Fußball: 3. Liga
Luft ist bei den Preußen vor Saisonfinale gegen BVB-Reserve raus

Münster -

Zum Finale einer anfangs erfolgreichen und später immer mehr aus dem Ruder geratenden Saison erwarten die Preußen am Samstag Absteiger Borussia Dortmund II. Zuvor kriegen elf Spieler und ein Torwarttrainer einen Blumenstrauß.

Freitag, 22.05.2015, 17:05 Uhr

Plant die neue Saison: SCP-Trainer Ralf Loose wird den Kader verantwortlich mit Sportvorstand Carsten Gockel zusammen stellen.
Plant die neue Saison: SCP-Trainer Ralf Loose wird den Kader verantwortlich mit Sportvorstand Carsten Gockel zusammen stellen. Foto: Jürgen Peperhowe

Ralf Loose verhehlt nicht, dass das letzte Saisonspiel für den SC Preußen Münster ansteht und es um nicht mehr ganz so viel geht. Um 13.30 Uhr an diesem Samstag gastiert die Reserve von Borussia Dortmund im Preußenstadion. Der BVB ist abgestiegen, Münster pendelt sich zwischen Rang sechs und neun ein. Spannung pur.

Gefrustet und doch froh

„Die Luft ist raus, viele Gedanken drehen sich schon um die neue Saison. Einerseits bin ich gefrustet, andererseits bin ich froh über das Saisonende“, sagt der 52-Jährige. Er wird am 21. Juni (Sonntag) das Training wieder aufnehmen, vier Tage später (25. Juni, 18.30 Uhr) dürfte der generalüberholte SCP sich erstmals in einem Testspiel bei A-Kreisligist Concordia Albachten vorstellen.

Preußen vs. BVB II: SCP-Trainer Loose im Interview

Generalüberholt? So sieht es aus. Sportvorstand Carsten Gockel las die elf Namen von Spielern vom Blatt, die vor der Partie verabschiedet. Als Letzter war am Freitag Thorsten Schulz dazu gekommen. Betreut werden könnte die „Elf der Scheidenden“ von Torwarttrainer Alexander Ogrinc, der nach zwei Jahren ebenfalls keinen neuen Kontrakf erhält.

►  Sie verlassen Münster: Kapitän Jens Truckenbrod, Torwart Daniel Masuch, Fabian Hergesell (RW Erfurt), Patrick Kirsch, Julian Riedel, Philip Röhe, Thorsten Schulz, Michael Holt, Benjamin Siegert, Erik Zenga, Emil Atlason, Alexander Ogrinc.

Somit stehen für die neue Saison aktuell 15 Aktive unter Vertrag, darunter auch Lennart Stoll aus der eigenen Jugend. Aber einige Wackelkandidaten sind darunter, wie der suspendierte Dominik Schmidt, Marco Pischorn oder Abdenour Amachaibou. Auch bei Kevin Schöneberg stellt sich die Frage, ob er wieder komplett fit wird. Das sind viele, viele Fragezeichen.

Aulbach hofft

Münsters dritter Torwart Marco Aulbach bleibt dagegen weiter eine Option – und wird nicht verabschiedet. „Wir wollen einen starken Konkurrenzkampf auf dieser Position“, sagt Gockel. Münster soll Kontakt zu einem in der 3. Liga bereits erprobten Schlussmann haben, der noch die U-23-Regel erfüllt. Auch die Stelle von Torwartcoach Ogrinc wird neu besetzt. Thomas Runkewitz, der die Nachwuchstorleute beim SCP betreut, ist kein Kandidat.

Kommen und Gehen beim SCP, ob der 19-fache Regionalliga-Torschütze Jesse Weißenfels von SF Lotte kommt, entscheidet sich Anfang der Woche. Münster will mit einem 23-köpfigen Kader in die nächste Saison gehen, ein Sommer-Trainingslager ist aus Kostengründen nicht geplant, der erste Spieltag findet vom 24. bis 26. Juli statt. Eckpunkte.

Neuaufbau realisierbar

„Wir, Ralf Loose und ich, sind die entscheidenden Personen am Ende des Tages“, stellte Carsten Gockel am Freitag auch klar, wer die vielen offenen Personalentscheidungen beim SCP treffen wird. In Absprache mit Co-Trainer Babacar N‘Diaye, Gegner-Analyst und U-19-Trainer Cihan Tasdelen sowie Scout Harald Menzel werden die Personalien besprochen. Loose glaubt, dass die Lage gar nicht so schlecht, der Neuaufbau realisierbar ist, denn: „Die alte Saison ist noch nicht einmal beendet, die nächste startet in zwei Monaten. Wir werden nur Transfers machen, von denen wir überzeugt sind. Ich habe keine Bauchschmerzen“. Im Übrigen: Auch beim samstäglichen Gegner aus Dortmund sollen einige interessante Kandidaten auf dem Platz stehen . . .

►  Münster: Masuch – Riedel, Scherder, Heitmeier, Schulz – Bischoff, Truckenbrod – Siegert, Piossek, Kara – Reichwein.

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KOMMENTAR

Eine Übergangssaison

Die Rollen sind verteilt: Sportvorstand Carsten Gockel und Cheftrainer Ralf Loose verantworten die Zusammenstellung des neuen SC Preußen. Ein Umbruch ist nötig, die Mannschaft war über den Zenit hinaus – bei allem Respekt vor den langjährigen Adlerträgern. Nach 2013 gelang erneut nicht der erhoffte Aufstieg in die 2. Bundesliga. Aber Truckenbrod, Masuch und Co. haben den SCP in der 3. Liga als Marke etabliert. Das ist schon was.

Gockel und Loose stehen unter Zugzwang bei der Verjüngungskur mit nicht mehr so dickem Portemonnaie wie in den letzten Jahren. Den passenden Mix aus Jugendwahn und Routine zu finden wird nicht einfach. Der SCP steuert auf eine Übergangssaison zu, auch Abstiegskampf ist bei solch gravierenden Neuausrichtungen nicht ausgeschlossen.

Der Blick nach oben verbietet sich dann wohl. Leider. Ralf Loose genießt, trotz eines erschreckend schwachen letzten Saisondrittels, das Vertrauen der Entscheiderriege. Zum einen hat der stoische Westfale einiges zum Positiven bewirkt, das ist seine erste Krise. Zum anderen wäre eine Trennung wirtschaftlich kaum vertretbar. So gesehen gibt es nichts auszusetzen.

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