Ein Traum wird wahr
Jose-Pierre Vunguidica erreicht mit Angola die Endrunde im Afrika-Cup

Mittwoch, 12.10.2011, 00:10 Uhr

Münster - Jose-Pierre Vunguidica pendelt zwischen den Fußball-Welten. Es macht ihm nichts aus, sofort legte der 21-Jährige den Schalter wieder um. „Zeit zum feiern bleibt nicht. Am Samstag sind drei Punkte wichtig gegen Regensburg, das ist auch wichtiger als guter Fußball“, sagt er. Fokus Preußen Münster. Dabei liegt ein großer Erfolg in seiner noch jungen Fußballkarriere gerade ein paar Tage zurück. Mit der Nationalmannschaft von Angola schaffte Vunguidica den Sprung zur Afrika-Cup-Endrunde im Januar durch das 2:0 über Guinea-Bissau, zeitgleich kam Uganda über ein 0:0 in Kenia nicht hinaus. „Die Freude war natürlich riesig, aber fast alle Spieler mussten mit der ersten Maschine wieder zu ihren Vereinen zurückfliegen. Aber in Angola soll gefeiert worden sein“, sagt er. So wie vor knapp sechs Jahren, als sich Angola sensationell für die WM in Deutschland qualifiziert. Da stand die Hauptstadt Luanda kopf. „Das hat dem Fußball in Angola eine riesigen Schub gegeben“, blickt Vungudica zurück. Luanda, Köln, Münster - Geburtsort, Heimatstadt, aktueller Verein. Der 1. FC Köln hat den schnellen und dribbelstarken Angreifer auf der linken Seite für eine Saison nach Münster ausgeliehen. Schon in der Vorsaison war Vunguidica bei Kickers Offenbach in der 3. Liga aktiv, um Spielpraxis zu sammeln. Für die Bundesliga-Aufwahl der Kölner reichte es nicht. Für die Kölner Zweitvertretung war er zu gut. 3. Liga ist ein gutes Entwicklungsfeld für ihn, regelmäßig schickt der 1. FC Köln Frank Schaefer zu Preußen-Partien, um Vunguidicas Leistungsstand zu überprüfen. Tendenz: gut. In neun Partien kam der 21-Jährige auf zwei Tore. „Für mich ist es gut gelaufen. Eigentlich hatten wir als Mannschaft auch einen guten Start, sind aber zuletzt etwas ins Schleudern gekommen“, bilanziert er. Deshalb ist der Afrika-Cup auch weit weg, und der Heimauftritt gegen Regensburg so nah. Ein bisschen gerät er dennoch ins Schwärmen. „Das ist wie ein Traum, wie eine EM für Deutschland. Das kann mir keiner mehr wegnehmen.“ Er kann alle neun Länderspieleinsätze problemlos aufzählen, die er in den letzten zwei Jahren gemacht hat: „Uganda, zweimal gegen Kenia, Guinea-Bissau, Marokko, Uruguay, Kapverdische Inseln, Liberia und Namibia.“ Obwohl in Köln aufgewachsen, erhielt er erst mit 19 Jahren einen deutschen Pass, da hatte der angolanische Verband, die frühere Kolonie Portugals , längst die Fühler nach ihm ausgestreckt. „Ich fühle mich nach Angola hingezogen, obwohl ich auch viele europäische Eigenschaften habe.“ Ihm gefällt dieses Hin und Her zwischen Münster und Luanda. Die Endrunde im Januar des kommenden Jahres kann er kaum erwarten, er wird dem SCP gut einen Monat (22. bis 25. Spieltag) fehlen. „Palancas Negras“ (Schwarze Antilopen) wird die Nationalelf genannt, Trainer Lito Vidigal hat seinem Schützling Vunguidica bereits einen Kaderplatz in Aussicht gestellt. Der will diese Chance nutzen: „Vielleicht kann ich gegen Weltklassespieler wie Drogba oder Kalou spielen. Mit dem Verein könnte das schwer werden.“ » Offensivkraft Daniel Chitsulo fällt mehrere Wochen aus. Der 28-Jährige hat sich einen Adduktorenanriss zugezogen. Benjamin Siegert (30) trainiert dagegen wieder voll mit der Mannschaft.

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