Preußen auf Aufstiegsplatz
Jetzt Saisonende – das wäre schön

Münster -

Ausgerechnet Ex-Preuße Dennis Grote führte mit einer übermotivierten Abwehraktion die spielentscheidende Szene herbei: Elfmeter, Bischoff trifft, die Adlerträger gewinnen mit 1:0 und sind Tabellenzweiter. Das Wetter, die Stimmung und die Tabelle nach dem Spiel – Münster erlebt einen fantastischen Sonntag.

Montag, 03.11.2014, 12:11 Uhr

Die Entscheidung im West-Schlager: Amaury Bischoff verwandelt den Foulelfmeter nach einer halben Stunde zum 1:0 für Münster, es war das vierte Saisontor des Franzosen.
Die Entscheidung im West-Schlager: Amaury Bischoff verwandelt den Foulelfmeter nach einer halben Stunde zum 1:0 für Münster, es war das vierte Saisontor des Franzosen. Foto: Jürgen Peperhowe

Viel schöner konnte dieser erste Novembersonntag nicht sein. Fantastisches Wetter, fantastische Stimmung, dann noch ein gleichermaßen emotionaler wie griffiger SC Preußen Münster – da schlüpfte die Elf von Trainer Ralf Loose gleich auf Position zwei der Tabelle, ein Aufstiegsrang zur 2. Bundesliga ist erreicht. Endlich, im fünften Anlauf, hat der Fußball-Drittligist diese Chance in dieser Saison genutzt, diesen Platz mit bester Aussicht mal mindestens für eine Woche zu besetzen. Ein verwandelter Strafstoß von Amaury Bischoff , ausgerechnet vom Ex-Preußen Dennis Grote mit einer übermotivierten Verteidigungsaktion an Marcus Piossek verschuldet, sorgte vor 12 011 Zuschauern nach 30 Minuten für das Tor des Tages beim 1:0-Sieg.

Spieltag 16 in der 3. Liga ist Geschichte, Münsters Hüpfer nach vorn ließ aber niemanden abheben, weil noch 22 weitere Partien anberaumt sind. „Ja gut“, sagte Trainer Ralf Loose, wie nur er es sagen kann, „den zweiten Rang will ich nicht zu hoch bewerten. Mir ist im Moment wichtiger, dass wir toll gespielt haben vor einer tollen Kulisse.“ Und auch keiner der Spieler sang den Kanon des Jubels überlaut.

Spielerbewertungen zum 1:0 gegen MSV Duisburg

1/14
  • Masuch, Note 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schöneberg, Note 2,5

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  • Heitmeier, Note 2

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  • Scherder, Note 2,5

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  • Hergesell, Note 3

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  • Zenga, Note 2

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  • Bischoff, Note 2,5

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  • Truckenbrod (in der 63. Minute für Bischoff eingewechselt), ohne Bewertung

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  • Siegert, Note 3

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  • Piossek, Note 2,5

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  • Kara, Note 3

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  • Hoffmann (in der 83. Minute für Kara eingewechselt), ohne Bewertung

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  • Reichwein, Note 3

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  • Krohne (in der 83. Minute für Reichwein eingewechselt), ohne Bewertung

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„Platz zwei hört sich gut an. Wir haben nach diesem Spiel weiter Anschluss nach ganz oben“, erklärte Simon Scherder, der den gesperrten Abwehrchef Dominik Schmidt überzeugend vertrat. „Platz zwei ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass wir konstant in unseren Leistungen bleiben“, fügte Rechtsverteidiger Kevin Schöneberg, der erst am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen war, an. „Platz zwei ist eine schöne Momentaufnahme“, meinte Marc Heitmeier, Münsters erneut bärenstarker Innenverteidiger. Und: „Wenn wir den auch am letzten Spieltag innehaben, dann hätte ich nichts dagegen.“

Da bin ich jetzt abergläubisch. Wenn unser Elfmeter geschossen wird, dann schaue ich nicht hin.

Preußen-Trainer Ralf Loose

Zweiter? Das ist zweitrangig.

Rechtsverteidiger Kevin Schöneberg

So ganz traut keiner dem Braten. Zum einen, weil zwischen Spitzenreiter Wehen Wiesbaden (29), den Preußen (28) und Holstein Kiel (24) auf Platz elf gerade einmal fünf Zähler liegen. Aber, und das ist die andere Erkenntnis aus dieser Partie: Preußen Münster spricht nun ein gewichtiges Wörtchen da oben mit.

WN-TV Spielanalyse SCP - MSV Duisburg

Der West-Schlager war am Ende eigentlich eine deutlichere Angelegenheit zugunsten des SCP , als es das knappe Ergebnis von 1:0 aussagte. SCP-Schlussmann Daniel Masuch hatte unangenehme 90 Minuten zu überstehen, denn er musste sich nicht einmal aus der Menge hervorheben. Duisburg hatte keine Möglichkeiten von höchster Qualität. „Ja, es kann bei einer 1:0-Führung immer etwas passieren. Aber mir reicht es am Ende dann auch, wenn ich alle Flanken und Standardsituationen geklärt habe“, blickte Masuch zurück.

Denn gegen Duisburg konnte sich der SCP auf seine stabile Mitte verlassen. Heitmeier und Scherder funktionierten tiptop, davor bremste Erik Zenga MSV-Spielgestalter Zlatko Janjic, in Kooperation mit Amaury Bischoff hatte er zudem im Mittelfeld alles im Griff. Und wenn „Zebra“-Coach Gino Lettieri auf den Grote-Effekt gehofft hatte, dass der Ex-Preuße im linken Mittelfeld seinen Schabernack treiben würde, dann hatte er sich getäuscht.

SC Preußen Münster gegen MSV Duisburg

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
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Münsters einziges Manko war die Chancenverwertung. Mehmet Kara und Marcel Reichwein (8.) hatten eine frühe Doppelchance zur Führung. Dann verhinderte Thomas Meißners Rettungstat das 1:0 durch Amaury Bischoff (12.). Später, als gerade das 1:0 gefallen war, scheiterte Reichwein (33.) mit einem raffinierten Schlenzer. Nach der Pause vermochte Münster aus einer Reihe bester Konter kein Kapital zu schlagen, Kara (67.) vergab dabei die allerbeste. Doch es reichte, es durfte an diesem goldenen Herbsttag nur einen Sieger geben: Preußen Münster.

Duisburg fehlte die Kraft nach dem 0:0 gegen Dresden in Unterzahl und dem Pokal-Aus gegen Erstligist Köln im Elfmeterschießen. Doch diesen Schatten wollte Ralf Loose nicht auf seine Mannschaft fallen lassen: „Die Duisburger hatten fünf Tage Zeit sich zu erholen. Für uns gilt, dass wir überall gut aufgestellt waren. Das einzige, was gefehlt hat, war das zweite Tor.“

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