Preußen Münster
Faschers kleines Mitbringsel

Sonntag, 25.12.2011, 00:12 Uhr

Lotte - Die Probezeit von Marc Fascher ist wohl beendet, sie dauerte 39 Tage. Vielleicht trauen ein oder zwei Versprengte dem Braten noch nicht, aber am Freitag gegen 13 Uhr wird der 41-Jährige wohl der geheimnisumwobene Mister Unbekannt sein, der den Trainerstuhl beim Fußball-Regionalligisten übernimmt. Faschers aktuelles kleines Mitbringsel ist ein gepflegtes 1:1 (0:1)-Remis bei SF Lotte vor 2029 Zuschauern.

Das alles entbehrte einer gewissen Pikanterie nicht, war doch SF-Coach Maik Walpurgis offensichtlich auch ein interessanter Kandidat für die Aufgabe als Übungsleiter beim kickenden Personal aus Münster . Also, keine Sieger zwischen den beiden Fußballlehrern, oder doch? Und auch das sei vermerkt: Der SCP, seit Wochen jenseits aller Aufstiegshoffnungen unterwegs, griff mit diesem Remis nicht unerheblich in das Titelrennen der vierten Liga ein, Lottes Chancen auf den Aufstieg dürften bei noch drei ausstehenden Partien und schon fünf Zählern Rückstand auf den 1. FC Saarbrücken auf ein Minimum geschrumpft sein.

„Die Mannschaft hat sich den Punkt glücklich erarbeitet“, meinte Marc Fascher nach der Partie. In der ersten Hälfte hätte ihm seine Mannschaft gut gefallen, dann aber fehlten die Konterchancen. Aber, so Fascher: „Man muss bedenken, dass es für uns um nichts mehr ging, für Lotte um alles. Riesenkompliment an meine Mannschaft.“ Es war Punktgewinn 13 in der achten Punktpartie der Ägide Fascher.

Lottes letzter Anlauf im Titelrennen war zunächst vehement. Die Hausherren ergriffen die Initiative, packten zu, wo immer es ging beim Gegner - und wollten die Führung. Gute 20 Minuten waren die Rollen klar verteilt. Ein Schuss von Sidney (10.) klingelte als Warnung, Wenig später sorgte Benjamin Wingerters Freistoß (15.) für Gefahr. Und die Preußen hatten Glück, dass es nach 25 Minuten nicht 0:1 stand. Erst verpasste Marco Schneider und im zweiten Anlauf auch Florian Dondorf die durchaus mögliche Führung.

Da machte es die Elf von Trainer Marc Fascher deutlich besser. Erster Angriff, erstes Tor - und einmal mehr wurde deutlich, dass Münster über eine schlagkräftige Offensiv-Triangel verfügt. Mehmet Karas Flankenball setzte Sercan Güvenisik zwar an den Pfosten, doch Wojciech Pollok unterstrich seinen Torriecher und „staubte“ zur Gäste-Führung ab. Saisontor Nummer neun für den Polen. Das kam praktisch aus dem Nichts, weil die Adlerträger zunächst mit Defensivaufgaben und der rabiaten Gangart des Tabellenzweiten ausreichend beschäftigt waren. Von nun an war es ein Kampf auf Augenhöhe, allerdings ohne große Höhepunkte. Viel passierte nicht mehr bis zum Pausenpfiff.

Doch dann wurde es munterer, weil Lotte seine letzte Chance witterte. Marco Schneider (52.) traf prompt zum Ausgleich, weil Jens Grembowietz sich vom Ex-Preußen Marcus Fischer wegdrücken ließ. Jetzt war Chili im Spiel, jetzt flogen die Funken. Ein Kampf auf Biegen und Brechen, wobei Lottes Kapitän David Czyszczon Glück hatte, als er Guerino Capretti an den Pfosten schubste und nicht die Rote Karte sah.

Doch die ganz großen Chancen fehlten, auch wenn der gallige Marcus Fischer (58. und 82.) die Preußen-Abwehr massiv mit allen Tricks und Mitteln bearbeitete, den Ball zur Führung ins Tor der Hausherren bugsieren wollte. SF-Trainer Walpurgis peitschte seine roten Jungs nach vorne, während Münster kaum Zeit zum atmen blieb. Im Übrigen tanzte auch Marc Fascher wie ein Derwisch an der Seitenlinie auf und ab. Man wartete auf die Entscheidung, entweder Siegtreffer für Lotte oder den alles entscheidenden Konter der Adlerträger. Nichts davon geschah, aber eine andere Entscheidung war das längst gefallen. Mal sehen, was Marc Fascher am Freitag so gegen 13 Uhr macht

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/188086?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F216%2F594792%2F594802%2F
Nachrichten-Ticker