Saisontore Nummer vier und fünf für den Zugang aus Aalen 
Reichwein trifft, alles gut

Münster -

Dann fiel alles ab von Marcel Reichwein, die Selbstzweifel, der Frust, die Kritik von den Rängen, alles.

Sonntag, 07.09.2014, 06:09 Uhr

Ein Mann, zwei Tore: Marcel Reichwein jubelte am Ende mit dem SC Preußen über den 3:2-Sieg über Wehen Wiesbaden.
Ein Mann, zwei Tore: Marcel Reichwein jubelte am Ende mit dem SC Preußen über den 3:2-Sieg über Wehen Wiesbaden. Ex-Preuße Soufian Benyamina (kleines Bild links) war bei Marc Heitmeier dagegen gut aufgehoben. Foto: Jürgen Peperhowe

Was für ein Moment? Was für ein Moment! Dieser Kopfball passte, dieser Ball entschied das Spiel, ein Wahnsinnsgefühl, die totale Erleichterung trug den 28-Jährigen federleicht zum Jubel in die Fanecke, er riss das Trikot vom Leib, er wollte abheben. Ein paar Augenblicke vor Abpfiff der Begegnung gegen den SV Wehen Wiesbaden hatte Reichwein das 3:2 für Preußen Münster erzielt. Ende gut, Reichwein trifft, alles gut.

„Das lag alles so eng beieinander. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, der Neuzugang von Preußen Münster hatte kurz nach Spielende keine rechte Meinung zu seiner Leistung. Und: „Zwischendrin hatte ich schon das Gefühl, verzweifeln zu müssen bei so vielen Chancen. Entweder schieße ich also das Siegtor oder ich bin der Arsch der Nation.“ Reichwein schoss das Siegtor, das 1:0 nach 24 Minuten hatte er auch geköpft, zwischendurch aber allein fünf allerbeste Chancen liegengelassen. Er tänzelte auf dem Drahtseil, wackelte, schielte nach rechts und links runter, schien von der Leine zu kippen, stand vor der Auswechselung – und wurde zu guter Letzt Matchwinner. Es war der allerschmalste Grat zu beschreiten zwischen dem Status eines „Knipsers“ und dem Rang eines „Chancentods“. Entweder oder.

Reichwein ist nun schon bei fünf Saisontoren angekommen, eine tolle Ausbeute bei acht Einsätzen, eigentlich. Natürlich hatte er auch registriert, dass sein Trainer Ralf Loose in der bislang nicht komplikationsfreien Anfangsphase der Saison den Abgang des Offensivpakets mit Top-Vorbereiter Dennis Grote (9 Tore/13 Tor-Vorbereitungen) und Soufian Benyamina (6/2) häufig „betrauert“ hatte. An diesem Sonntag zog Reichwein einen Schlussstrich unter den Quervergleich mit Benyamina, vielleicht auch mit dem abgewanderten Mat­thew Taylor (1. FC Saarbrücken), er traf doppelt und drückte der Partie seinen ganz eigenen Stempel auf, Benyamina dagegen blieb weitestgehend impulslos. Reichwein: „Mich juckt dieses Thema nicht. Ich will niemandem was beweisen. Wenn die Mannschaft gewinnt und ich am Ende der Torjägerliste stehe, dann ist das auch gut“, fügte er schnippisch an. Mit vier anderen führt er die Rangliste im Moment jedenfalls an.

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