Preußen Münster
Verwirrende Zahlenspiele

Münster - Ausnahmezustand im Preußen-Stadion. Rund 18 000 Zuschauer werden am Samstagabend zum Pokal-Hit gegen den Berliner Bundesligisten Hertha BSC erwartet. Das sind ca. 3000 mehr, als vor einem Jahr zur Begegnung gegen den VfL Bochum kamen...

Dienstag, 28.07.2009, 20:07 Uhr

Münster - Ausnahmezustand im Preußen-Stadion . Rund 18 000 Zuschauer werden am Samstagabend zum Pokal-Hit gegen den Berliner Bundesligisten Hertha BSC erwartet. Das sind ca. 3000 mehr, als vor einem Jahr zur Begegnung gegen den VfL Bochum kamen. Während das Spiel gegen Bochum allerdings restlos ausverkauft war, werden heute vermutlich einige Plätze im Stadion frei bleiben. Das alles klingt auf den ersten Blick wie ein gewaltiger Widerspruch. Und trotzdem gibt es eine plausible Erklärung. Dafür muss man allerdings folgendes wissen:

» Für 15 050 Zuschauer ist das Preußen-Stadion laut einem Lärmschutz-Gutachten generell zugelassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass im weiten Rund tatsächlich nur 15 050 Zuschauer Platz finden. Würde man alle Bereiche des Stadions zugänglich machen (also auch die komplette Westkurve), könnten mindestens doppelt so viele einen Platz finden. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die ersten Bundesligaspiele in der Saison 1963/64 gegen den Hamburger SV, Borussia Dortmund und den Meidericher SV sowie an das Zweitliga-Spitzenduell gegen Borussia Dortmund in der Spielzeit 1975/76. Damals sollen es sogar jeweils mehr als 40 000 gewesen sein.

» Im Vorfeld des Hertha-Spiels wurden die im Normalfall zugänglichen Stadionbereiche noch einmal genau unter die Lupe genommen. Dabei wurde festgestellt, dass dort bis zu 17 200 Zuschauer Platz finden. Weitere 1600 Zuschauer können im Block I untergebracht werden, der im vergangenen Jahr renoviert wurde. Insgesamt stehen damit 18 800 Plätze zur Verfügung.

» Um diese 18 800 Plätze belegen zu können, bedurfte es allerdings einer Sondergenehmigung. Die wurde vor knapp zwei Wochen nach einer eingehenden Begehung des Stadions und unter Berücksichtigung der Versammlungsstätten-Verordnung sowie der Bauverordnung von der Stadt Münster erteilt. Gültigkeit hat sie lediglich für das Hertha-Spiel.

Bleibt letztlich also nur noch zu klären, warum es zwar 18 800 Plätze gibt, diese am Samstag aber nicht alle belegt werden. Und das vor allem vor dem Hintergrund, dass es etliche Preußen-Fans geben soll, die gerne live dabei wären, aber keine Karte bekommen haben. Auch hier ist die Erklärung letztlich relativ einfach. Die 800 Plätze, die frei bleiben, liegen im Gäste­Block. 2000 Hertha-Fans fänden dort Platz, tatsächlich erwartet aber werden vom SCP „nur“ 1200. Während es im übrigen Stadion ziemlich eng werden dürfte, haben die Berliner Anhänger also jede Menge Platz.

Trotz der vermutlich rund 800 freien Plätze winkt den Preußen übrigens eine Rekordeinnahme. Wie hoch die insgesamt ist, darüber schweigen sich die Verantwortlichen aus. Fest steht aber, dass allein das Eintrittsgeld der Zuschauer rund 210 000 Euro in die Kassen spülen wird. 110 000 Euro gibt es vom Fernsehen, zudem werden weitere Einnahmen aus dem Catering erwartet. Unter dem Strich dürfte die Gesamteinnahme damit im Bereich von 350 000 Euro liegen. Zwar nimmt davon ein enTeil die Hertha mit nach Hause (die Zuschauereinnahmen werden geteilt), rund eine Viertelmillion sollte den Preußen aber schon bleiben. Und in der nächsten Runde könnte der Betrag noch einmal deutlich höher ausfallen. Dann nämlich gibt es aus dem Fernseh-Topf bereits 272 000 Euro. Und wer weiß - vielleicht erteilt die Stadt dann in Sachen Zuschauer-Kapazität auch noch eine zweite Sondergenehmigung.

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