Das Bermudadreieck in Liga drei
Münster nervenstark und stabil

Nach dem 18. Spieltag der laufenden Saison war das Bermuda-Dreieck der dritten Liga wieder da: Drei ( VfL Osnabrück ), zwei ( Arminia Bielefeld ) und eins (Preußen Münster) – und Liga drei war wieder fest in Westfalenhand. Wie schon vor zwei Jahren, als diese drei Clubs lange Zeit die Geschicke der Liga diktierten.

Montag, 01.12.2014, 17:12 Uhr

Jubel in Münster: Nach dem Derby gegen Bielefeld herrschte kollektiver Jubel auf dem Rasen und den Tribünen.
Jubel in Münster: Nach dem Derby gegen Bielefeld herrschte kollektiver Jubel auf dem Rasen und den Tribünen. Foto: Jürgen Peperhowe

Am Ende schaffte dann aber nur die Arminia den Sprung in Liga zwei, Osnabrück scheiterte in der Relegation und Münster landete auf dem undankbaren vierten Platz. Jetzt greift das Trio wieder an. Woher kommen die Teams, wo stehen sie jetzt und wo wollen sie hin? Fragen und Antwortversuche.

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Foto: Jürgen Peperhowe/Grafik: Jürgen Christ

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Preußen Münster

►  Erwartung

Münster ist bescheiden geworden. Nachdem Beinahe-Aufstieg in der Saison 2012/2013 ist das Team mit höchsten Erwartungen in die Folge-Saison gestartet und hat sich nach vorzeitigem Trainerwechsel und einer enttäuschenden Spielzeit am Ende auf einen bestenfalls versöhnlichen sechsten Platz gerettet. Diese Position markierte vor dem Saisonstart auch die grobe Richtung für die neue Serie. Das Wort Aufstieg war (und ist derzeit immer noch) Tabuthema bei den Preußen.

►  Ist-Zustand

Trainer Ralf Loose hat seine Stammformation in der Theorie gefunden, in der Praxis zwingt die wechselvolle Krankengeschichte des Clubs zu immer neuen Formationen, die sich aber erstaunlich gut schlagen. Nachdem beim Saisonbeginn gegen Hansa Rostock (3:4) vor allem die Defensive vom Trainer und erst recht vom Gegner als Schwachpunkt ausgemacht wurde, ist es jetzt eben jene Abwehrreihe um den dominierenden Mann im Preußen-Team, Dominik Schmidt , die die Punkte festhält. Seit diesem ersten Spiel hat Münster im eigenen Stadion nicht mehr verloren.

►  Überraschung

Dominik Schmidt? Nein, Schmidt ist der spielende Kapitän, seit Jens Truckenbrod nicht mehr zur Stammformation zählt, und gleichzeitig der Fels in der Brandung – aber überraschend kommt das nicht. Für die besonderen Momente sorgen vielmehr drei Spieler, die vor Saisonstart fast auf dem Abstellgleis standen und auch erst mit Verspätung ihren unumstrittenen Startplatz zurückeroberten: Kevin Schöneberg, Amaury Bischoff und vor allem Mehmet Kara. Der 31-Jährige erlebt derzeit seinen zweiten bis dritten Frühling und war zuletzt mehrfach als Matchwinner im Einsatz. Mit drei Treffern und sieben Vorbereitungen führt Kara die interne Scorerliste an.

►  Prognose

Solange die gigantische Spitzengruppe weiterhin gemeinsam und in gemäßigtem Tempo marschiert, marschieren die Preußen mit. Sollten sich aber Teams mit Siegesserien absetzen, dann ist der SCP, der sich auswärts nach wie vor schwertut und angesichts seiner erfreulich konservativen Finanzpolitik in der Winterpause bestenfalls im kleinen Rahmen verstärken wird, wahrscheinlich nicht dabei. Aber die Spitze bleibt breit und Münster in dieser Saison nervenstark. Der SCP geht als Tabellendritter in die Aufstiegsrelegation. Bielefeld macht es direkt, der VfL Osnabrück geht am Ende leer aus.

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