Der Jubel kriegt die Kurve nicht
Preußen-Stadion: Marode Südwest-Stehränge bereiten Kopfzerbrechen

Freitag, 10.06.2011, 20:06 Uhr

Münster - Nachdem die Stadt gerade 400 000 Euro für die Erneuerung der Flutlichtanlage im Preußen-Stadion bereitgestellt hat, tut der Verein ein Übriges , um den SCP ins rechte Licht zu setzen: Der Fernsehturm wird erneuert. Seit der Überdachung der Gegengeraden war der Platz für die Fernsehkameras suboptimal: „Da kommt schon mal das Dach ins Bild“, sagt Präsidiumsmitglied Carsten Gockel . „Und eine Eckfahne“, so ergänzt Stadtdirektor Hartwig Schultheiß, „kriegt man gar nicht ins Visier.“ In der Regionalliga war das mehr oder weniger egal, so Gockel, „weil das Fernsehen eh nicht da war“. Aber in der 3. Liga sieht das ganz anders aus. Und deshalb lässt der SC Preußen den Fernsehturm so umbauen, „dass die Kameras beste Sicht aufs Stadion haben“.

Natürlich hoffen die Verantwortlichen, dass das Fernsehen demnächst großen Sport aus dem Preußen-Stadion übertragen kann. Aber sie wissen schon jetzt, dass es auch scheußliche Szenen geben wird. Und zwar immer dann, wenn die marode Südwestkurve ins Bild gerät - die seit Langem für Zuschauer gesperrt ist.

Carsten Gockel denkt schon jetzt mit Sorge an solche Kameraschwenks in den Sportsendungen: „Ausverkauftes Stadion, tolle Tribüne, beste Stimmung - und dann die zusammenbrechenden Stufen auf den ruinösen Rängen.“ Ein Erscheinungsbild, so meint auch Stadtdirektor Hartwig Schultheiß, das weder dem Verein noch der Stadt recht sein kann: „Wir müssen gucken, was wir da tun können.“

Das Problem: Noch weiß keiner, was das kostet. Auch Münsters oberster Stadtplaner wagt keine Prognose. „Das hängt sehr vom Untergrund ab“, sagt Schultheiß. Aber schon jetzt ist klar, dass es nicht nur darum geht, ein paar Platten zu verlegen. Schultheiß: „Wir brauchen erst mal eine Kostenanalyse.“ Der Ausbau der Südwestkurve würde übrigens keine neuen Zuschauerkapazitäten schaffen. Die Stadionkapazität bleibe aus Lärmschutzgründen auf 15 000 Zuschauer begrenzt, betont Schultheiß. Was aber, wie er meint, für die 3. Liga auch reichen sollte: „Ich habe mir die Zahlen mal angeschaut, und die liegen ganz überwiegend weit darunter.“ Und im Einzelfall - vielleicht wenn Osnabrück kommt - gebe es ja immer noch die Möglichkeit, per Ausnahmegenehmigung auf 18 500 aufzustocken. Diese Genehmigung erteilt übrigens die Stadt selbst. Doch auch die darf den Begriff „Ausnahme“ natürlich nicht überstrapazieren. Aber „ein- bis zweimal pro Saison“ hält Schultheiß für denkbar.

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