Preußen gegen Unterhaching
Das Gaspedal durchtreten

Münster -

Trainer Ralf Loose hat ungestört, mitunter geräuschlos gearbeitet und ein Team geformt, das große Ambitionen in Liga drei hat. An dem „Unwort“ Aufstieg hat sich bislang allerdings niemand den Mund verbrannt.

Freitag, 21.11.2014, 17:11 Uhr

Mach et, Dominik: Trainer Ralf Loose vertraut seinem Vize-Kapitän Schmidt auch gegen Unterhaching.
Mach et, Dominik: Trainer Ralf Loose vertraut seinem Vize-Kapitän Schmidt auch gegen Unterhaching. Foto: Jürgen Peperhowe

Dominik Schmidt drückt noch einmal kurz aufs Gaspedal , als er in die Straße „Am Berg Fidel“ einbiegt und geradewegs den Spielerparkplatz hinter der Haupttribüne ansteuert. Der PS-starke Motor seines sportlichen grauen Flitzers heult für einen Moment auf – und wird leiser, verstummt. Irgendwie ein Spiegelbild des bisherigen Saisonverlaufs des SC Preußen . Aus der Boxengasse hat sich das Team nach der torreichen 3:4-Auftaktniederlage gegen Hansa Rostock mit dem nötigen Grip Schritt für Schritt in die Spitzengruppe der dritten Liga befördert. Klar, nach dem 0:4 in Mainz am elften Spieltag rutschte man vorübergehend mal ins Kiesbett – aber das war allenfalls eine Momentaufnahme und gehörte mit zum Qualifying. Platz zwei steht nach 17 Spieltagen zu Buche. Am Samstag winkt sogar die Pole Position bei einem Sieg gegen die Spielvereinigung Unterhaching . Anstoß im Stadion an der Hammer Straße ist um 14 Uhr.

Interview mit SCP Cheftrainer Ralf Loose

Mächtig Fahrt aufgenommen haben die Preußen nach dem verhaltenen Beginn, ab und an das Tempo rausgenommen, um wieder voll durchzustarten. Aber eines haben sie immer bewahrt: Ruhe. Trainer Ralf Loose hat ungestört, mitunter geräuschlos gearbeitet und ein Team geformt, das große Ambitionen in Liga drei hat. An dem „Unwort“ Aufstieg hat sich bislang allerdings niemand den Mund verbrannt. „Vor zwei Jahren haben wir darüber gesprochen, und dann, dann ging der Schuss nach hinten los.“ Vize-Kapitän Schmidt weiß, wovon er spricht. Nach 36 Spieltagen in der Saison 2012/13 lag der SCP als Tabellenvierter mit nur einem Zähler Rückstand auf die Aufstiegsränge aussichtsreich im Rennen. In Unterhaching wollten die Jungs damals ein Überholmanöver starten – und gerieten ins Schlingern. Nicht nur das. Münster bekam in München gleich drei Treffer eingeschenkt – Adieu liebe Aufstiegsträume. Mittendrin im Geschehen: Dominik Schmidt. „Daraus haben wir gelernt. Jetzt schauen wir von Spiel zu Spiel“, sagt er bekehrt.

Ich bin viel unterwegs. Ich höre, wie erfreut die Leute über den SC Preußen reden. Jetzt gilt es, weitere Sympathiepunkte zu sammeln.

SCP-Trainer Ralf Loose

Gewiss nicht verkehrt. Allein im Hinblick auf die personellen Voraussetzungen am Samstag. Loose stehen gerade mal 13 gesunde Kräfte zur Verfügung . Neben Tormann Daniel Masuch, Maximilian Schulze Niehues wird für den Routinier erstmals in dieser Meisterschaftssaison den Kasten hüten, stehen verletzungsbedingt die Stammkräfte Philipp Hoffmann, Patrick Kirsch und Marcel Reichwein nicht zur Verfügung. Marcus Piossek muss eine Gelbsperre absitzen. Und hinter Jens Truckenbrod steht nach seinem Magen-Darm-Infekt ein großes Fragezeichen.

Durch den erneuten Ausfall von Torjäger Reichwein ist Rogier Krohne erste Wahl gegen Haching im Sturmzentrum. Auch Abdenour Amachaibou wird seine Chance bekommen, wie Loose ankündigte. Mit der Referenz von elf Treffern wechselte der Marokkaner zu Beginn der neuen Serie aus Regensburg in die Domstadt. In Münster hat er noch reichlich Luft nach oben. Im freien Training war er schließlich gut genug. Jetzt muss er voll motiviert aus der Warteschleife heraustreten und sich der Rennleitung, sprich Coach Loose, zeigen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2892820?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Nachrichten-Ticker