Preußen Münster
Die Gesundmacher

Donnerstag, 19.11.2009, 19:11 Uhr

Münster - Das wäre schon so beabsichtigt. Sagt Tobias Stock , und grinst dabei schelmisch. Zweifelsohne ist die Anzahl der Verletzungen , die den Kader des SC Preußen Münster in dieser Saison bislang ereilt haben, bemerkenswert. Besser gesagt die geringe Anzahl von Blessuren. Glück oder Pech, Planung oder Zufall, auf jeden Fall scheinen die Schattenmänner von Roger Schmidt ihren Job gut zu machen, waren zum Saisonstart gleich voll da - anders als die Leistung der Mannschaft zu Beginn der Serie. Stock, der Assistent von Schmidt, wie auch Physiotherapeut Marius Engelke, aber auch Torwarttrainer Jörg Jüttner, die zweite Physiotherapeutin Astrid Schöppner und Teamarzt Tim Hartwig machen wohl im Hintergrund nicht so viel falsch. Trainer Schmidt hat nur lobende Worte für die Männer und Frauen aus der zweiten Reihe.

Stocks Zeit schlägt stets in der Halbzeit vor dem Anpfiff, immer dann, wenn die Motoren auf Touren gebracht werden. Der 30-Jährige leitet die letzte Präparation vor dem Spiel, auf sein Kommando hört dann jeder Feldspieler von Capretti bis Kara. Roger Schmidt steht dann wie ein Fußball-Feldherr am Spielfeldrand und schaut zu. Das ist das Feintuning, früher hieß das Aufwärmen, heute könnte man in der sportwissenschaftlichen Methodik ein Fremdwort dafür finden - es würde aufs Gleiche hinauslaufen.

Stock ist der verlängerte Arm des Trainers, vielleicht sogar ein bisschen mehr, aber in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Das Schicksal eines Co-Trainers irgendwie. „Ich bin aber nicht nur der Hütchen-Aufsteller im Training, das können die Spieler selbst machen.“ Natürlich schaue er zu Roger Schmidt auf, er ist der Chef. Aber Stock kümmert sich um Trainings-Organisation, Spielbeobachtung, fasst Gegner in Dossiers zusammen, „alles, was ein Assistent zu machen hat“, wären die Aufgaben. Und, da klingt wohl ehrlicher Respekt und kein Anbiedern durch: „Alle Entscheidungen, die Roger gefällt hat, trage ich zu 100 Prozent mit.“ Loyalität halt.

Stock ist auch das Bindeglied zum Team, er kann den Puls fühlen. „Vielleicht ist das auch durch mein Alter bedingt, dass ich einiges aus der Mannschaft mitbekomme.“ Er ist 30, würde gerne noch spielen, doch 2003 streikte der Körper, er geht nun seinen zweiten Weg im Fußballgeschäft.

Eine zentrale Aufgabe ist die Zusammenarbeit mit Physiotherapeut Marius Engelke. Der wiederum liefert auch Rapport beim Cheftrainer. Welcher Spieler ist verletzt, wer schwächelt, wer kommt aus einer Verletzung zurück, wo gibt es Anzeichen einer Verletzung. „Heute kann ich viel früher Signale geben, heute spricht der Trainer regelmäßig mit mir. Das war nicht immer so bei den Preußen“, sagt er, seit 2004 ist er von seinem Arbeitgeber Spomed praktisch abgestellt für die Preußen. Angesprochen auf die auffallend kleine Zahl von Blessuren im Aufgebot: „Wir haben da kein Wundermittel gefunden.“ Nur die Wege beim SCP zwischen Spielern, Trainer, Teamarzt und Physiotherapeuten sind kürzer geworden.

In den Katakomben der neuen Tribüne läuft alles zusammen. Aber Engelke hat auch das Beste aus dem alten Trakt mitgenommen. Das alte Entmüdungsbecken, 1974 vom Verein angeschafft, steht im Physio-Raum neben der riesigen Umkleidekabine, sie wirkt antiquiert, nicht mehr zeitgemäß. Engelke winkt ab: „Das Wasserbad ist wichtig, hier können wir gerade im Sommer den Muskeltonus zurückfahren.“ Klingt nach großem Fußball, nach Klinsmanns Sommermärchen von 2006, als die Nationalspieler bei der WM in eiskalten Wasserwannen sofort nach Spielschluss regenerieren sollten. Wenn das mal kein gutes Omen für die Preußen ist

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/315771?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F594806%2F594808%2F
Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Fußball: 3. Liga: Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Nachrichten-Ticker