Preußen Münster
„Schnörkellos und keine Zauberstücke“

Mittwoch, 14.11.2007, 19:11 Uhr

Münster . Sonntag ist Halbzeit. Dann wird der Titel des Herbstmeisters vergeben, der moralisch wichtig, aber im Grund bedeutungslos ist. Vor dem letzten Spiel der Hinrunde in Ahlen steht Oberligist Preußen Münster noch immer glänzend da, aber es hat sich etwas verändert beim Spitzenreiter, seit dem vierten Spieltag die Nummer eins und seitdem von allen gejagt. Nichts Gravierendes, aber doch deutlich sichtbar. Die Mannschaft konnte ihren komfortablen Vorsprung aus dem Spätsommer weder ausbauen noch halten, Schalke weist die gleiche Punktzahl auf. Und sollte der SCP Sonntag nicht gewinnen, würden die Blau-Weißen (daheim gegen Sprockhövel) Münster vermutlich verdrängen und die Halbzeitmeisterschaft vor der Nase wegschnappen.

„Bis Weihnachten stehen noch drei Spiele an, das sind ungemein wichtige Begegnungen. Wir müssen so viele Punkte wie möglich holen, am Besten alle neun“, fordert Trainer Roger Schmidt . Seitdem die Spieler die Trikots mit kurzen Ärmeln ausgezogen haben, stottert die einstmals so schwungvolle Offensiv-Abteilung. Die Preußen haben über viele Wochen gezeigt, dass sie mit Herz, Tempo und Leidenschaft auf hohem Niveau spielen können. Seit einigen Wochen sind auf schwierigen Platzverhältnissen allerdings andere Tugenden gefragt. Sonne war gestern, heute ist Matsch. Das hat die Mannschaft offensichtlich noch nicht verinnerlicht und spielt kompliziert.

„Wir sind derzeit nicht in der Lage, unsere fußballerische Überlegenheit umzusetzen. Zu Saisonbeginn hat das wunderbar geklappt, die drei offensiven Mittelfeldspieler und der einzige Stürmer waren immer in der Lage, sich zahlreiche Torchancen zu erarbeiten. Das ist nicht mehr so, jetzt sind andere Eigenschaften gefordert. Wir müssen einfach, schnell und schnörkellos spielen, ohne Zauberstücke“, fordert Schmidt und hakt die Phase spielerischer Dominanz ab. Es ist symptomatisch, dass die Preußen – bis auf einen Freistoß in Bielefeld – noch kein einziges ihrer 33 Tore aus der Distanz erzielt haben.

Im Sommer hat Schmidt das taktische Konzept umgestellt und es speziell auf seine Spielertypen umgestellt. Jetzt nimmt er erneut Veränderungen vor und bietet zwei Stürmer auf. Kombinationsfußball fällt derzeit schwer, Hacke-Spitze macht wenig Sinn. Folglich werden die Preußen gradliniger spielen. Alle sind gefordert, vor allem Spielmacher Mehmet Kara.

Nach Ahlen stehen noch die Partien in Erkenschwick und gegen Wiedenbrück an. Schmidt erwartet nach der ersten Saisonniederlage gegen Hamm schon in Ahlen eine Trotzreaktion. 35 Punkte wies Münster zur Halbzeit der vergangenen Saison auf, jetzt können sie 36 erreichen. Die drei Spiele sowie die Pokalbegegnung gegen Erkenschwick (23. 11.) geben die Richtung vor. Ob der SCP in Ruhe Weihnachten feiern kann, wird sich zeigen.

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