und Joachim Krug zu Zeiten von LR Ahlen in der 2. Bundesliga. Foto: Henning Wegener Das Diktat des Machbaren Es folgen gute und weniger gute, auf jeden Fall aber turbulente Jahre in Ahlen, ehe sich mit dem Rückzug des Geldgebers auch der sportliche Niedergang einstellt. Krug zieht es nun nach Sachsen, wo er gegen den Widerstand im Umfeld der Stadt mithilft, das Projekt RB Leipzig entstehen zu lassen.
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