Aufstieg in die 3. Liga
Die wundersame Wandlung des SCP

Freitag, 06.05.2011, 21:36 Uhr

Münster - Ganz ehrlich, wer Mitte März auf einen Meister Preußen Münster gesetzt und dazu noch erklärte hätte, dass der SCP bereits vier Spieltage vor Saisonende den Aufstieg perfekt macht - keiner der Experten in den Redaktionsstuben, in den VIP-Logen, auf den Stehrängen oder in einer Dorfkneipe von Kattenvenne hätte das geglaubt. Innerhalb von nicht einmal zwei Monaten haben die Preußen aus einem Fünfkampf um die Meisterschaft eine Solo-Show gezaubert.

Nicht Lotte, nicht Trier, nicht Mönchengladbach oder Kaiserslautern schmücken sich mit dem Titel in der Regionalliga West, nein, es ist der SC Preußen Münster.

Für den Verein war diese am Ende als Husarenritt zu bezeichnende Meisterschaft ein Aufstieg auf den letzten Drücker. Im Zuge der Regionalliga-Reform wird die vierte deutsche Spielklasse in Zukunft ein noch engeres Nadelöhr werden. Und auch im Umfeld der 180 Sponsoren durfte die Forderung nach dem Sprung in den Profi-Fußball nicht mehr länger auf die lange Bank geschoben werden. Die Preußen waren zum Erfolg verdammt, deshalb war die Spannung während der letzten Monate stets zu spüren. Es musste gelingen, in Wirklichkeit stand der SCP mit dem Rücken zur Wand.

Trainer Marc Fascher hat mit seinem Trainergespann um Assistent Ingo Schlösser sowie Torwarttrainer Jörg Jüttner eine routinierte Mannschaft gebastelt. Es war nicht immer schön, aber meist effektiv. Und eines konnte man dieser Mannschaft so gut wie nicht nachsagen, dass sie nicht kämpfen würde.

Sportlich gesehen fallen vor allem zwei Dinge ins Auge: Die Defensive präsentierte sich so überzeugend wie seit vielen Jahren nicht mehr. Zum anderen legte das Team die Schwächen im Aufeinandertreffen mit Zweivertretungen ab.

Nur vier Niederlagen stehen für die Preußen zu Buche, lediglich 20 Gegentore wurden bis zum 30. Spieltag kassiert. Um auf der martialischen Seite zu bleiben: Fußballschlachten werden in der Offensive gewonnen, die großen Fußball-Kriege dagegen in der Verteidigung. Die Mannschaft von Marc Fascher war defensiv ausgezeichnet sortiert, hier wurde der Grundstein zum Titelgewinn gelegt.

„Das ist eine richtige Mannschaft“, lautete der Tenor der Anhänger. Vor allem nach der 0:1-Niederlage in Lotte riss sich das Team zusammen, rückte näher aneinander, Kapitän Stefan Kühne und Abwehrchef Patrick Kirsch sowie die Wortführer Babacar N´Diaye und Patrick Huckle erkannten die prekäre Situation. Nach diesem 24. Spieltag im März legten die Preußen den Schalter um, fortan war das Team nicht mehr zu stoppen. Aus dem Tiefpunkt, aus der Krise kamen die Adlerträger aus der Asche hervor. Der Aufstieg in die 3. Liga ist perfekt.

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