2:1-Erfolg bei Alemannia Aachen
Nach der Siegesserie bloß nicht abheben

Aachen -

Die Traumreise des SC Preußen Münster geht weiter. Leicht gefallen war der Sieg nicht, schön anzusehen war er auch nicht, aber was zählte das schon, als der Tross den Mannschaftsbus mit dem Adler auf der Heckscheibe bestieg und gen Westfalen zurückfuhr. Die Elf von Trainer Pavel Dotchev hatte bei Alemannia Aachen mit 2:1 (0:0) gewonnen, Rang eins am 11. Spieltag nach den ersten fünf Partien übernommen, zum achten Mal in Folge nicht verloren, die Siegesserie nach den Derby-Triumphen über Osnabrück und Aachen ergänzt, wieder mal einen Rückstand gedreht, und, und, und.

Donnerstag, 27.09.2012, 07:09 Uhr

2:1-Erfolg bei Alemannia Aachen  : Nach der Siegesserie bloß nicht abheben
Der Zweck heiligt die Mittel: Preußens Benjamin Siegert steigt rustikal gegen den Aachener Fabian Baumgärtel ein. Was zählte, waren am Ende jedoch die drei Punkte, die nach Münster gingen. Foto: Jürgen Peperhowe

Wo soll das hinführen mit dem SCP ?

Da wurden alle ruhig, zurückhaltend, angefangen von Präsident Dr. Marco de Angelis, Sportvorstand Carsten Gockel, Kapitän Stefan Kühne, Team-Koordinator Stephan Küsters oder Ehrenrats-Vorsitzendem Hannes Pfeifer. Diese Frage wollte keiner beantworten. Bloß nicht abheben lautete wohl die verabredete Devise, nur nicht arrogant und überheblich wirken, bitte, bitte keinen Anflug von Selbstgefälligkeit zeigen. Schon gar nicht das Z-Wort in den Mund nehmen. Z wie Zweitliga-Aufstieg. „Mich interessiert das nicht“, winkte Küsters fast schon trotzig ab. Und Kapitän Kühne erklärte Platz eins für bedeutungslos: „Dafür können wir uns jetzt nichts kaufen.“ Clubchef de Angelis, immerhin, tastete sich förmlich an das Momentum heran mit einer launischen Gegenfrage. „Wann ist das einer Preußen-Elf in dieser geballten Form schon einmal gelungen?“ Der Mann führt seit 2005 den Club. So erfolgreich, so hip, so angesagt war der SCP in dieser Ära noch nie.

Eine der ersten Adressen der dritten Liga

Die Preußen zementieren auch mit Partien wie der in Aachen ihren Status als eine der ersten Adressen in der 3. Liga. Dieses Mal, anders als gegen Bielefeld oder Osnabrück , blieb der fußballerische Glanz auf der Strecke. Aber Münster hat ja Matthew Taylor, der seinen Torriecher mit den Saisontreffern sechs und sieben unter Beweis stellte. Zudem setzte sich ein eher unauffälliger Arbeiter namens Fabian Hergesell geschickt in Szene. Er holte den Freistoß raus, der letztlich zum Ausgleich führte. „Ja, ja, das war ein Foulspiel“, erklärte er grinsend. Beim Siegtor gewann er rustikal den entscheidenden Zweikampf im gegnerischen Strafraum und passte quer auf Taylor. Fehlerfrei und ohne großes Aufheben verrichtet er meist seinen Dienst auf der linken Seite. Sein Analyse war ähnlich gelassen: „Wir wussten, dass es ein schwieriges, ein dreckiges Spiel wird. Nach der Pause haben wir besser gespielt und auch nach dem Rückstand nicht aufgegeben.“

Es gibt für die Spieler noch einiges zu tun

So einfach ist das, wenn ein Topteam gegen ein Kellerkind unter Druck gerät, die Wende herbeizuführen. Pavel Dotchev hob ebenfalls nicht ab, etwas Fortune war mit im Spiel. „Es hätte auch 1:1 ausgehen können. Wir haben uns schwer getan“, erklärte er. Nicht alle seiner Spieler wären „frisch“ gewesen, das 0:1 in der 48. Minute war ein Beleg dafür, Münsters zuverlässige Defensivstrategen Kevin Schöneberg, Patrick Kirsch und Tormann Daniel Masuch verloren die Übersicht. Er, Dotchev, sehnt die Länderspielpause herbei, geregelte Trainingseinheiten, einen guten Mix aus Belastung und Regeneration über zwei Wochen, auch den dann offenen Konkurrenzkampf im Kader, das alles garniert mit einer Partie im Westfalenpokal beim DSC Wanne-Eickel. Davor steht aber am Samstag die Heimpartie gegen Borussia Dortmund 2 an sowie sieben Tage später das Gastspiel beim 1. FC Saarbrücken. Es gibt einiges zu tun für die neuen Preußen, sie sind bereit.

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