Interview mit Meistermacher Marc Fascher
"Das ist einfach großes Kino"

Montag, 09.05.2011, 02:05 Uhr

Münster - Als Marc Fascher am 21. März 2010 den Dienst beim SC Preußen Münster als Nachfolger von Roger Schmidt antrat, konnte keiner ahnen, dass er den SCP so souverän, so deutlich vor der Konkurrenz zur Meisterschaft 2011 führen würde. Dem 42 Jahre alte Hamburger gelang damit der erste Aufstieg der Preußen seit 1989. Mit dem Meister-Coach sprach unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik.

Wie viele Stunden haben Sie von Samstag auf Sonntag geschlafen?

Marc Fascher: In der Disco wurde um 8 Uhr das Licht angeschaltet, dann bin ich nach Hause gegangen und habe geduscht. Auf dem Markt habe ich noch einen Backfisch gegessen, ehe ich um 10 Uhr ein erstes Radio-Interview zu führen hatte.

Freitag um 20.46 Uhr, als alle Dämme brachen, die Fans das Stadion stürmten, der Aufstieg perfekt war. Wie fühlte sich das an?

Fascher: Das war fast schon Ekstase, das war ganz großes Kino. Einfach Wahnsinn und unglaublich.

Wie erklären Sie sich den Durchmarsch des SCP in den letzten acht Partien mit acht Siegen in Serie?

Fascher: Wir hatten die konstanteste Mannschaft in der Regionalliga. Die Mannschaft hat letztlich die richtige Balance zwischen Lockerheit und Konzentration gefunden, die wir benötigt haben. Es war aber eine intensive Saison. Mir war klar, dass der zweite Rang in Münster der erste Verliererplatz ist.

Kann man sagen, dass die 0:1-Niederlage in Lotte am 12. März, nach der auch Ihr Trainerstuhl wackelte, der entscheidende Punkt in dieser Saison war?

Fascher: Nach dieser Niederlage gab es eine Extremsituation. Alle waren enttäuscht, die Wellen schlugen wirklich hoch und es hat auch mir keinen Spaß gemacht, so etwas über mich in der Zeitung zu lesen. Aber wir haben innerhalb der Mannschaft alles besprochen, dann habe ich einen Neustart wie vor der Saison ausgerufen.

Der einzige Unterschied war, dass mir nicht vier Wochen, sondern nur vier Trainingseinheiten Zeit blieben. Doch das alles hat uns als Team zusammengeschweißt. Die acht Siege gaben letztlich der Mannschaft recht.

Gibt es ein Erfolgsgeheimnis, wenn Sie jetzt auf die Saison zurückblicken?

Fascher: Unsere Hausaufgaben haben wir vor der Saison gemacht, die Kaderzusammenstellung war das A und O. Die Nachverpflichtung von Dogan war im Spätsommer ein Geschenk. Dass dann auch noch Ndjeng im Herbst geholt wurde, war in einer besonderen Situation ein starkes Zeichen vom Verein.

Bei vielen Fans haben Sie sich mit dem Aufstieg einen Legendenstatus erarbeitet und stehen auf einer Stufe mit Helmut Horsch, der 1989 mit dem SCP in die 2. Bundesliga aufstieg. Wie fühlt sich das an?

Fascher: Damit habe ich mich gar nicht beschäftigt. Ich finde den Moment einfach super und bin einfach nur glückselig.

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