West-Schlager zwischen Münster und Duisburg
Nur nicht träumen beim Anpfiff

Münster -

Preußen Münster erwartet in einem Topspiel der 3. Liga am Sonntag um 14 Uhr den MSV Duisburg. Die Preußen müssen dabei Abwehrchef Dominik Schmidt ersetzen.

Freitag, 31.10.2014, 19:10 Uhr

Voller Einsatz von der ersten Minute gefordert: Benjamin Siegert (links) und Erik Zenga (rechts) im Zweikampf mit dem Bielefelder Sebastian Schuppan. Torjäger Marcel Reichwein (kleines Bild) würde nur zu gerne im Spitzenspiel gegen Duisburg wieder treffen.
Voller Einsatz von der ersten Minute gefordert: Benjamin Siegert (links) und Erik Zenga (rechts) im Zweikampf mit dem Bielefelder Sebastian Schuppan. Torjäger Marcel Reichwein (kleines Bild) würde nur zu gerne im Spitzenspiel gegen Duisburg wieder treffen. Foto: Jürgen Peperhowe

Das riecht schon nach ganz schön viel Tradition, wenn am Sonntag Preußen Münster um 14 Uhr auf den MSV Duisburg trifft. Damals, in der Oberliga West oder später in der 2. Bundesliga, wurden die Klingen gekreuzt. Nun also 3. Liga, und ein bisschen steht auch Duisburgs Neuer unter besonderer Beobachtung: Dennis Grote , 28 Jahre, Rückennummer 20, Heimkehrer.

Münsters Coach Ralf Loose verhehlt nicht, dass er den Mittelfeldspieler gerne weiter im Preußen-Dress gesehen hätte. „Er ist ja auch unter meiner Regie beim SCP aufgeblüht“, blickt Loose zurück auf neun Tore und 13 Torvorlagen in der letzten Saison. Es war Grotes beste Spielzeit in zweieinhalb Jahren. Er unterschrieb in Duisburg, weil der damalige Preußen-Manager Detlev Dammeier ihm eine nur vage Perspektive aufgezeichnet hatte. Kurios: Wenige Tage nach Grotes Zusage in Duisburg trennte sich der SCP von Detlev Dammeier.

Mehmet Kara, der Wiedererstarkte und Wiederentdeckte, hat die Position im linken offensiven Mittelfeld eingenommen. Und Loose sagte 48 Stunden vor der Partie: „Mehmet hat Dennis ersetzt, und vielleicht ist er sogar einen Tick besser. Das war so nicht zu erwarten.“ Klingt ein bisschen nach Ballyhoo. Und sollte Grote zum Einsatz kommen, wird er wohl auf seinen Kumpel Kevin Schöneberg treffen, der gestern erstmals wieder das Mannschaftstraining absolvierte. Es könnte aber auch auf Patrick Kirsch, die defensivere Variante, oder Julian Riedel, den etwas offensiver ausgerichteten Rechtsverteidiger, hinauslaufen.

Der Druck für die Duisburger ist groß, in Münster gewinnen zu müssen.

Preußen-Trainer Ralf Loose

Münster gegen Duisburg ist aber mehr als ein Personenduell. Ein Sieger würde glänzend dastehen, mindestens weiter den Duft der Tabellenspitze inhalieren.

Allerdings werden die Preußen Abwehrchef Dominik Schmidt ersetzen müssen, der eine Gelb-Rot-Sperre absitzen muss. Simon Scherder dürfte in die erste Elf dafür rutschen, er hat mit dem MSV in der letzten Saison glänzende Erfahrungen gemacht.

Und sonst? Da Loose noch den Samstag als Trainingstag hat, will er Rochaden beim Personal nicht ausschließen. Am Spieltag erst würde er die Formation für den Anpfiff herausrücken, vielleicht kann man den Gegner noch überraschen. Sagt er. Loose selbst hat die Duisburger in der Meisterschaft gegen Dresden (0:0) und im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln (1:4 im Elfmeterschießen) gesehen. „Das Gute daran war, dass ich viele Optionen des MSV so studieren konnte“, sagt Loose. Bei den Preußen sind derweil, allen Versuchen der looseschen Irreführung zum Trotz, nicht viele Änderungen zu erwarten. Schmidt muss halt ersetzt werden, der Rest bleibt. Punkt.

Aber vor allem eines musste Loose seinen Spielern eintrichtern: „Wichtig ist die Anfangsphase, den Startschuss dürfen wir nicht verpassen.“ Traumreisen wie gegen Rostock, Dresden, Chemnitz, Bielefeld und zuletzt bei Fortuna Köln in den ersten Minuten müssen mit Macht verhindert werden.

►  Münster: Masuch – Schöneberg, Scherder, Heitmeier, Hergesell – Bischoff, Zenga – Siegert, Piossek, Kara – Reichwein.

Zuschauerinfo:

► Die Straße am Berg Fidel wird ab 11 Uhr zur Einbahnstraße in Richtung Trautmannsdorffstraße.

► Die Parkplätze P 1, P 2 und P 4 werden für Duisburger freigehalten.

► Tribünenbesucher der Blöcke C bis F müssen über die Hammer Straße/Kunstrasenplatz zu ihren Plätzen gehen. Für A und B geht es über den Haupteingang zu den Plätzen.

► Die Buslinien 1, 5 und 9 halten unmittelbar am Preußenstadion.

► Öffnungszeiten: 11.30 Uhr Gästebereich, 12 Uhr Stadion, 12.30 Uhr VIP‘s.

Rückblick

Ende der 80er Jahren spielten der SCP und der MSV zwei Aufstiegsrunden um den Zweitliga-Aufstieg mit. 1987/88 scheiterten beide Teams, Duisburg als Dritter hinter Hertha BSC Berlin und Eintracht Braunschweig. Münster wurde Vierter, blieb aber gegen die Duisburger (2:2 und 4:1) ungeschlagen. Ein Jahr später gewann der MSV die Aufstiegsrunde, Münster wurde Zweiter. Am letzten Spieltag genügte dem SCP ein 0:0 vor 22 000 Zuschauern gegen Duisburg zum Sprung in die 2. Liga, es war der 18. Juni 1989.

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