Maßnahmenkatalog
Preußen Münster hebt Verbote teilweise wieder auf

Münster -

Um ein "Zeichen der Dialogbereitschaft" zu setzen, hat der SC Preußen Münster einige Verbote, die er seinen Fans erst zu Saisonbeginn auferlegt hatte, wieder aufgehoben. Vorerst.

Montag, 04.08.2014, 14:08 Uhr

Preußen-Fans
Preußen-Fans reagierten beim ersten Heimspiel der Saison 2014/15 gegen Hansa Rostock mit einem Stimmungsboykott auf den umfangreichen Maßnahmenkatalog des Vereins. Foto: Jürgen Peperhowe

Wie der Verein am Montag mitteilte, werden die mit dem neuen Maßnahmenkatalog in Kraft getretenen Verbote von Doppelhaltern, das Erfordernis von Fahnenpässen und das Verbot unangemeldeter Choreographien bis auf Weiteres ausgesetzt. „Der Verein möchte hiermit ein Zeichen der Dialogbereitschaft setzen“, erläutert Georg Krimphove , im Vorstand für die Fanbelange zuständig. „Wir müssen uns selbstverständlich vorbehalten, die Verbote bei weiteren einschlägigen Vorkommnissen wieder in Kraft zu setzen, möchten aber zunächst in offene Diskussionen mit unseren Fans eintreten. Gerade auch die zu keiner Zeit ehrverletzenden Proteste gegen die Maßnahmen ohne weitere Verstöße lassen uns diesen Raum“, so Krimphove weiter.

Das Fanprojekt hatte nach Bekanntwerden des Maßnahmenkatalogs mit Kritik reagiert: Man sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Die Ultras quittierten die strengen Regeln beim ersten Heimspiel mit einem Stimmungsboykott. Beim Auswärtsspiel in Stuttgart gab es wieder die gewohnte Unterstützung. Jetzt geht der Verein auf die Fans zu.

„Die bisherigen informellen Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen – auch mit zentralen Vertretern der Gruppierungen – lassen mich optimistisch nach vorne schauen“, ergänzt Präsident Dr. Marco de Angelis. „Die jüngsten Vorkommnisse in Duisburg , aber auch die Spitzenposition von Preußen Münster bei der Anzahl von Verstößen und der hierfür gezahlten Strafen bleiben inakzeptabel und erfordern Veränderungen. Wir sind aber überzeugt, dass der Schritt, den wir auf unsere Fans zugehen, die besten Möglichkeiten eröffnet, Kompromisse zu erzielen, mit denen alle gut leben können. Wir wünschen uns ein gutes, spannungsfreies Verhältnis zu allen Fans unseres Vereins. Gleichzeitig sind wir aber als Veranstalter für die Sicherheit der Stadionbesucher verantwortlich und müssen den Vorgaben der Ordnungsbehörden und des DFB entsprechen. In diesem Spannungsfeld müssen wir vernünftige Lösungen suchen“, so de Angelis weiter.

Wie eine endgültige Lösung aussehe, hänge vom "Ergebnis der Gespräche und der zukünftigen Entwicklung" ab, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

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