Preußen Münster
Schnörkellos und effizient zum 2:0 in Homburg: SCP reift zum Spitzenteam

Montag, 09.01.2012, 09:01 Uhr

Homburg - Der erlösende Treffer bahnte sich bereits Stunden zuvor beim Frühstück im Hotel an. „Du kannst gerne ein Tor für mich schießen“, wünschte sich Physiotherapeut Marius Engelke von Patrick Kirsch ein fast unmögliches Geschenk zu seinem Geburtstag. „Als Torjäger bin ich ja nicht bekannt“, lächelte der Verteidiger, überlegte sich aber spontan einen möglichen Jubel, um im Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Als Kirsch in der 72. Minute einen Freistoß von Hüzeyfe Dogan zum 1:0 für Preußen Münster beim FC Homburg einköpfte, wirkte er dennoch überwältigt vom Moment seines ersten Tores für die Adlerträger. Er blieb auf der Stelle stehen, zeigte mit einem Finger zu einem überwältigten Engelke auf der Bank, mit einem anderen Finger auf die Tribüne, wo sein Vater und seine Freundin saßen, die aus dem kleinen Simmertal bei Bad Kreuznach angereist waren.

Doch nicht nur das versprochene Geschenk sorgte für Freudentaumel, der Kirsch-Kopfball war vielmehr die pure Erleichterung nach einem zähen Anrennen, das der eingewechselte Babacar N´Diaye nach einem erneuten Freistoß von Dogan vor 1256 Zuschauern auf 2:0 ausbauen konnte (84.). Der Standard-Sieg im Saarland war perfekt, die Rückfahrt von 400 Kilometern gerettet. Preußen ist nun seit sieben Spielen ungeschlagen und unmittelbarer Verfolger von Tabellenführer Eintracht Trier in der Regionalliga. Es reifen Hoffnungen an der Hammer Straße.

Dafür sorgte auch das neue Gesicht der Preußen. Spielerisch waren die 90 Minuten in Homburg sicher keine Galavorstellung. Zugleich behielt die Mannschaft aber kühlen Kopf gegen einen destruktiven Gegner, der fleißig Beton anrührte.

Die Preußen antworteten nicht stürmisch mit dem Presslufthammer, sondern geduldig mit Hammer und Meißel. Sie verloren ihre Ordnung nicht und suchten konzentriert ihre Gelegenheiten. „Notfalls fahren wir lieber einen dreckigen Sieg ein, als einen Schönheitspreis zu gewinnen“, brachte Trainer Marc Fascher den neuen münsterischen Pragmatismus auf den Punkt, der mit dem dritten Spiel in Folge ohne Gegentor belohnt wurde.

Die Mannschaft hat das Prinzip verinnerlicht. „Hinten arbeiten wir konzentriert, in der Offensive haben wir genug Qualität, um immer unser Tor zu machen“, meinte Patrick Huckle. Auch in Homburg stand die Viererkette mit den beiden defensiven Mittelfeldspielern solide, der eigene Strafraum war ein Sperrgebiet für das harmlose Heimteam. An der konzentrierten Vorstellung hatte auch Dominique Ndjeng seinen Anteil, der Neuzugang feierte neben Patrick Kirsch ein mehr als abgeklärtes Debüt.

Dennoch gab es bei den ambitionierten Preußen Luft nach oben, vor allem spielerisch. Im ersten Durchgang enttäuschte die komplette Offensivabteilung trotz klarer Feldüberlegenheit, weil entweder die Bewegung fehlte, viele Pässe keinen Adressaten fanden und beste Chancen sträflich vergeben wurden.

So traf Daniel Chitsulo nach feiner Hereingabe von Mehmet Kara nur das Außennetz (14.), ein ungestörter Sercan Güvenisik schob den Ball aus drei Metern Entfernung am Tor vorbei (38.) und scheiterte mit einem trickreichen Lupfer an Torhüter Thomas Richter (44.).

Erst in der zweiten Hälfte wurde der Ballbesitz mit mehr Leben gefüllt, die Preußen waren nun bissiger, entfachten mit den eingewechselten Julian Loose und Babacar N´Diaye mehr Gefahr. Doch nur die ruhenden Bälle sorgten für Ertrag. „Wir trainieren Standardsituationen so oft. Endlich sind wir für den Aufwand belohnt worden“, betonte Fascher nach dem Spiel.

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